Cobble Gobble

ENDE

Österreich · Altstadt

Wien

Jede Gasse auf der Karte.

Jede Gasse in der Altstadt von Wien ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Die Altstadt

Jede Gasse, gezeichnet.

Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Stephansdom 1.500 Punkte

    Alle auf dem Platz schauen zum Turm. Sieh dir lieber das Dach an: 230.000 glasierte Ziegel, in ein Muster gelegt. Richtig siehst du es nur aus einiger Entfernung in einer Gasse, nicht von unten. Geh einmal ums Karree.

  • Albertina 500 Punkte

    Vom Albertinaplatz aus siehst du eine Wand voller Steinfiguren, und obendrauf steht ein Haus. Nimm die Rampe. Die Terrasse dort ist der flachste und ruhigste Fleck dieser Runde, und stehen darfst du dort umsonst.

  • Hofburg 500 Punkte

    Das hier ist kein Halt, das ist eine Strecke. Auf der Runde stehen Straßennamen, die nichts als Teile dieses einen Baus sind: Michaelertor, In der Burg, Schweizerhof, Burgtor. Geh unter dem einen Tor hinein und immer geradeaus, bis du unter dem nächsten wieder herauskommst. Niemand hält dich auf.

  • Kaisergruft 500 Punkte

    Von der Gasse aus siehst du eine Kapuzinerkirche ohne jeden Schmuck und eine Tür auf Straßenhöhe. Die Tür führt abwärts. Das Beste liegt hier unterm Pflaster. Bei mir übrigens auch.

  • Ruprechtskirche 500 Punkte

    Zwei Straßennamen dieser Runde zeigen auf sie, und einer davon ist eine Treppe. Nimm die Ruprechtsstiege. Sie ist die unscheinbarste Station dieser Runde und am leichtesten zu übersehen, ganz an der Kante der Terrasse, wo der Boden dahinter wegbricht.

  • Spanische Hofreitschule 500 Punkte

    Zwei Straßennamen dieser Runde gehören dazu: die Reitschulgasse und, ums Eck, die Stallburggasse für die Ställe. Von außen ist wenig zu sehen, eine lange Wand und ein Tor. Sei früh dran. Was du nicht siehst, hörst du.

  • Freyung 250 Punkte

    Komm nicht von der Straße herein. Nimm die Ferstelpassage von der Herrengasse her: Geschäfte, ein Knick, ein sechseckiger Hof unter Glasdach. Und dann ist auf einmal alles offen. So soll ein Platz auftauchen.

  • Hohe Brücke 250 Punkte

    Du querst sie, ohne zu merken, dass du überhaupt etwas querst, denn von oben sieht es aus, als liefe die Gasse einfach geradeaus. Such die Stufen an einem der Enden, steig ab und dreh dich um. Von da unten ist sie plötzlich keine Gasse mehr.

  • Kabarett Simpl 250 Punkte

    An dieser Adresse gehst du zweimal vorbei, bevor du sie findest. Außen ist nichts: eine Tür in einer Reihe von Türen, draußen in den östlichen Gassen. Was drinnen passiert, passiert abends, und zum Anschauen ist nichts davon.

  • Ministerienbrunnen 250 Punkte

    Das östliche Ende der Runde, draußen an der breiten Ringstraße, wo die Gassen aufhören. Es sind zwei, links und rechts vom Portal, und sie sind der einzige Grund, so weit nach Osten zu gehen. Hin, anschauen, zurück. Drinnen ist es schöner, und die Gassen wissen das.

  • Ringturm 250 Punkte

    Die Nordspitze der Runde. Dort, wo die Ringstraße auf den Kai trifft, hatte sie nie einen richtigen Schluss, also hat jemand einen hingestellt: 23 Geschoße. Den erkennst du aus sechs Gassen Entfernung, und er ist deshalb das einzige ehrliche Wegzeichen dieser Runde.

  • Schwarzenberg 250 Punkte

    Das südöstliche Eck, dort, wo die Runde auf die breite Straße ausläuft. Es ist der einzige Halt dieser Runde, in dem Sessel stehen, und die Sessel sind der Grund. Ich habe mich noch nie gesetzt und fange jetzt auch nicht damit an.

  • Theseustempel 250 Punkte

    Du kommst aus den Gassen auf eine offene Wiese am Westrand dieser Runde, und dort steht er auf dem Rasen mit seinen Säulen, als hätte ihn jemand an der falschen Adresse abgeliefert. Er ist leer. Wofür er gemacht wurde, ist 1890 ausgezogen und wohnt heute drüben auf einer Museumsstiege.

Herkunft des Namens

Warum es Wien heißt.

Wien ist nach einem Bach benannt. Im Datensatz des Stadtarchivs steht es nüchtern nebeneinander: benannt nach dem Wienfluss, Name seit 881, frühere Bezeichnung Vindobona. Der alte Flussname lautet Vedunia, Waldbach, und er ist keltisch. Vindobona dagegen ist eine römische Zusammensetzung aus einem keltischen Personennamen und einem Wort für ein Landgut, und die ist verschwunden. Zwei Millionen Menschen wohnen hier, und die Adresse heißt bis heute Waldbach.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Trockener Boden, hoch genug. Die Altstadt sitzt auf einer Terrasse, die von den Hügeln in Stufen zur Donau abfällt, und wo die Terrasse endet, läuft sie nicht aus, sie bricht ab. Auf diese Kante setzten die Römer ein Lager, denn die Donau war die Außengrenze des Reichs, und eine Grenze will bewacht sein. Das mittelalterliche Wien begann dann als leichte Erhebung am Hang über dem südlichen Donauarm, mitten im verlassenen Römerlager. Die Abbrüche sind alle noch da. Auf dieser Runde nimmt man dafür Stiegen.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

97. In diesem Jahr wird Vindobona einer von dreißig Legionsstandorten des Römischen Reiches. Soldaten waren schon etwas früher da: zwischen 89 und 92 entstand ein Kastell für eine britannische Reitereinheit, vermutlich im Bereich des späteren Schottenklosters. Dann war die Nordgrenze keine Grenze mehr, bis etwa 430 löste sich die militärische Verwaltung auf, und über den eingestürzten Kasernen liegt in der Grabung eine fundleere Schicht. Sieben Jahrhunderte nichts. Danach kam wieder jemand.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

97-430

Rom. Ab 97 ist das hier ein Legionsstandort, und gut drei Jahrhunderte lang berichtete, wer hier etwas zu sagen hatte, an eine Grenzverwaltung. Dann war die Grenze keine mehr. Bis etwa 430 zerfiel die militärische Verwaltung, und in der Grabung liegt über den eingestürzten Kasernen eine Schicht ohne einen einzigen Fund.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

976-1246

Die Babenberger, eine Familie, die Österreich von 976 bis 1246 regierte und hier Stadtherr war. 1155 verlegten sie ihre Residenz von Regensburg in diese Stadt und bauten dem Herzog und seiner Frau eine Pfalz an jenem Platz, der auf dieser Runde immer noch Am Hof heißt; ein Jahr darauf wurde aus der Mark ein Herzogtum. 1221 gaben sie Wien sein ältestes Stadtrecht. Um 1280 war die Pfalz keine Residenz mehr, und auf dem Platz begann der Markt. Ein Palast, aus dem ein Marktplatz wird: so herum gehört sich das.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

1278-1918

Die Habsburger. Das Stadtarchiv datiert ihre Ära hier auf 1278 bis 1918, das sind sechshundertvierzig Jahre unter einer Familie. Vor so einer Zahl zöge ich den Hut, wenn ich einen hätte. 1282 ist der erste Wiener Bürgermeister genannt, und ungefähr gleichzeitig führt die Stadt ihr eigenes Kreuz im eigenen Schild. Beides fiel in eine Zeit, in der die Herren, die das Land beanspruchten, vor allem miteinander beschäftigt waren.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

1920-

Wien selbst. Am 10. November 1920 wurde die Stadt ein eigenes Bundesland: Der Gemeinderat tagte fortan als Landtag, der Bürgermeister amtierte zugleich als Landeshauptmann. Das Trennungsgesetz mit Niederösterreich folgte am 29. Dezember 1921 und trat zum Jahreswechsel in Kraft. Zwischen 1934 und 1945 wurde ihr das zweimal genommen, und zweimal kam es zurück. Nach Rom, den Markgrafen, den Herzögen und den Kaisern wird also endlich in der Stadt selbst entschieden, wem die Stadt gehört.

Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Ein weißes Kreuz in rotem Schild. Das geltende Gesetz sagt es in einem Satz: Das Wappen der Bundeshauptstadt Wien zeigt in einem roten Schild ein weißes Kreuz. Das erste Stadtsiegel führte noch den Adler des Stadtherrn; der Kreuzschild ist Wiens eigenes Zeichen und ab etwa 1278 fassbar, damit eines der ältesten Stadtwappen Europas, das nicht von einem Siegelbild abgeschrieben ist. Woher es kommt, weiß niemand. Kreuze im Stadtwappen deuten sonst auf einen Bischof als Stadtherrn, und den hatte Wien nie; als Herkunft wird die Reichssturmfahne erwogen, und das Stadtarchiv schreibt selbst, die klärende Vergleichsstudie fehle bis heute. Ich habe Zeit.

Quellen: www.ris.bka.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Der Umriss, den du abgehst, ist römisch. Die Lagermauer war so solide gebaut, dass sie das Ende der Römerzeit überstand und als Mauerring der ersten mittelalterlichen Stadt diente; deshalb ist ihre Form an der Ost-, Süd- und Westseite bis heute im Weichbild der Innenstadt zu erkennen. Die Krümmung des Rabensteigs folgt ihrem abgerundeten Nordost-Eck. In der Naglergasse verlief die mittelalterliche Mauer entlang der gerade nummerierten Häuserzeile. Innen dagegen weicht jede mittelalterliche Baulinie von den römischen ab. Die Mauer blieb, der Rest wurde umgeräumt.

    Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

  2. Eine der breitesten Straßen dieser Runde ist ein Loch. Der Graben ist der Graben des römischen Lagers: Ende des 12. Jahrhunderts wurde er zugeschüttet, planiert und verbaut, finanziert aus dem Lösegeld, das für einen englischen König gezahlt wurde. 1294 steht er urkundlich als Verkehrsfläche, 1300 als Marktplatz. Dann kam die Ware. Milch ab 1300, Kraut ab 1320, Brotläden ab 1338, Kräutlerinnen mit Grünzeug ab 1418. Aus einem Loch wurde ein Lebensmittelgeschäft. Besser hat in dieser Stadt nie jemand ein Loch verwertet.

    Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at

  3. Vor den Hausnummern Maria Theresias von 1771 erkannte man ein Wiener Haus an seinem Schild, und ein guter Teil dieser Schilder steht heute auf den Straßentafeln, an denen du vorbeigehst. Die Drachengasse heißt nach dem Haus Zum goldenen Drachen. Stoß im Himmel trägt seit 1796 den Namen eines Hausschilds. An der Wollzeile hängte ein Kolonialwarenhändler ein schmiedeeisernes Wesen aus, halb Lindwurm, halb Krokodil, den Schmeckenden Wurm, denn schmecken hieß damals riechen; nach ihm ist ein Hof dieser Runde benannt. Und die Steindlgasse heißt nach dem Schild Zum Steindl. Das nehme ich persönlich.

    Quellen: www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at, www.geschichtewiki.wien.gv.at

Gassenwörter

Was auf den Schildern steht.

Gasse
Das normale Wort für Straße, und der größte Teil dieser Runde endet darauf. Die alten Namen sagen, wer dort gearbeitet hat: Naglergasse nach den Nadlern, Färbergasse nach den Färbern, Kramergasse nach den Kramläden. Die kürzeste Gasse der ganzen Stadt liegt auch auf dieser Runde: die Irisgasse, siebzehneinhalb Meter. Die ist vorbei, bevor ich weiß, wie sie schmeckt.
Stiege, Steig, Steg
Eine Treppe, ein Anstieg, ein schmaler Weg am Wasser. Die Altstadt sitzt auf einer Terrasse, und wo der Boden abfällt, kommen Stufen: Fischerstiege, Ruprechtsstiege, Marienstiege, Hafnersteig, Rabensteig, Mölker Steig, Lichtensteg. Über die Fischerstiege trugen Schiffsleute den Fang herauf in die Stadt. Eine nützlichere Treppe kenne ich nicht.
Hof
Ein Innenhof, der als Straße zählt: Haarhof, Ledererhof, Schulhof, Steyrerhof, Trattnerhof, Zwettlhof, Fischhof, Heiligenkreuzerhof, Schmeckender-Wurm-Hof. Ein Zimmer ohne Dach, in das eine Gasse hineinläuft und dann aufhört.
Bastei
Eine Bastei der Stadtbefestigung. Coburgbastei, Dominikanerbastei, Mölker Bastei, Schottenbastei, Stubenbastei. Die Befestigung ist weg, die Namen halten die Linie, und darum liegen alle fünf am Rand dieser Runde und nicht irgendwo Vernünftigem.
Markt
Ein Marktplatz, und davon gibt es hier fünf: Hoher Markt, Fleischmarkt, Bauernmarkt, Wildpretmarkt, Neuer Markt. Der Hohe Markt ist der älteste; 1282 wurde dort der Fischmarkt der Stadt gehalten. Der Fleischmarkt ist ab 1220 belegt und verkaufte, was draufsteht. An einer Seite des Bauernmarkts ging es um das Huhn. Fünf Namen dieser Runde sind Lebensmittel. So etwas fällt mir auf.
Platz
Ein Platz. Die alten heißen nach dem, was auf ihnen steht: Petersplatz, Michaelerplatz, Judenplatz, Franziskanerplatz. Die neuen heißen nach Leuten, die nie auf ihnen gestanden sind: Georg-Coch-Platz, Julius-Raab-Platz, Theodor-Herzl-Platz, Herbert-von-Karajan-Platz. Am Namen erkennst du das Alter.

Die Größe

Eine Altstadt, ausgemessen.

Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 239Gassen
  • 2.774Punkte
  • 43,3km Gasse
  • 55,2km zu Fuß
  • 15,8Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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