Cobble Gobble

ENDE

Österreich · Altstadt

Salzburg

Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Salzburg: jede Gasse an einem Tag.

Jede Gasse auf der Karte.

Jede Gasse in der Altstadt von Salzburg ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Auf einen Blick

Bevor du losgehst.

Strecke
27,1 km
Dauer
etwa 7,5 Stunden
Gassen
98
Stufen
10 Gassen mit Stufen
Startpunkt
Salzburger Dom
Handy beim Gehen nötig
nein
Offline nutzbar
ja
Läuft ab
nie

Die Altstadt

Jede Gasse, gezeichnet.

Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Salzburger Dom 1.500 Punkte

    Von drei Seiten begegnest du ihm, bevor du davorstehst, denn der offene Stein legt sich ringsherum. Komm durch die Bögen von Süden her, nicht über das Pflaster: Er trifft härter, wenn du vorher im Schatten warst. Drinnen dann nach oben schauen. Hauptgang.

  • Haus für Mozart 500 Punkte

    Das ganze Festspielviertel steckt im Fels, und das hier ist der Teil davon, unter dem du ohne Karte stehen darfst. Geh in den Hof am Fuß der Wand: auf der einen Seite senkrechter Stein, auf der anderen Türen, dazwischen eine Treppe, die an der Wand hinaufführt. Im Sommer gehört der Hof allen. Im Winter mir.

  • Mozarts Geburtshaus 500 Punkte

    Gelb, schmal, und in der belebtesten Straße dieses Ufers nicht zu übersehen. Stell dich nicht gleich an. Tritt zurück auf das Pflaster und schau nach oben: Die Schilder hängen an schmiedeeisernen Auslegern weit hinaus, weil die Bauten zu dünn waren, um Breite an Buchstaben zu verschwenden. Dann geh hinein. Ich bleibe draußen bei den Eisen.

  • Museum der Moderne 500 Punkte

    Der schlichteste Kasten in der Silhouette, abgestellt auf dem Grat über dem linken Ufer wie ein weißes Brot, das jemand hingelegt und vergessen hat. Zwei Wege hinauf: der schnelle und der Fußweg, der dich in zwanzig Minuten den Hang hinaufbringt. Nimm den Fußweg. Der Weg am Grat führt direkt am Eingang vorbei, und die Aussicht von dort kostet nichts.

  • Schloss Mirabell 500 Punkte

    Bleib nicht am Gitter stehen. Der eigentliche Grund ist der Garten: Von der obersten Stufe aus fällt der Fels drüben genau in die Lücke zwischen den Hecken, und das hat vor langer Zeit jemand so eingerichtet. Danach hinein und die Treppe suchen. Auf ihr wimmelt es von kleinen steinernen Figuren, sie ist das Übertriebenste auf dieser Flussseite, und darauf zu stehen kostet nichts.

  • Hettwerbastei 250 Punkte

    Ein Absatz auf halber Höhe am ruhigen Ufer, und eine der wenigen erhöhten Stellen hier, die nichts kostet und keine Schlange hat. Der Aufstieg dorthin ist kurz und unfreundlich. Dafür breitet sich das gegenüberliegende Ufer flach vor dir aus, zuerst die Dächer, und ganz oben sitzt die Festung wie ein Deckel darauf.

  • Kajetanerplatz 250 Punkte

    Das östliche Ende des linken Ufers, wo die Menge endlich dünner wird und das Pflaster breiter. Die meisten kehren vorher um, und genau deshalb empfehle ich es. Nimm eine leere Flasche mit. Es hat einen Grund, und den behalte ich für mich.

  • Makartplatz 250 Punkte

    Ein weiter offener Raum am rechten Ufer, den die meisten im Vorbeigehen überqueren. Bleib in der Mitte kurz stehen. Eine Seite wird von einer Kirche geschlossen, deren Front nach innen schwingt statt nach außen, und das ist eine teure Art, einen Raum zuzumachen. An der Haltestelle schaut sie keiner an. Ich schon.

  • Mozartsteg 250 Punkte

    So eng, dass zwei Leute in der Mitte höflich werden müssen, und die Mitte ist genau der Ort zum Anhalten. Von dort reiht sich die Silhouette des linken Ufers auf einmal auf, und was unter dir hindurchzieht, ist das Schnellste in dieser Stadt. Dann weiter. Fließendes Wasser unter einem Weg ändert die Konsistenz, und das merke ich.

  • Müllner Kirche 250 Punkte

    Die nördliche Spitze dieser Runde, und ein ordentlicher Weg dorthin. Nimm den Pfad am Wasser statt die Straße: Der Turm taucht zwischen den Bäumen auf und wieder weg, den ganzen Weg lang, was für etwas Unbewegliches ein guter Trick ist. Ganz oben bist du deutlich über den Dächern, und alles, was du gegangen bist, liegt flach hinter dir.

  • Sebastianskirche 250 Punkte

    Die belebteste Einkaufsstraße dieser Flussseite hat eine unscheinbare Tür, die fast niemand benutzt. Geh hindurch. Dahinter hört der Lärm schlagartig auf, es wachsen Bäume, und in der Mitte ein kleiner Kuppelbau, innen über und über mit farbigen Kacheln ausgelegt. Zwei Minuten Umweg. Nimm sie dir.

Essen

Echtes Essen.

Vom Teller hier stammt fast nichts aus der Stadt selbst. Es kam die Täler herunter. Rinder aus dem Pinzgau, Lämmer von den Tennengauer Weiden, Erdäpfel und Roggen aus einem Becken auf tausend Metern, Gemüse mit dem Fuhrwerk aus der Ebene unter dem Untersberg. Die Stadt lag dort, wo sich die Straßen kreuzten, und ihre Fürsterzbischöfe hielten sich eine Hofküche, die einfache Dinge mit Absicht verfeinerte. Ihre berühmteste Speise sind drei gebräunte Hügel aus geschlagenem Eiklar. Eine Speisekammer aus den Bergen, mit einer sehr guten Stube vorne dran.

Fleisch und Fisch

  • Pinzgauer Rind

    Eine Bergrasse aus den Hohen Tauern, deren Vorfahren das Register um 800 vor Christus mit den Kelten in diese Täler kommen lässt. Gehalten wurde sie für drei Aufgaben gleichzeitig: Milch, Fleisch und Zugkraft. Die Zugochsen hatten hier sogar einen eigenen Namen, Übertäuerer, die über die Tauern gehen. Ich war noch nie über einen Pass und habe das auch nicht vor.

    Frag nach, ob es Original Pinzgauer ist. Die alte Zuchtrichtung ist eine anerkannt gefährdete Rasse, und auf der Karte steht nicht immer, welches Rind gemeint ist.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Tennengauer Berglamm

    Lamm aus dem Tennengau, dem Bezirk flussaufwärts Richtung Hallein, höchstens sechs Monate alt und entsprechend mild. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war das Schaf auf den hohen Höfen hier das wichtigste Tier, in einer Wirtschaftsform namens Schwaigen, die die Landesherren im 12. Jahrhundert selbst eingerichtet haben. Seit achthundert Jahren treibt hier jemand Tiere dieses Tal hinauf. Ich nenne das ein ordentliches Lebenswerk.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Seesaibling

    Saibling aus den kalten Alpenseen Österreichs, fest und feinfaserig, mit einem mineralischen Eigengeschmack, den das Register eigens festhält. Er steht tief, und deshalb aß ihn jahrhundertelang der Adel und sonst niemand. An die Leute kam er erst, als die Angelschnur dünn genug wurde, um im Wasser unsichtbar zu sein. Ein Fisch, den die Physik geschützt hat und nicht das Gesetz.

    Frag, aus welchem See er kommt. Im Wolfgangsee wurden 1957 noch fünftausend Kilo gefangen, zwanzig Jahre später hundertachtzig, und heute halten Besatzmaßnahmen die Bestände.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

Vegetarisch

  • Salzburger Nockerln

    Eier, Zucker und Mehl, und das meiste davon ist Eiklar. Drei Spitzen, goldbraun gebacken, unter reichlich Staubzucker begraben und auf einer Silberplatte hereingetragen, geformt nach den verschneiten Hausbergen ringsum. Eiweiß steif zu schlagen setzte sich in den Küchen hier erst nach 1700 durch. Also eine junge Speise, die eine sehr überzeugende alte gibt.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Pinzgauer Kaspressknödel

    Getrocknete Brotwürfel, Zwiebel, Petersilie, Ei und reichlich Käse aus der Gegend, nicht rund gerollt, sondern flach gedrückt und in Butter herausgebacken. Drücken heißt im Dialekt pressen, daher der Name. Im Pinzgau waren Dienstag, Donnerstag und Sonntag Knödeltage, also drei Tage die Woche, an denen die Karte schon feststand.

    Eine Pressknödelmahlzeit hat hier zwei Hälften, eine zu Wasser und eine zu Lande. Verlang sie zu Lande, dann kommt grüner Salat statt Suppe.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Salzkammergut Käse

    Käse von den Seen und Almen östlich der Stadt, und die Milch ist das ganze Argument: Das Register führt den Geschmack auf die Almpflanzen zurück, in denen die Tiere stehen. Er war außerdem Geld. 1390 zahlten die Höfe dort ihren Grundzins in Käse, bis zu zwölf Laibchen zu einem Pfund, jeden Sonntag von April bis September. Ein Zins, den man essen kann. Die ganze Regelung gefällt mir.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

Vegan

  • Lungauer Eachtling

    Eachtling heißt im Lungau die Kartoffel, angebaut in einem abgeschlossenen Alpenbecken auf etwa tausend Metern. Sie kam spät und war nicht willkommen. Das Register berichtet, die Bauernsöhne seien nach sechs Jahren Militärdienst daran gewöhnt heimgekommen, und damit war der Streit erledigt. Bis dahin standen auf diesen Äckern Bohnen. Heute sind achtzig Hektar übrig, 1959 waren es dreihundertsechsundsechzig, und fast drei Viertel davon werden biologisch bewirtschaftet.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Lungauer Tauernroggen

    Ein Winterroggen, seit 1924 für den Lungau gezüchtet, ab 1933 in Zuchtgärten bei sieben Bergbauern zwischen elfhundert und dreizehnhundertfünfzig Metern. Roggen holt sich den Pollen aus dem Wind, für eine sortenreine Ernte darf also weit und breit kein anderer Roggen stehen. Das Mehl bleibt bis heute fast ganz in den Höfen, die ihn angebaut haben. Ein Getreide, das kaum je von zu Hause wegkommt. Ich verstehe es voll und ganz.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

  • Walser Gemüse

    Gemüse aus der Ebene westlich der Stadt, zwischen den Häusern und dem Untersberg. Schriftlich taucht der Anbau 1576 auf, in einem Übergabevertrag, der bis heute im Archiv der Abtei liegt. 1907 baten die Lehrer von Wals das k. u. k. Ministerium, den schulfreien Tag vom Donnerstag auf den Samstag zu verlegen, weil sechsundsiebzig Bauern ihre Ware zum Markt bringen mussten und dafür ihre Kinder brauchten. Das Ministerium sagte nein. Fünfzig der sechsundsiebzig lieferten in diese Stadt.

    Quellen: Register der Traditionellen Lebensmittel (BMLUK)

Spätes Frühstück

  • MA MAKERS wegen einer Sache hin: der hausgemachte Cardamom Bun

    Kaigasse 26

    Kaigasse, im Kaiviertel. Ein kleines, klar eingerichtetes Nachbarschaftscafé, in dem das ganze Gebäck aus der eigenen Küche kommt, und ein Kaffeeschreiber nennt den Cardamom Bun das Highlight. Käse und Butter kommen von Höflmaier, die Eier sind bio, und das Frühstück richtet sich nach der Saison, bis zwei. Der Kardamom hat einen weiten Weg bis in die Kaigasse hinter sich. Gelandet ist er in einem guten Teig.

    • Mo09:00–18:00
    • Digeschlossen
    • Mi09:00–18:00
    • Do09:00–18:00
    • Fr09:00–18:00
    • Sa09:00–18:00
    • So09:00–18:00

    Dienstag ist Ruhetag. Frühstück gibt es bis zwei am Nachmittag.

    Quellen: Falstaff, Salzburger Nachrichten, MeinBezirk Salzburg-Stadt, 1000things, Christof Strauss

  • Café Fingerlos wo die Leute hier hingehen

    Franz-Josef-Straße 9

    Franz-Josef-Straße, ein paar Straßen vom Schloss Mirabell. Café, Patisserie und Konditorei in einem, und ein Stadtblog schreibt, das Frühstück hier war schon in aller Munde, als die meisten Leute ihre erste Mahlzeit noch zuhause gegessen haben. Der Kaffee ist bio und Fairtrade, von der Rösterei Afro Coffee. Beim Frühstück war das Haus früh dran. Bei keiner Mahlzeit lohnt sich das mehr.

    • Mogeschlossen
    • Di07:30–19:30
    • Mi07:30–19:30
    • Do07:30–19:30
    • Fr07:30–19:30
    • Sa07:30–19:30
    • So07:30–19:30

    Montags geschlossen, außer im August.

    Quellen: Fräulein Flora

Kaffee am Nachmittag

  • Kaffee Alchemie wegen einer Sache hin: der handgebrühte Filterkaffee

    Rudolfskai 38

    Rudolfskai, an der Uferstraße am südlichen Ende der Altstadt. Die Röstungen wechseln und kommen von kleinen europäischen Röstereien, jede mit einer genauen Methode in die Tasse gebracht, und mehr als zehn Single Origins stehen zur Wahl. Ein Stadtblog nennt es das Urgestein an der Salzach. Zehn Herkünfte, und jede wartet brav auf ihren langsamen Aufguss.

    • Mo07:30–18:00
    • Di07:30–18:00
    • Mi07:30–18:00
    • Do07:30–18:00
    • Fr07:30–18:00
    • Sa09:00–18:00
    • So09:00–18:00

    Quellen: Falstaff, European Coffee Trip, Fräulein Flora, Christof Strauss

  • Röstzimmer 15 wo die Leute hier hingehen

    Wolf-Dietrich-Straße 15

    Wolf-Dietrich-Straße, im Andräviertel. Eine kleine Rösterei mit eingebautem Café, und die große Röstmaschine steht hinten im Raum. In der Tasse landet die eigene Marke des Hauses, gleich dort geröstet. Hinten geröstet, vorne eingeschenkt. Kürzer hat es eine Bohne in dieser Stadt kaum.

    • Mo09:15–16:00
    • Di09:15–16:00
    • Mi09:15–16:00
    • Do09:15–16:00
    • Fr09:15–16:00
    • Sageschlossen
    • Sogeschlossen

    Nur unter der Woche offen, und um vier am Nachmittag ist Schluss.

    Quellen: Salzburger Nachrichten, MeinBezirk Salzburg-Stadt

Abendessen

  • Gasthaus Hinterbrühl schon lange da

    Schanzlgasse 12

    Schanzlgasse, gegenüber vom alten Gefängnis. 1380 wurde das Haus zum ersten Mal als Gasthaus erwähnt. Gekocht wird österreichisch mit einem Blick ans Mittelmeer: Schweinsbraten frisch aus dem Ofen, Salzburger Bratwurst, Preise im Mittelfeld. Warm gehalten wird diese Ecke schon sehr lange. Heute übernimmt das der Ofen.

    • Mo11:30–22:00
    • Digeschlossen
    • Migeschlossen
    • Do11:30–22:00
    • Fr11:30–22:00
    • Sa11:30–22:00
    • So11:30–22:00

    Quellen: Falstaff, gast.at, Fräulein Flora, Servus

  • Krimpelstätter wo die Leute hier hingehen

    Müllner Hauptstraße 31

    Müllner Hauptstraße, in Mülln. Salzburger Hausmannskost mit einem Dreh, Vegetarisches auf der Karte, fair im Preis, und dahinter ein Gastgarten, den der Guide schön nennt. Ein Salzburger Stadtblog nennt das Haus den Inbegriff einer traditionellen Gaststätte. Hausmannskost mit Dreh. Genau so viel Dreh, wie Hausmannskost verträgt.

    • Mogeschlossen
    • Di11:00–23:00
    • Mi11:00–23:00
    • Do11:00–23:00
    • Fr11:00–23:00
    • Sa11:00–23:00
    • Sogeschlossen

    Die letzte Bestellung nimmt die Küche um halb neun am Abend. Sonntag, Montag und an Feiertagen ist zu.

    Quellen: Falstaff, Fräulein Flora

Stand 3. Oktober 2026.

Mit Kindern

Kurze Beine, großer Hunger.

Die Gassen hier sind voller Punkte zum Einsammeln, und ein Kind auf der Jagd vergisst, müde zu sein. Hier ist eine kurze Runde für die Kleinsten.

Die Runde
Schloss Mirabell, Mozartsteg, Kajetanerplatz, Salzburger Dom, Mozarts Geburtshaus, und zurück zum Start
Strecke
3,1 km
Dauer
etwa 60 Minuten Gehzeit im Kindertempo (3 km/h)
Stufen
Mirabellplatz
Spielplätze
1 nahe der Runde
Öffentliche Toiletten
7 nahe der Runde, 5 mit Wickeltisch
Trinkwasser
14 nahe der Runde
Eis
10 nahe der Runde

Nahe der Runde heißt im Umkreis von 150 m, gezählt aus OpenStreetMap, © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Herkunft des Namens

Warum es Salzburg heißt.

Das Salz hat den Namen gemacht. Der Bischof hier war seit dem Ende des 7. Jahrhunderts größter Anteilsnehmer der Saline in Reichenhall, und ein paar Jahrzehnte später hieß die Stadt auf Deutsch nach der Ware. Davor hieß sie Iuvavum, keltisch und ungenießbar. Um 755 steht Salzburg zum ersten Mal geschrieben, und seither hat niemand mehr daran gerührt. Eine ganze Stadt, benannt nach einem Gewürz. Damit komme ich zurecht.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de; austria-forum.org

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Angefangen haben hier alle oben. Die Kelten saßen auf Kapuzinerberg, Rainberg, Bürglstein und Festungsberg, was einleuchtet, wenn man vor allem seine Ruhe will. Mit den Römern, ab 15 v. Chr., wurden die Höhen geräumt und unten am linken Ufer eine Stadt gebaut. Ein Berg ist sicher, ein Ufer bringt Geld. Das Tal weitet sich hier am Nordrand der Alpen zu einem Becken, mitten hindurch das Wasser, ringsum die Berge. Deshalb hat diese Runde zwei Hälften und dazwischen einen Übergang.

Quellen: austria-forum.org; www.bda.gv.at

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

Zweimal, und beim zweiten Mal aus den Resten des ersten. Rom baute unten in der Ebene Iuvavum, und um das Jahr 45 gab Kaiser Claudius der Siedlung das Munizipalrecht. Dann zerfiel die römische Verwaltung, das Tal leerte sich, und zweihundert Jahre lang war hier wenig los. Um 696 kam ein Bischof namens Rupert, der Baiernherzog schenkte ihm die Reste der Römerstadt, und er gründete darin das Kloster Sankt Peter. Eine Stadt aus zweiter Hand. Hat trotzdem gehalten.

Quellen: austria-forum.org

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

45–500

Rom. Die Stadt unten in der Ebene hatte ab etwa dem Jahr 45 das Munizipalrecht und lag vier Jahrhunderte lang in der Provinz Noricum. Dann zerfiel die Verwaltung. Im späten 5. Jahrhundert sind hier eine Christengemeinde und ein Kloster bezeugt, und ein Teil der alten Bevölkerung zog schlicht wieder hinauf auf die befestigte Terrasse über der Stadt, also dorthin, wo das Ganze angefangen hatte.

Quellen: austria-forum.org

739–1803

Die Bischöfe, und dann die Bischöfe als Fürsten. 739 wurde Salzburg Bischofssitz, 798 zum Erzbistum erhoben. Danach brauchten die Herren fünfhundert Jahre, um aus einem Bistum ein Land zu machen: 1278 bestätigte ein König ihre Gerichtsbarkeit, 1328 erließen sie ein eigenes Gesetz für ihr Herrschaftsgebiet, und 1342 schrieb ein Erzbischof zum ersten Mal von seinem Land. Entschieden wurde davon nichts unten in den Gassen.

Quellen: austria-forum.org; www.historisches-lexikon-bayerns.de

1803–1816

Dreizehn Jahre, vier Besitzer. Die Säkularisation 1803 beendete das Fürsterzstift und machte Salzburg zur Residenzstadt eines Kurfürstentums. 1805 kam es zum Kaisertum Österreich, 1810 nahm Bayern es in Besitz, und 1816 gab der Vertrag von München es an Österreich zurück. In dieser Zeit wechselten ganze Länder über diesem Tal den Eigentümer, schneller, als eine Gasse eine Stufe austritt.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de

1816–

Österreich, endlich, und langsam. Der Titel lautete ab 1816 Herzogtum Salzburg, doch jahrzehntelang war es nur ein Kreis des Nachbarlandes, mit den übergeordneten Behörden in Linz. 1850, faktisch 1861, wurde daraus ein eigenes Kronland, und 1869 bekam die Stadt ein eigenes Statut. Seit November 1918 ist Salzburg ein Bundesland, und die Stadt, in der ich liege, ist seine Hauptstadt.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de; austria-forum.org

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Auf Rot eine silberne Zinnenmauer, das Stadttor mit offenen Torflügeln, dahinter drei Türme mit goldenen Dächern. Der mittlere ist breiter und höher als die beiden seitlichen, und genau darum geht es. Das Wappen geht auf ein Stadtsiegel zurück, das hier seit 1249 belegt ist, und dessen hoher Mittelturm ist der Rathausturm. Nicht der Dom. Nicht die Festung. In einer Stadt, die tausend Jahre lang Erzbischöfen gehörte, setzten die Bürger ihr eigenes Dach aufs Schild und ließen das Tor weit offen stehen. Das offene Tor gefällt mir am besten.

Quellen: www.ris.bka.gv.at; wiki.sn.at

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Die großen Plätze um den Dom sind kein Geschenk. Es sind Lücken. Erzbischof Wolf Dietrich wollte aus der engen spätgotischen Stadt ein deutsches Rom machen, und für die Plätze ließ er fünfundfünfzig Bürgerhäuser abreißen. Wer aus den schmalen Gassen auf diesen offenen Stein tritt, verlässt die Bürgerstadt und betritt die Bischofsstadt. Zwei Städte, eine Altstadt. Die Naht dazwischen schmecke ich heraus.

    Quellen: austria-forum.org; www.bda.gv.at

  2. 996 verlieh der Kaiser dieser Stadt drei Rechte auf einmal: Markt halten, Maut nehmen, eigene Münzen schlagen. Drei verschiedene Arten, an Leuten zu verdienen, die vorbeigehen. Ich habe genau eine, und sie dauert länger als alle drei zusammen.

    Quellen: austria-forum.org

  3. Zwei Mauerringe gab es hier, den ersten vom 11. bis ins 13. Jahrhundert, den zweiten von 1465 bis 1480, dazu ab den 1620er Jahren einen weiteren Gürtel an Werken. 1860 hörte die Gesamtstadt auf, als Festung zu gelten, und 1866 schenkte der Kaiser der Stadtgemeinde die Werke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzertor. Von 1867 bis 1874 kamen sie herunter, und der Stein blieb da: Er ging in die Salzachregulierung und in die Kanalisation. Eine Stadt, die ihre eigene Mauer aufgegessen hat. Von so einer lerne ich noch etwas.

    Quellen: www.stadt-salzburg.at; wiki.sn.at

Gassenwörter

Was auf den Schildern steht.

Gasse
Eine Gasse ist hier das normale Wort für eine Straße. Getreidegasse, Goldgasse, Judengasse, Steingasse, Brodgasse, Pfeifergasse. Zähl die Namen auf -gasse und du hast fast den ganzen Tag beisammen.
Gässchen
Dasselbe, nur kleiner gemacht. Badergässchen, Döllerergässchen, Königsgässchen, Sterngässchen. Wenn eine Gasse hier zu eng für eine Gasse ist, bekommt sie eine Verkleinerungsform statt mehr Platz.
Passage
Ein Weg mitten durch ein Haus hindurch, und davon ist diese Stadt durchlöchert. Azwanger Passage, Fabrizi Passage, Aula Passage, Rathauspassage, Schmuckpassage, dazu das Schatz Durchhaus, das dasselbe schlichter sagt. Der Häuserblock ist die Mauer, die Passage ist der Biss hindurch.
Stiege
Eine Treppe, die als Straße zählt. Imbergstiege, Nonnbergstiege, Michael-Haydn-Stiege, Alma-Rosé-Stiege. Der Boden steigt hier an beiden Rändern an, ein Teil dieser Runde steht also senkrecht. Auf Treppen liegen auch Punkte.
Kai
Das befestigte Ufer am Wasser, gemauert und gepflastert, nachdem der Fluss begradigt war. Elisabethkai, Franz-Josef-Kai, Giselakai, Rudolfskai. Eine einzige Kaiserfamilie hat sich alle vier geteilt. Sparsam.
Steg
Ein Steg ist für Füße, eine Brücke muss Autos tragen. Müllnersteg, Marko-Feingold-Steg. Auf dieser Runde sind die Stege die schönen Übergänge, und die Staatsbrücke ist die laute.

Die Größe

An einem Tag zu schaffen: Salzburg in Zahlen.

Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 98Gassen
  • 1.421Punkte
  • 21,8km Gasse
  • 27,1km zu Fuß
  • 7,5Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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