Österreich · Altstadt
Salzburg
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Salzburg ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Salzburger Dom 1.500 Punkte
Von drei Seiten begegnest du ihm, bevor du davorstehst, denn der offene Stein legt sich ringsherum. Komm durch die Bögen von Süden her, nicht über das Pflaster: Er trifft härter, wenn du vorher im Schatten warst. Drinnen dann nach oben schauen. Hauptgang.
Haus für Mozart 500 Punkte
Das ganze Festspielviertel steckt im Fels, und das hier ist der Teil davon, unter dem du ohne Karte stehen darfst. Geh in den Hof am Fuß der Wand: auf der einen Seite senkrechter Stein, auf der anderen Türen, dazwischen eine Treppe, die an der Wand hinaufführt. Im Sommer gehört der Hof allen. Im Winter mir.
Mozarts Geburtshaus 500 Punkte
Gelb, schmal, und in der belebtesten Straße dieses Ufers nicht zu übersehen. Stell dich nicht gleich an. Tritt zurück auf das Pflaster und schau nach oben: Die Schilder hängen an schmiedeeisernen Auslegern weit hinaus, weil die Bauten zu dünn waren, um Breite an Buchstaben zu verschwenden. Dann geh hinein. Ich bleibe draußen bei den Eisen.
Museum der Moderne 500 Punkte
Der schlichteste Kasten in der Silhouette, abgestellt auf dem Grat über dem linken Ufer wie ein weißes Brot, das jemand hingelegt und vergessen hat. Zwei Wege hinauf: der schnelle und der Fußweg, der dich in zwanzig Minuten den Hang hinaufbringt. Nimm den Fußweg. Der Weg am Grat führt direkt am Eingang vorbei, und die Aussicht von dort kostet nichts.
Schloss Mirabell 500 Punkte
Bleib nicht am Gitter stehen. Der eigentliche Grund ist der Garten: Von der obersten Stufe aus fällt der Fels drüben genau in die Lücke zwischen den Hecken, und das hat vor langer Zeit jemand so eingerichtet. Danach hinein und die Treppe suchen. Auf ihr wimmelt es von kleinen steinernen Figuren, sie ist das Übertriebenste auf dieser Flussseite, und darauf zu stehen kostet nichts.
Hettwerbastei 250 Punkte
Ein Absatz auf halber Höhe am ruhigen Ufer, und eine der wenigen erhöhten Stellen hier, die nichts kostet und keine Schlange hat. Der Aufstieg dorthin ist kurz und unfreundlich. Dafür breitet sich das gegenüberliegende Ufer flach vor dir aus, zuerst die Dächer, und ganz oben sitzt die Festung wie ein Deckel darauf.
Kajetanerplatz 250 Punkte
Das östliche Ende des linken Ufers, wo die Menge endlich dünner wird und das Pflaster breiter. Die meisten kehren vorher um, und genau deshalb empfehle ich es. Nimm eine leere Flasche mit. Es hat einen Grund, und den behalte ich für mich.
Makartplatz 250 Punkte
Ein weiter offener Raum am rechten Ufer, den die meisten im Vorbeigehen überqueren. Bleib in der Mitte kurz stehen. Eine Seite wird von einer Kirche geschlossen, deren Front nach innen schwingt statt nach außen, und das ist eine teure Art, einen Raum zuzumachen. An der Haltestelle schaut sie keiner an. Ich schon.
Mozartsteg 250 Punkte
So eng, dass zwei Leute in der Mitte höflich werden müssen, und die Mitte ist genau der Ort zum Anhalten. Von dort reiht sich die Silhouette des linken Ufers auf einmal auf, und was unter dir hindurchzieht, ist das Schnellste in dieser Stadt. Dann weiter. Fließendes Wasser unter einem Weg ändert die Konsistenz, und das merke ich.
Müllner Kirche 250 Punkte
Die nördliche Spitze dieser Runde, und ein ordentlicher Weg dorthin. Nimm den Pfad am Wasser statt die Straße: Der Turm taucht zwischen den Bäumen auf und wieder weg, den ganzen Weg lang, was für etwas Unbewegliches ein guter Trick ist. Ganz oben bist du deutlich über den Dächern, und alles, was du gegangen bist, liegt flach hinter dir.
Sebastianskirche 250 Punkte
Die belebteste Einkaufsstraße dieser Flussseite hat eine unscheinbare Tür, die fast niemand benutzt. Geh hindurch. Dahinter hört der Lärm schlagartig auf, es wachsen Bäume, und in der Mitte ein kleiner Kuppelbau, innen über und über mit farbigen Kacheln ausgelegt. Zwei Minuten Umweg. Nimm sie dir.
Herkunft des Namens
Warum es Salzburg heißt.
Das Salz hat den Namen gemacht. Der Bischof hier war seit dem Ende des 7. Jahrhunderts größter Anteilsnehmer der Saline in Reichenhall, und ein paar Jahrzehnte später hieß die Stadt auf Deutsch nach der Ware. Davor hieß sie Iuvavum, keltisch und ungenießbar. Um 755 steht Salzburg zum ersten Mal geschrieben, und seither hat niemand mehr daran gerührt. Eine ganze Stadt, benannt nach einem Gewürz. Damit komme ich zurecht.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de, austria-forum.org
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Angefangen haben hier alle oben. Die Kelten saßen auf Kapuzinerberg, Rainberg, Bürglstein und Festungsberg, was einleuchtet, wenn man vor allem seine Ruhe will. Mit den Römern, ab 15 v. Chr., wurden die Höhen geräumt und unten am linken Ufer eine Stadt gebaut. Ein Berg ist sicher, ein Ufer bringt Geld. Das Tal weitet sich hier am Nordrand der Alpen zu einem Becken, mitten hindurch das Wasser, ringsum die Berge. Deshalb hat diese Runde zwei Hälften und dazwischen einen Übergang.
Quellen: austria-forum.org, www.bda.gv.at
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
Zweimal, und beim zweiten Mal aus den Resten des ersten. Rom baute unten in der Ebene Iuvavum, und um das Jahr 45 gab Kaiser Claudius der Siedlung das Munizipalrecht. Dann zerfiel die römische Verwaltung, das Tal leerte sich, und zweihundert Jahre lang war hier wenig los. Um 696 kam ein Bischof namens Rupert, der Baiernherzog schenkte ihm die Reste der Römerstadt, und er gründete darin das Kloster Sankt Peter. Eine Stadt aus zweiter Hand. Hat trotzdem gehalten.
Quellen: austria-forum.org
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 45–500
Rom. Die Stadt unten in der Ebene hatte ab etwa dem Jahr 45 das Munizipalrecht und lag vier Jahrhunderte lang in der Provinz Noricum. Dann zerfiel die Verwaltung. Im späten 5. Jahrhundert sind hier eine Christengemeinde und ein Kloster bezeugt, und ein Teil der alten Bevölkerung zog schlicht wieder hinauf auf die befestigte Terrasse über der Stadt, also dorthin, wo das Ganze angefangen hatte.
Quellen: austria-forum.org
- 739–1803
Die Bischöfe, und dann die Bischöfe als Fürsten. 739 wurde Salzburg Bischofssitz, 798 zum Erzbistum erhoben. Danach brauchten die Herren fünfhundert Jahre, um aus einem Bistum ein Land zu machen: 1278 bestätigte ein König ihre Gerichtsbarkeit, 1328 erließen sie ein eigenes Gesetz für ihr Herrschaftsgebiet, und 1342 schrieb ein Erzbischof zum ersten Mal von seinem Land. Entschieden wurde davon nichts unten in den Gassen.
Quellen: austria-forum.org, www.historisches-lexikon-bayerns.de
- 1803–1816
Dreizehn Jahre, vier Besitzer. Die Säkularisation 1803 beendete das Fürsterzstift und machte Salzburg zur Residenzstadt eines Kurfürstentums. 1805 kam es zum Kaisertum Österreich, 1810 nahm Bayern es in Besitz, und 1816 gab der Vertrag von München es an Österreich zurück. In dieser Zeit wechselten ganze Länder über diesem Tal den Eigentümer, schneller, als eine Gasse eine Stufe austritt.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de
- 1816–
Österreich, endlich, und langsam. Der Titel lautete ab 1816 Herzogtum Salzburg, doch jahrzehntelang war es nur ein Kreis des Nachbarlandes, mit den übergeordneten Behörden in Linz. 1850, faktisch 1861, wurde daraus ein eigenes Kronland, und 1869 bekam die Stadt ein eigenes Statut. Seit November 1918 ist Salzburg ein Bundesland, und die Stadt, in der ich liege, ist seine Hauptstadt.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de, austria-forum.org
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Auf Rot eine silberne Zinnenmauer, das Stadttor mit offenen Torflügeln, dahinter drei Türme mit goldenen Dächern. Der mittlere ist breiter und höher als die beiden seitlichen, und genau darum geht es. Das Wappen geht auf ein Stadtsiegel zurück, das hier seit 1249 belegt ist, und dessen hoher Mittelturm ist der Rathausturm. Nicht der Dom. Nicht die Festung. In einer Stadt, die tausend Jahre lang Erzbischöfen gehörte, setzten die Bürger ihr eigenes Dach aufs Schild und ließen das Tor weit offen stehen. Das offene Tor gefällt mir am besten.
Quellen: www.ris.bka.gv.at, wiki.sn.at
Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Die großen Plätze um den Dom sind kein Geschenk. Es sind Lücken. Erzbischof Wolf Dietrich wollte aus der engen spätgotischen Stadt ein deutsches Rom machen, und für die Plätze ließ er fünfundfünfzig Bürgerhäuser abreißen. Wer aus den schmalen Gassen auf diesen offenen Stein tritt, verlässt die Bürgerstadt und betritt die Bischofsstadt. Zwei Städte, eine Altstadt. Die Naht dazwischen schmecke ich heraus.
Quellen: austria-forum.org, www.bda.gv.at
996 verlieh der Kaiser dieser Stadt drei Rechte auf einmal: Markt halten, Maut nehmen, eigene Münzen schlagen. Drei verschiedene Arten, an Leuten zu verdienen, die vorbeigehen. Ich habe genau eine, und sie dauert länger als alle drei zusammen.
Quellen: austria-forum.org
Zwei Mauerringe gab es hier, den ersten vom 11. bis ins 13. Jahrhundert, den zweiten von 1465 bis 1480, dazu ab den 1620er Jahren einen weiteren Gürtel an Werken. 1860 hörte die Gesamtstadt auf, als Festung zu gelten, und 1866 schenkte der Kaiser der Stadtgemeinde die Werke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzertor. Von 1867 bis 1874 kamen sie herunter, und der Stein blieb da: Er ging in die Salzachregulierung und in die Kanalisation. Eine Stadt, die ihre eigene Mauer aufgegessen hat. Von so einer lerne ich noch etwas.
Quellen: www.stadt-salzburg.at, wiki.sn.at
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- Gasse
- Eine Gasse ist hier das normale Wort für eine Straße. Getreidegasse, Goldgasse, Judengasse, Steingasse, Brodgasse, Pfeifergasse. Zähl die Namen auf -gasse und du hast fast den ganzen Tag beisammen.
- Gässchen
- Dasselbe, nur kleiner gemacht. Badergässchen, Döllerergässchen, Königsgässchen, Sterngässchen. Wenn eine Gasse hier zu eng für eine Gasse ist, bekommt sie eine Verkleinerungsform statt mehr Platz.
- Passage
- Ein Weg mitten durch ein Haus hindurch, und davon ist diese Stadt durchlöchert. Azwanger Passage, Fabrizi Passage, Aula Passage, Rathauspassage, Schmuckpassage, dazu das Schatz Durchhaus, das dasselbe schlichter sagt. Der Häuserblock ist die Mauer, die Passage ist der Biss hindurch.
- Stiege
- Eine Treppe, die als Straße zählt. Imbergstiege, Nonnbergstiege, Michael-Haydn-Stiege, Alma-Rosé-Stiege. Der Boden steigt hier an beiden Rändern an, ein Teil dieser Runde steht also senkrecht. Auf Treppen liegen auch Punkte.
- Kai
- Das befestigte Ufer am Wasser, gemauert und gepflastert, nachdem der Fluss begradigt war. Elisabethkai, Franz-Josef-Kai, Giselakai, Rudolfskai. Eine einzige Kaiserfamilie hat sich alle vier geteilt. Sparsam.
- Steg
- Ein Steg ist für Füße, eine Brücke muss Autos tragen. Müllnersteg, Marko-Feingold-Steg. Auf dieser Runde sind die Stege die schönen Übergänge, und die Staatsbrücke ist die laute.
Die Größe
Eine Altstadt, ausgemessen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 127Gassen
- 1.569Punkte
- 24,8km Gasse
- 33,1km zu Fuß
- 9,5Stunden im Schlendertempo
In der Nähe
Altstädte in der Nähe.
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.