Cobble Gobble

ENDE

Bayern · Altstadt

München

Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von München: jede Straße in zwei Tagen.

Jede Straße auf der Karte.

Jede Straße in der Altstadt von München ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Auf einen Blick

Bevor du losgehst.

Strecke
31,4 km
Dauer
etwa 9 Stunden
Straßen
132
Stufen
5 Straßen mit Stufen
Startpunkt
Frauenkirche
Handy beim Gehen nötig
nein
Offline nutzbar
ja
Läuft ab
nie

Die Altstadt

Jede Straße, gezeichnet.

Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Frauenkirche 1.500 Punkte

    Groß, wuchtig, aus Backstein, und von fast jeder meiner Gassen aus zu sehen. Genau dafür hat man sie so hingestellt. Drinnen ist der Trick, nicht sofort nach oben zu sehen. Sieh nach unten, gleich wenn du vom Platz hereinkommst, und lass dir kurz Zeit.

  • Marienplatz 500 Punkte

    Die Mitte von allem, und der Punkt, auf den alle meine Gassen zulaufen. Geh nicht einfach drüber. Bleib stehen, lass den Blick an der langen Front hochklettern bis in den Turm und triff die richtige Minute. Dann kommt da oben etwas in Gang.

  • Theatinerkirche St. Kajetan 500 Punkte

    Die Farbe fällt dir zuerst auf. Sie ist das gelbe Ende der Einkaufsstraße, mit zwei schlanken Fronten und einer Kuppel dahinter, und dieses Gelb ist keine Laune. Wenn offen ist, geh hinein: Drinnen ist alles weiß, und es ist das lauteste Weiß, das ich kenne.

  • Viktualienmarkt 500 Punkte

    Ein ganzer Platz, der nur dafür da ist, Essen zu verkaufen. Deshalb nehme ich ihn persönlich. Alles ordnet sich um eine Mitte, und die Mitte ist der eigentliche Grund, herzukommen. Es ist auch die einzige Stelle in dieser Altstadt, an der Hinsetzen ausdrücklich zum Programm gehört.

  • Alter Hof 250 Punkte

    Hier hat sich die Landesherrschaft zuerst in der Stadt eingerichtet, eine Ecke abseits der lauten Gassen, und kaum jemand geht hinein. Ein stiller Hof, ein schiefer Erker an der Kante, Mauern, die einiges mitbekommen haben. Geh hinein und lies, was da an der Mauer hängt.

  • Isartor 250 Punkte

    Das östliche Tor, am Ende der alten Straße, die schnurgerade zum Fluss zieht. Komm von innen und sieh zu, wie es wächst: ein gedrungener Mittelbau, ein ummauerter Vorhof, zwei schlanke Wächter an den Kanten. Und oben hat sich jemand mit einem sehr eigenen Humor eingerichtet. Wer, verrate ich nicht.

  • little ART - Münchner Künstlerhaus 250 Punkte

    Es sitzt am Nordwestrand, dort, wo der Ring abknickt, und sieht aus wie ein Renaissancerathaus, das falsch abgebogen ist. Jemand hat es als Vereinshaus für eine ganz bestimmte Sorte Leute hingesetzt, und der Volutengiebel sagt sehr laut, für welche. Dahinter liegt noch ein Innenhof.

  • Sendlinger Tor 250 Punkte

    Das südliche Tor. Der Verkehr fährt außen herum, und du gehst unten einfach hindurch. So mag ich Reste am liebsten. Sieh dir an, was links und rechts der Durchfahrt aufragt, bevor du weitergehst. Da oben versteckt sich eine Rechenaufgabe.

Essen

Echtes Essen.

Das meiste, was du hier isst, fing als schlechter Morgen an. Einem Wirt gingen 1857 die richtigen Därme aus, also brühte er seine Würste. Ein Bäcker griff 1839 zum falschen Eimer und zog die erste Laugenbrezn heraus. Der Metzger eines Kurfürsten kam 1778 aus Mannheim her und improvisierte einen Laib aus Fleisch. München war Hauptstadt mit Schreibstuben, also steht neben jedem Unfall ein Datum.

Fleisch und Fisch

  • Münchner Weißwurst

    Kalb und Schwein, Petersilie, Zitrone und Macis, in einer Haut, die liegen bleibt. Die alte Regel sagt, sie darf das Zwölf Uhr Läuten nicht mehr erleben, weil das Brät früher roh verkauft wurde und schnell verdarb. Eine Wurst mit Feierabend um zwölf.

    Die Haut bleibt liegen. Schneid sie der Länge nach auf oder zuzel die Wurst heraus. Beides gilt hier als richtig.

    Quellen: GenussErbe Bayern, München Tourismus

  • Bayerischer Leberkäse

    Rind und Schwein, fein gehackt, in der Brotform gebacken, dick geschnitten und warm mit süßem Senf gegessen. Im bayerischen Leberkäse ist keine Leber, und war auch nie welche drin. Außerhalb Bayerns tun sie welche hinein, und das ist für mich ein anderes Tier.

    Frag nach dem Scherzel, dem knusprigen Endstück. Frag früh, ein Laib hat nur zwei davon.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Münchner Kronfleisch

    Zwerchfell vom Rind, gekocht, als Zwischenmahlzeit mit frisch geriebenem Kren, Schnittlauch, dunklem Brot und Essiggurken. Im Topf kräuselt es sich zu einer Krone, und mehr steckt nicht hinter dem Namen. Die Kronfleischküche, zu der es gehört, ist aus der Stadt fast verschwunden, also ist Finden hier die halbe Mahlzeit.

    Frag in den alten Häusern unten im Tal. Das ist ein Metzgerstück, von den Touristenkarten ist es längst verschwunden.

    Quellen: GenussErbe Bayern, München Tourismus, München-Lese

Vegetarisch

  • Obazda

    Reifer Weichkäse, mit Butter, Paprika und Salz zerdrückt, und laut Vorschrift muss mindestens die Hälfte davon Käse sein. Es gibt ihn, weil Camembert schneller weich wird, als eine Küche ihn verkaufen kann. Seit Juni 2015 EU weit geschützt, ziemlich viel Papier für eine Rettungsaktion.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Prinzregententorte

    Biskuit und Schokoladencreme im Wechsel, jede Schicht einen halben Zentimeter dick. Die acht Schichten standen für die damals acht Regierungsbezirke Bayerns. Ein Bezirk ist nach dem Krieg gegangen, also bekommst du manchmal eine Landkarte mit sieben.

    Zähl die Schichten, bevor du anfängst. Sieben und acht kommen beide vor, und beide sind ehrlich.

    Quellen: GenussErbe Bayern, Haus der Bayerischen Geschichte

  • Münchner Apfelstrudel

    Geschälte Äpfel, Rahm, Butter und gute Gewürze, in einem Teig, der von Hand fast durchsichtig gezogen wird. Losgegangen ist er als türkisches Baklava, in Wien wurde er umgebaut und hier noch einmal. München hat seinen Namen auf die dritte Fassung geschrieben.

    Quellen: GenussErbe Bayern

Vegan

  • Brezn mit süßem Senf

    Eine Laugenbrezn, dünnarmig und dunkel, dazu der süße Senf, den diese Stadt eigens daneben gestellt hat. Der Senf kam aus einer Werkstatt in der Kaufingerstraße, 1854 gingen Zucker und Essig hinein und nie wieder heraus. Zwei Sachen vom Feld, und zusammen sind sie ein Mittagessen.

    Frag beim Bäcker nach dem Fett im Teig. Erlaubt sind eineinhalb bis vier Prozent, und welches Fett, steht nirgends.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Münchner Mundsemmel

    Ein großes rundes Weizenbrötchen mit eingestempeltem Kreuz, aus dem besseren Mehl der Hofpfisterei. 1824 verbot die Stadt es, weil es gegen die Preisordnung verstieß, 1825 gab sie es zurück, weil die Leute nicht aufhörten zu fragen. Eine Semmel, die eine Verordnung überlebt hat.

    Kauf sie früh. Die Kruste hält vier bis sechs Stunden, und die Kruste ist der ganze Punkt.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Bayerischer Radi

    Ein weißer Rettich, roh und dünn geschnitten, mit nichts darauf außer Salz. Er liegt hier seit jeher neben der Brezn und war die ganze Zeit über pflanzlich. Erfinden musste ihn niemand, und nach dem Rest dieser Liste ist das erholsam.

    Quellen: GenussErbe Bayern

Spätes Frühstück

  • Lea Zapf Marktpatisserie wegen einer Sache hin: der Luftikus

    Viktualienmarkt

    Ein Patisserie-Stand im Viktualienmarkt, und der Luftikus ist hier zum Klassiker geworden. Er ist die hauseigene Neuauflage des Windbeutels. Brandteig mit knuspriger Haube und einer Füllung, die mit der Jahreszeit wechselt. Die Eier kommen vom Hof Gut Hollern in Eching, das Mehl von der Hofbräuhaus-Kunstmühle. Einem Luftikus traut man ja nicht über den Weg. Bei diesem mache ich eine Ausnahme. Oder zwei.

    • Mogeschlossen
    • Di08:00–17:00
    • Mi08:00–17:00
    • Do08:00–17:00
    • Fr08:00–17:00
    • Sa10:30–17:00
    • Sogeschlossen

    Komm früh. Der Stand schließt um fünf, oder früher, wenn das letzte Stück weg ist. Sonntags und montags ist zu.

    Quellen: Der Feinschmecker, Geheimtipp München

  • Ooh Baby I Like It Raw wo die Leute hier hingehen

    Rumfordstraße 39

    Ein kleines Café in der Rumfordstraße, nah am Isartor, verspielt und ein bisschen altmodisch eingerichtet. Zum Frühstück gibt es Avocadobrot, Bagels, Eierspeisen und Kuchen, jeden Tag frisch gebacken. Roh steht nur auf dem Schild. Das Omelett hat die Pfanne gesehen.

    Die Öffnungszeiten stehen überall anders. Schau an der Tür oder auf der eigenen Seite nach, bevor du ein spätes Frühstück planst.

    Quellen: Mit Vergnügen München, The Golden Bun, MIA SAN FOODIES

Kaffee am Nachmittag

  • sweet spot kaffee Viktualienmarkt wegen einer Sache hin: der Kaffee, der nie bitter ist

    Heiliggeiststraße 1

    Eine kleine Bar für Spezialitätenkaffee in der Heiliggeiststraße, ein paar Schritte vom Markt. Mal schmeckt die Tasse fruchtig und leicht, mal überraschend süß, bitter nie, weil hier niemand die Bohnen zu Kohle geröstet hat. Die Zuckerdose darf zuschauen.

    • Mo08:00–19:00
    • Di08:00–19:00
    • Mi08:00–19:00
    • Do08:00–19:00
    • Fr08:00–19:00
    • Sa09:00–18:00
    • Sogeschlossen

    Frag, welche Bohnen heute laufen. Schmeckt dir die Tasse, gibt es die Tüte im Regal.

    Quellen: European Coffee Trip, Mit Vergnügen München

  • Kaffeerösterei Viktualienmarkt wo die Leute hier hingehen

    Viktualienmarkt

    Ein Kaffeestand mitten im Viktualienmarkt, und die meisten, die hier mit der Tasse stehen, sind Stammkunden. Die Bohnen röstet das Haus selbst, von Hand im Trommelröster, seit 2014. Sie drehen sich in der Trommel, bis sie braun sind. Kochen durch Rollen. Das hätte glatt meine Idee sein können.

    • Mo08:00–18:00
    • Di08:00–18:00
    • Mi08:00–18:00
    • Do08:00–18:00
    • Fr08:00–18:00
    • Sa08:00–18:00
    • Sogeschlossen

    Komm werktags oder am Samstag. Sonntags und an Feiertagen ist zu.

    Quellen: IN München, Mit Vergnügen München

Abendessen

  • Prinz Myshkin schon lange da

    Hackenstraße 2

    Vegetarische Küche in der Hackenstraße, an dieser Adresse seit mehr als dreißig Jahren. Bestellt wird à la carte, gemütlich, unter meterhohen Decken. Fleisch kam in all der Zeit nicht auf den Teller, und dem Gemüse ist die Puste noch lange nicht ausgegangen.

    • Mo11:00–23:00
    • Di11:00–23:00
    • Mi11:00–23:00
    • Do11:00–23:00
    • Fr11:00–23:00
    • Sa11:00–23:00
    • So11:00–23:00

    Bestell bis halb zehn. Danach ist die warme Küche zu, lange bevor die Tür zugeht.

    Quellen: Falstaff, Abendzeitung München

  • Andy's Krablergarten wo die Leute hier hingehen

    Thalkirchner Straße 2

    Bayerische Küche in einem Innenhof am Sendlinger Tor, in der Thalkirchner Straße. Von der Straße aus sieht man wenig, dahinter wird es gemütlich und sehr bayerisch. Ganz oben auf der Karte stehen Schnitzel und Cordon Bleu, und die Portionen fallen richtig groß aus. Endlich mal ein Teller in meiner Gewichtsklasse.

    • Mo12:00–23:30
    • Di12:00–23:30
    • Mi12:00–23:30
    • Do12:00–23:30
    • Fr12:00–23:30
    • Sa12:00–23:30
    • So12:00–23:30

    Nimm Bargeld mit und komm einfach vorbei. Kartenzahlung geht nicht, reservieren auch nicht, und die warme Küche schließt um zehn am Abend.

    Quellen: Leberkassemmel und mehr

Stand 26. September 2026.

Mit Kindern

Kurze Beine, großer Hunger.

Die Straßen hier sind voller Punkte zum Einsammeln, und ein Kind auf der Jagd vergisst, müde zu sein. Hier ist eine kurze Runde für die Kleinsten.

Die Runde
Frauenkirche, Marienplatz, Viktualienmarkt, Isartor, Alter Hof, und zurück zum Start
Strecke
2,0 km
Dauer
etwa 40 Minuten Gehzeit im Kindertempo (3 km/h)
Stufen
keine Straße mit Stufen auf der Runde
Spielplätze
1 nahe der Runde
Öffentliche Toiletten
6 nahe der Runde, 2 mit Wickeltisch
Trinkwasser
1 nahe der Runde
Eis
9 nahe der Runde

Nahe der Runde heißt im Umkreis von 150 m, gezählt aus OpenStreetMap, © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Herkunft des Namens

Warum es München heißt.

München heißt: bei den Mönchen. Der Name kommt von munich, dem mittelalterlichen Wort für Mönch, und so liest die Stadt ihn seit dem Mittelalter: Das älteste erhaltene Stadtsiegel von 1239 zeigt einen Mönchskopf mit übergezogener Kapuze. Eine Stadt dieser Größe trägt also den Namen der stillen Nachbarn, die zuerst da waren. Ich war noch früher da, und nach mir hat keiner etwas benannt.

Quellen: stadt.muenchen.de; hdbg.eu

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Kein Fels, kein Hafen, keine Flussschleife. München steht hier wegen eines Übergangs, und ausgerechnet der Übergang fehlt in dieser Runde. Die Bischöfe von Freising hatten ihre Isarbrücke ein paar Meilen flussabwärts bei Oberföhring. 1156 setzte Heinrich der Löwe seine eigene bei Munichen hin, und das Salz auf dem Weg von Salzburg nach Augsburg zog zu ihr um. Alles Weitere wuchs um dieses Salz herum. Eine ganze Stadt, gegründet auf Würze. Da wäre ich auch hingerollt. Der Fluss liegt gleich hinter deinem östlichen Rand. Dort steht heute die Ludwigsbrücke, und Tafeln aus den 1890er Jahren an ihrer Westseite beanspruchen die Stelle für jene erste Brücke. Dein Rand folgt der alten Linie der Stadtbefestigung, deshalb zieht er einen so ordentlichen Ring. Was du bekommst, ist der Weg zum Fluss: Das Tal läuft nach Osten bis zum Isartor, und dessen Adresse lautet Tal 50.

Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 18; www.mittelalter-lexikon.de; www.geodaten.bayern.de S. 528; stadtgeschichte-muenchen.de; www.geodaten.bayern.de S. 813

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

1158 ist das offizielle Jahr, und es stammt aus einem Streit. Zum ersten Mal steht der Ort als forum apud Munichen in einer Urkunde, im Augsburger Vergleich zwischen dem Bischof von Freising und Heinrich dem Löwen, ausgetragen vor Kaiser und Reichstag. Die Geburtsurkunde dieser Stadt ist also fremder Schriftverkehr über eine Brücke. Aufgeschrieben wird eben erst, wenn Geld auf dem Tisch liegt.

Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 18; stadt.muenchen.de

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

1158–1180

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern. Er steht hier vor allem, weil er die Brücke baute und das Salz darüberzog. 1180 ging Bayern an eine andere Familie, und der Markt, den er angefangen hatte, lief ohne ihn weiter. So läuft das meistens. Die Straße hält länger als der, der sie hingelegt hat.

Quellen: stadt.muenchen.de; www.geodaten.bayern.de S. 18

1180–1918

Die Wittelsbacher, siebenhundertachtunddreißig Jahre lang: erst Herzöge, dann Kurfürsten, dann Könige. Ab 1255 war München nicht mehr nur Handelsplatz, sondern wurde zum Amtssitz eines Landesherrn ausgebaut, und 1806 wachte es als Königliche Haupt- und Residenzstadt eines nagelneuen Königreichs auf. Eine Familie, eine Stadt, länger, als die meisten Staaten überhaupt existieren. Ich bin in der Zeit auch nicht umgezogen. Mir hat nur keiner eine Residenz gebaut.

Quellen: stadt.muenchen.de

1918–

1918 rief Kurt Eisner zum Sturz der Monarchie auf, mit Erfolg: Bayern wurde zur Republik ausgerufen, und durchgesetzt hat sich später der Name Freistaat Bayern. Nach sieben Jahrhunderten mit derselben Familie ging es ohne Krone weiter. Die Herrschaften auf dieser Seite haben ständig ihren Titel gewechselt. Das Pflaster nicht.

Quellen: stadt.muenchen.de

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Ein Mönch auf silbernem Grund: schwarze Kutte mit Goldsaum, rote Schuhe, in der Linken ein rotes Buch, die Rechte erhoben, zum Schwur oder zum Segen. Schon die Siegel von 1239 und 1268 zeigen einen Mönchskopf mit Kapuze, und seit 1304 ist der Mönch das Wappen. Das Buch gilt als Eidbuch der Stadt oder als Stadtrechtsbuch, überliefert als rot gebundene Handschrift von 1365; manche lesen es als Evangelienbuch. 1808 verlieh König Max I. Joseph der Stadt ein Wappen mit einem großen M statt des Mönchs. Die Bürgerschaft protestierte, und 1818 kam ein Mönchskopf zurück. Im 18. und erst recht im 19. Jahrhundert wurde er immer niedlicher gezeichnet, und der Name Münchner Kindl taucht 1727 auf. Mich hat noch keiner durch einen Buchstaben ersetzt. Ein M hätte ich auch sofort angeknabbert.

Quellen: hdbg.eu

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Diese Altstadt hat vier Viertel: Graggenau im Nordosten, Kreuzviertel im Nordwesten, Hackenviertel im Südwesten, Angerviertel im Südosten. Jedes hat bis heute sein eigenes Gesicht, also wechselt der Geschmack viermal, ohne dass du den Ring verlässt. Das Tal war eine Zeit lang ein eigenes fünftes Viertel, bis die Nachbarn rechts und links es spätestens nach der Mitte des 15. Jahrhunderts unter sich aufgeteilt hatten.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 18

  2. Die Grundstücke reichen hier extrem tief, also schnitt man Wege quer durch die Blöcke: eine Tür an der einen Straße, Tageslicht an der nächsten. Diese Gewohnheit hat die ganze Stadt geprägt und lebt bis heute in den Passagen weiter. An der Hälfte davon läufst du achtlos vorbei. Ein Block mit Durchgang ist für mich wie ein Brot mit Loch: Da muss man durch.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 18

  3. Der Grundriss unter deinen Füßen ist der alte, und er ist mit Absicht noch da. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied der Stadtrat früh, die Altstadt im Wesentlichen in ihrem bisherigen Stadtbild wieder hinzustellen: Lücken füllen, alte Parzellen behalten. Keine andere westdeutsche Großstadt hat beim Wiederaufbau einen so großen historischen Bereich bewahrt. 1972 wurden dann Neuhauser Straße und Kaufingerstraße den Leuten zu Fuß übergeben. Seitdem ist das mein Hauptgang, und keiner hupt dazwischen.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 19; www.geodaten.bayern.de S. 21; stadt.muenchen.de

Straßenwörter

Was auf den Schildern steht.

Passage
Ein Weg quer durch einen Block: an der einen Straße hinein, an der nächsten wieder hinaus, mal überdacht, mal nur ein Hof mit zwei Ausgängen. Die tiefen alten Grundstücke haben sie erzwungen, und München hat sie behalten.
Hof
Ein Innenhof, und für sich schon eine Adresse. Schäfflerhof, Prunkhof, Königsbauhof: ein Durchgang in der Fassade, dahinter ein Hof, und die meisten gehen am Durchgang vorbei.
Tal
Kein Tal, das dir auffallen würde. Es ist die breite alte Straße, die nach Osten zum Fluss zieht, und eine Zeit lang war sie ein eigenes Viertel und gehörte zu keinem anderen.
Anger
Die Gemeindewiese, die ein Dorf für sein Vieh freihielt. Oberanger und Unterer Anger erinnern an eine, die seit sehr langer Zeit keine Wiese mehr ist.
Markt
Was dort verkauft wurde, in einem Wort. Rindermarkt, Roßmarkt: Früher kam die Ware auf eigenen Beinen. Heute kommt sie im Lieferwagen, und das schmeckt man.

Die Größe

An einem Tag zu schaffen: München in Zahlen.

Gezählt aus den Straßen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 132Straßen
  • 1.631Punkte
  • 24,9km Straße
  • 31,4km zu Fuß
  • 9,0Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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