Bayern · Altstadt
Passau
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Passau ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Dom St. Stephan 1.500 Punkte
Der weiße Riese oben auf dem Hügel. Um ihn herum haben die Bischöfe ihr ganzes Viertel angeordnet. Von Mai bis Oktober beginnt hier mittags um zwölf etwas, außer sonn- und feiertags. Was, sage ich dir nicht. Hauptgang.
Mariahilf 500 Punkte
Oben auf dem Berg, auf der anderen Innseite. Die zwei Türme erkennst du von fast überall auf der Halbinsel, und genau dafür stellt man eine Kirche dort hin. Von der Terrasse liegt dir die komplette Altstadt auf einmal zu Füßen, angerichtet wie auf einem Teller.
Pfarrkirche Sankt Paul 500 Punkte
Sie steht über dem alten Rindermarkt. Eine passendere Adresse gibt es für mich nicht. Nimm die breite Freitreppe an der Westseite, nicht den Eingang vom Platz. Den spitzen Turmhelm erkennst du von überall auf dem Hügel.
Veste Oberhaus 500 Punkte
Auf einem Felskeil drüben, genau da, wo die Ilz hereinkommt. Der Anstieg ist ehrlich, da führt kein Weg dran vorbei. Oben siehst du die ganze Halbinsel auf einen Blick, samt Spitze. Den hier kaue ich langsam.
Alte Residenz 250 Punkte
Sie füllt einen ganzen Block hinter dem Dom und gibt der Gasse fast nichts. Drinnen liegen zwei Innenhöfe, von außen nicht zu sehen. Ich mag Häuser, die das Beste innen behalten. Krapfen machen das genauso.
Altes Rathaus 250 Punkte
Der Platz davor war zuerst ein Fischmarkt. Da hat jemand die Reihenfolge richtig verstanden. Drinnen ist der große Saal von Wand zu Wand mit Szenen aus der Stadt bemalt, und im Turm läutet zweimal am Tag das Glockenspiel.
Dreiflüsseeck 250 Punkte
Die Spitze der Altstadt. Hier hört der Boden auf. Stell dich ans Geländer und schau nach vorn. Inn und Ilz laufen von zwei Seiten herein, und keiner macht Platz. Diesen Bissen hebe ich mir bis zum Schluss auf.
Prinzregent-Luitpold-Brücke 250 Punkte
Dein Weg ans nördliche Ufer. Halt in der Mitte an und dreh dich um: von hier siehst du die Landzunge im Profil, komplett. Und dann weiter, denn eine Brücke ist das Zäheste, was mir den Tag über unter die Zähne kommt.
Severinstor 250 Punkte
Den hier schaust du dir nicht an. Du gehst hindurch. Ein Tor, durch das noch eine Straße läuft, ist für mich der beste Rest vom Vortag.
Herkunft des Namens
Warum es Passau heißt.
Passau ist ein römisches Wort, das durchgekaut wurde. Das Lager auf dieser Landzunge hieß Batavis, nach Soldaten aus Batavia am Niederrhein. Aus Batavis wurde Pazzawe, aus Pazzawe wurde Passau. Namen werden auch gegessen. Nur langsamer als eine Gasse.
Quellen: www.roemermuseum.passau.de, www.geku.uni-passau.de S. 28
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Schau dir die Form an. Die Altstadt ist ein schmaler Felssporn: auf der einen Seite der Inn, auf der anderen die Donau, ringsum steile Hänge. Auf beiden Flüssen fahren seit jeher Schiffe. Wer hier oben stand, sah alles kommen und ließ sich das bezahlen. Ungefähr so suche ich mir auch meine Gassen aus.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1, www.roemermuseum.passau.de
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
Um die Mitte des ersten Jahrhunderts wurde die Donau zur Nordgrenze des Römischen Reiches, und eine Grenze will bewacht werden. Dafür entstand hier ein kleines Lager. Das Gründungsdatum sagt also weniger über diesen Felsen als über eine Linie, die jemand weit flussaufwärts gezogen hat.
Quellen: www.roemermuseum.passau.de, www.limesstrasse.de S. 2
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 50–488
Rom. Die Donau war hier fast ein halbes Jahrtausend lang die Nordgrenze des Reiches, und auf dieser Landzunge stand fast durchgehend ein Lager. Dann verschob sich die Grenze, der Befehl zur Rückkehr nach Italien kam, und alle gingen.
Quellen: www.limesstrasse.de S. 2, www.geodaten.bayern.de S. 1, www.geku.uni-passau.de S. 28
- 1217–1803
Die Bischöfe, und zwar nicht nur in der Kirche. Zwischen 1217 und 1220 belehnte der Kaiser Bischof Ulrich II. mit der Grafschaft im Ilzgau, und ein Vertrag von 1220 erlaubte den Bischöfen im ganzen Reich, aus ihrem Grundbesitz eigene Fürstentümer zu machen. Von da an regierten die Herren im Dom hier als Reichsfürsten. Das hielt bis 1803. Die Bürgerschaft unten am Hang hat einen guten Teil dieser Jahrhunderte damit zugebracht, sich um das Stadtsiegel zu streiten.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de, hdbg.eu
- 1803–
Bayern. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 hob das Hochstift auf, und nach einigem Hin und Her um die Besitzverteilung kam das Gebiet 1805/06 an Bayern. Ihr Bistum behielten die Bischöfe. Alles andere wechselte den Besitzer.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de, www.geodaten.bayern.de S. 4
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Ein roter Wolf, aufgerichtet, auf silbernem Grund. Es ist nicht das eigene Tier der Stadt. Passau hat ihn vom Wappen des Hochstifts genommen, also ausgerechnet von dem Herrn, mit dem man gerade im Streit lag. Als städtisches Zeichen ist der Wolf seit einem Wappenbuch um 1402 fassbar, und um 1460 herum las ihn niemand mehr als Zeichen des Bischofs.
Quellen: hdbg.eu
Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Auf dieser Halbinsel wird seit fast siebentausend Jahren gesiedelt. Die ältesten Spuren stammen aus dem Mittelneolithikum, etwa 4900 bis 4500 v. Chr., und seither war hier mit Unterbrechungen immer jemand.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1
Zwei verheerende Stadtbrände, 1662 und 1680, haben entschieden, wie die Altstadt heute aussieht. Für die Wiederherstellung des Doms und der fürstbischöflichen Bauten holte man italienische Künstler, und die brachten den italienischen Spätbarock mit. Gleichzeitig kamen Bauvorschriften: Schindeldächer raus, Grabendächer hinter hochgezogenen Feuermauern rein. Deshalb wirken hier so viele Dächer von der Gasse aus flach.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 3, www.geodaten.bayern.de S. 4
Vier Gassen haben das alles mit ihrem mittelalterlichen Gepräge überstanden: Höllgasse, Steiningergasse, Kleine Messergasse und Pfaffengasse. Dichte Bebauung, dahinter versteckte Innenhöfe, teils mit Lauben. Alle vier liegen in dieser Altstadt.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 4
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- Gasse
- Eine Gasse ist hier das normale Wort für eine Straße. Zähl die Namen auf -gasse, und du hast fast die ganze Altstadt.
- Gäßchen
- Dasselbe, nur schmaler. Auf Passauerisch heißt es auch Gassl oder Gaßl, und gemeint ist immer dieselbe Enge.
- Stiege
- Eine Treppe, die als Straße zählt. Ballhausstiege, Hofstiege, Schlosserstiege, Wallfahrtsstiege. Auch auf Treppen liegen Punkte.
- Lände
- Das Ufer, an dem Schiffe anlegten und ihre Ladung löschten. Obere und Untere Donaulände sind die beiden langen am Wasser.
- Winkel
- Eine Ecke, durch die es nicht weitergeht. Heuwinkel, Klosterwinkel, Bratfischwinkel: rein, schauen, wieder raus.
- Ort
- Hier nicht der Ort im Sinne von Platz, sondern die Spitze: das scharfe Ostende der Landzunge. Ort, und dahinter die Ortspitze.
Die Größe
Eine Altstadt, ausgemessen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 84Gassen
- 967Punkte
- 15,4km Gasse
- 20,2km zu Fuß
- 5,8Stunden im Schlendertempo
In der Nähe
Altstädte in der Nähe.
- Regensburg
- München
- Nürnberg
- Bamberg
- Heidelberg
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.