Cobble Gobble

ENDE

Tschechien · Altstadt

Třeboň

Jede Gasse auf der Karte.

Jede Gasse in der Altstadt von Třeboň ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Die Altstadt

Jede Gasse, gezeichnet.

Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Schwarzenberská hrobka 1.500 Punkte

    Sie liegt weit draußen vor der Stadt, jenseits des Teichs, in einem eigenen Park. Der Weg dorthin ist eine lange gerade Strecke: auf der einen Seite Teich, auf der anderen flaches Land, und kein Grund zur Eile. So allein für sich steht sonst nichts auf dieser Runde.

  • Masarykovo náměstí 500 Punkte

    Der lange Platz, an beiden Fronten Bürgerhäuser mit Renaissance- und Barockgiebeln. Die Front des alten Rathauses wurde 1742 mit drei Wappen bemalt, eines davon gehört der Stadt selbst: dasselbe Zeichen, das dich hierher gebracht hat. Sein Turm steht Besuchern offen. Und auf Nummer 103 hat jemand den ganzen Ort in Marzipan nachgebaut. Ich denke öfter daran, als mir guttut.

  • svatý Jiljí a Panna Marie Královna 500 Punkte

    Bleib nicht am Portal stehen. Das Beste liegt daneben: ein überdachter Gang, der um alle vier Seiten eines Innenhofs führt, fast so erhalten, wie er angelegt wurde. Die Gasse davor heißt klášterní nádvoří, Klosterhof, die Anschrift verrät also, wer diese Ecke einmal betrieben hat. Der Turm darüber ist das höchste Stück Stadt.

  • zámek Třeboň 500 Punkte

    Das größte Stück auf dieser Runde, an der Südwestseite, dahinter ein Park, der immer weiter geht, bis er keiner mehr ist. Die Straße, die nach ihm heißt, ist vierundvierzig Meter lang, die kürzeste hier. Für ein Haus dieser Größe eine bescheidene Adresse.

  • Hradecká brána 250 Punkte

    Alle vier Tore hier heißen nach der Straße, die hinausführt: dieses nach Jindřichův Hradec, die anderen nach Nové Hrady, Trhové Sviny und Budweis. Stell dich darunter und schau nach Westen, dann hast du den ganzen Marktplatz auf einmal. Der beste Ausblick, den es hier umsonst gibt.

  • Husova kaple 250 Punkte

    Das jüngste Stück, das ich dir heute reiche, und zwar um Jahrhunderte. Auch das unauffälligste. Es steht in der Seifertova mit einer Hausnummer wie die Türen links und rechts davon, draußen hinter dem Ring, wo die Straßen neuer werden. Zähl die Türen.

  • Novohradská brána 250 Punkte

    Das ist die Tür zum langen Umweg. Dahinter besteht die Runde nicht mehr aus Gassen, sondern aus einem Damm mit einem Teich daneben, fast einen Kilometer weit. Das Beste an dieser Stadt liegt außerhalb ihres eigenen Rings.

  • Palackého náměstí 250 Punkte

    Das Westende der Runde und der schmuckloseste freie Platz darauf: weit, flach, benutzt statt bewundert. Geh von hier nach Osten, dann kommst du durch das vierte Tor in die Altstadt. Es schafft es auf keine Postkarte. Weit und flach heißt leichtes Kauen.

  • Žižkovo náměstí 250 Punkte

    Der südlichere der beiden großen freien Plätze, und der, den man eher überquert als benutzt. Kurz, schmal, und von hier an geht es nur noch Richtung Wasser. Achtundfünfzig Meter Gasse trennen ihn vom großen Platz nebenan. Fast derselbe Ort, nur zweimal beschriftet.

Herkunft des Namens

Warum es Třeboň heißt.

Zwei Namen, und keiner hat je nachgegeben. Der deutsche, Witingenow und später Wittingau, ist Vítek und dazu ein altes Wort für nasse Wiese. Der tschechische ist entweder ein Mann namens Třebon, dem das hier gehörte, oder das Verb fürs Auslichten eines Waldes, denn ausgelichtet wird ein Wald, bevor jemand darin wohnt. Die Schreiber setzten jahrhundertelang beide nebeneinander. Mir war es gleich. Ich lag ohnehin darunter.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 5, www.mesto-trebon.cz S. 6, www.trebonsko.cz

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Die ganze Senke war einmal ein See. Geblieben sind Moor, Sumpf und Torf, eine Gegend, die in den Quellen unwirtlich und schwer begehbar heißt. Irgendwo musste der Weg von der österreichischen Seite ins Landesinnere hier hindurch, und wo er hindurchging, entstand ein Markt. Dieser Boden wurde also genommen, weil er schlecht war. Ein Sumpf hält Fremde so zuverlässig ab wie eine Mauer und will nie ausgebessert werden. Flach ist er obendrein: Die Stadt liegt zwischen 430 und 440 Metern, und auf dieser Runde geht es nirgends bergauf.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 5, www.mesto-trebon.cz S. 1

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

Die Siedlung ist älter als die Gründung. In der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts steht hier eine Marktsiedlung an einem Pfad durch den Grenzwald. Die eigentliche Gründung setzen die Quellen zwischen 1213 und 1236 an, durch einen jüngeren Vítek. Aufgeschrieben wurde der Ort zuerst im Ausland: 1240 taucht er als Witknov in einer Urkunde des Klosters Zwettl jenseits der Grenze auf, dem er eine Weile gehörte. Stadt heißt er ab 1341, die Rechte einer königlichen Stadt bekommt er 1376. Ein Ort kann hundert Jahre dastehen, bevor sich jemand die Mühe macht, ihn zu schreiben.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 5, www.mesto-trebon.cz

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

1213–1366

Die Vítkovci, die diese Ecke des Waldes besiedelten und schuld daran sind, dass hier überall eine Rose klebt. Die Gründung liegt zwischen 1213 und 1236. Danach gehörte der Ort eine Weile einem Kloster jenseits der österreichischen Grenze, bis zwei Söhne Víteks, Pelhřim und Ojíř, ihn nach 1250 zurückkauften. Ihre Linie, die Herren von Landštejn, behielt ihn bis zu dem Tag, an dem sie ihn weiterverkaufte.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 5, www.mesto-trebon.cz S. 6

1366–1611

Die Rožmberks. Vier Brüder kauften die Stadt 1366, und sie hörte auf, ein kleiner Ort zu sein: ein Jahr später ein Kloster, 1376 das Recht der königlichen Städte, 1378 von Karl IV. das Vorrecht, wöchentlich zwei Wagenladungen Salz einzuführen. Erst das Salz. Da wusste jemand, worauf es ankommt. Zweihundertfünfundvierzig Jahre danach starb die Linie aus, und das beste Jahrhundert dieser Stadt ging mit.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 6, www.mesto-trebon.cz S. 8

1611–1660

Dann wechselte alles zweimal schnell hintereinander. Die Švamberks, die einen weißen Schwan im Wappen führten, übernahmen 1611 und verloren die Herrschaft an den Kaiser, der Třeboň für sich behielt. 1637 verpfändete der nächste Kaiser die ganze Stadt an den König von Polen und brauchte zehn Jahre, um sie auszulösen. Ein Jahrzehnt lang war dieser Ort ein Pfandschein.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 8

1660–1848

Die Schwarzenbergs, die die Herrschaft 1660 aus dem Privatbesitz des Herrschers kauften und dann blieben. Was sie übernahmen, war wenig: 1661 waren nur 81 Häuser bewohnt, zehn weitere standen leer und unrepariert. 1696 war jedes wieder belegt, und die Zahl der Handwerker war von 33 auf 51 gestiegen. Erholung dauert. Dauern kann ich gut.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 9

1850–

Niemandem mehr, jedenfalls nicht im alten Sinn. Am 1. Februar 1850 endete die Patrimonialverwaltung, und seither entscheidet die Stadt selbst. 1855 wurde sie Sitz eines politischen Bezirks, 1960 verlor sie ihn wieder und bekam im selben Jahr den Kurort-Status. Ein Amt gegen ein Bad. Der Tausch geht in Ordnung.

Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 9, www.mesto-trebon.cz

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Ein blauer Schild, quer darüber eine silberne Mauer mit Zinnen, dahinter zwei viereckige Türme mit roten Spitzdächern und je einem goldenen Knauf. Zwischen ihnen hängt ein kleiner silberner Schild mit einer roten fünfblättrigen Rose. Diese Rose gehörte der ganzen Sippe der Vítkovci, und die Zweige unterschieden sich durch die Farben: Rot auf Silber die Rožmberks, Silber auf Rot die Herren von Landštejn, denen die Stadt vor den Rožmberks gehörte. Sie trägt also die Farben ihrer zweiten Familie. Im amtlichen Wappen von 1994 ragt außerdem ein Fähnchen aus dem oberen Fenster des linken Turms. Auf Icongröße verschwand es als Erstes.

Quellen: www.mesto-trebon.cz, www.mesto-trebon.cz S. 5, cs.wikipedia.org

Wappen: Eigene Zeichnung nach der veröffentlichten Blasonierung — keine fremde Datei nachgezeichnet

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Die Zlatá stoka ist ein Graben, der Landwirtschaft betreibt. 45 Kilometer zieht sie durch die Senke, speist und entwässert über Seitenkanäle siebenundfünfzig Teiche und fällt dabei 28,5 Zentimeter pro Kilometer. Dieses Gefälle sieht kein Mensch, und um 1500 musste es trotzdem jemand treffen. Der Plan stammt von 1506, fertig gegraben war sie 1518. Östlich der Stadt übernimmt derselbe Kanal die Aufgabe des Stadtgrabens: Fischzucht und Verteidigung liegen in einem einzigen Graben.

    Quellen: www.pamatkovykatalog.cz, www.mesto-trebon.cz S. 7, www.pamatkovykatalog.cz

  2. Diese Stadt ist öfter wieder aufgebaut worden, als sie gebaut wurde. 1618 brannten 83 Häuser samt einem Teil des Rathauses, 1723 waren es 52 Gebäude, das Rathaus wieder dabei, und am 12. Juli 1781 wurden 68 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Unversehrt blieben 21. Jeder Wiederaufbau kam im Geschmack seines Jahrzehnts, deshalb wirkt eine so alte Stadt vor allem klassizistisch. Nichts hier ist so alt, wie es aussieht. Der Boden schon.

    Quellen: www.mesto-trebon.cz S. 8, www.mesto-trebon.cz S. 9

  3. Der zweite Wirtschaftszweig hier ist Schlamm. In der Senke liegen einige der ergiebigsten Torf- und Moorvorkommen des Landes, und Moorerde leitet Wärme etwa siebenmal langsamer als Wasser. Also erwärmt man sie auf 37 bis 39 Grad und legt Leute hinein. Die neuzeitlichen Bäder öffneten im Mai 1883 an der Zlatá stoka und tragen bis heute den Namen der Tochter ihres Erbauers. Neu ist das alles nicht: Die Aufstellung dessen, was 1379 innerhalb der Mauern stand, zählt bereits zwei Badstuben.

    Quellen: www.mesto-trebon.cz, www.mesto-trebon.cz S. 6

Gassenwörter

Was auf den Schildern steht.

náměstí
Ein Platz. Vier davon liegen auf dieser Runde, für eine Stadt dieser Größe ist das Angeberei: Masarykovo, Žižkovo, Palackého und Trocnovské.
-ova
Die Endung, die aus einem Menschen eine Straße macht. Die Krčínova gehört Krčín, dem Regenten, der die Teiche verwaltete, die Březanova dem Chronisten Březan, die Tylova einem Theaterdichter, dessen Name auch am Theater beim Marktplatz steht. Dazu Jiráskova, Havlíčkova, Seifertova, Klofáčova. Die halbe Runde ist ein Nachname, zum Adjektiv gebogen.
Na / U
Tschechisch benennt eine Straße nach dem, was dort steht, und setzt eine Präposition davor. Na Chmelnici heißt am Hopfengarten, Na Sadech in den Obstgärten, U Barborky bei einem Bildstock der heiligen Barbara am Westrand. Zwei davon nennen, was dort wuchs, und mir gefällt eine Straße, die zugibt, was auf ihr gewachsen ist.
Valy
Wälle, in der Mehrzahl. Die Valy zieht an der Südseite entlang, wo einst der äußere Erdwall lag. Eine Befestigung, die ihren Zweck überlebt, endet als Straßenname.
Hráz
Ein Damm. Hráz Světa ist der Damm des Teichs Svět und mit fast neunhundert Metern die längste Strecke hier: auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Stadt. Der Mann, der den Teich anlegen ließ, steht darauf.
Masné krámy
Die Fleischbänke. Hier standen die Metzger, und der Name blieb, als das Gewerbe auszog. Vierundneunzig Meter Straße, benannt nach Fleisch. Mehr muss eine Straße nicht können.

Die Größe

Eine Altstadt, ausgemessen.

Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 32Gassen
  • 411Punkte
  • 6,8km Gasse
  • 8,8km zu Fuß
  • 2,5Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

Im App Store laden