Cobble Gobble

ENDE

Bayern · Altstadt

Bamberg

Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Bamberg: jede Straße an einem Tag.

Jede Straße auf der Karte.

Jede Straße in der Altstadt von Bamberg ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Auf einen Blick

Bevor du losgehst.

Strecke
28,0 km
Dauer
etwa 8 Stunden
Straßen
124
Stufen
5 Straßen mit Stufen
Startpunkt
Bamberger Dom
Handy beim Gehen nötig
nein
Offline nutzbar
ja
Läuft ab
nie

Die Altstadt

Jede Straße, gezeichnet.

Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Bamberger Dom 1.500 Punkte

    Vier Türme, an jedem Ende ein Chor, also hat der Dom zwei Vorderseiten und nirgends eine Rückseite. Geh erst ganz um ihn herum, bevor du hineingehst. Drinnen wartet dann der Mann auf dem Pferd. Wer das ist, weiß bis heute niemand.

  • Alte Hofhaltung 500 Punkte

    Die breite Wand am Platz verrät nicht das Geringste. Geh trotzdem unter dem Torbogen in den Hof. Er ist auf allen Seiten von langen Trakten mit Fachwerkobergeschossen und offenen Laubengängen eingefasst, und der Lärm bleibt am Tor stehen. Die meisten draußen auf dem Platz erfahren das nie.

  • Altes Rathaus 500 Punkte

    Alle machen dasselbe Foto von derselben Stelle. Mach es auch, und geh danach auf die stromaufwärts gelegene Seite und beug dich vor. Da draußen sitzt ein dreistöckiges Fachwerkhaus auf dem Eisbrecher, mitten in der Strömung, und traut sich das ganz allein.

  • E.T.A.-Hoffmann-Theater 500 Punkte

    Ein kleiner Platz ganz im Süden, und das schmale Haus gegenüber dem Schauspielhaus ist der eigentliche Grund herzukommen. Der Mann, dessen Initialen am Schild stehen, wohnte dort oben vier Jahre lang, und heute ist ein Museum darin: zwei Stockwerke, niedrige Decken, steile Treppen.

  • Schlenkerla 500 Punkte

    Kaum breit genug für zwei, und trotzdem das vollste Stück Pflaster am Berg. Man steht hier in der Gasse herum, weil man vor dieser Tür eben herumsteht, bei jedem Wetter, und das seit sehr langer Zeit. Komm vom Hang herunter und schau, wie eng es wird.

  • Ausblick auf Klein Venedig 250 Punkte

    Das hier ist das Motiv von jeder Ansichtskarte der Stadt, und es lohnt die zwei Minuten trotzdem. Komm am späten Nachmittag, wenn das Licht auf dem anderen Ufer liegt. Flach, kurz, und mehr als hinschauen ist am Ziel nicht zu tun.

  • Gabelmann 250 Punkte

    Der Treffpunkt. Alle hier verabreden sich an dieser Ecke, du hörst also schon davon, bevor du ankommst. Er liegt dort, wo sich auf der flachen Seite die vollen Straßen kreuzen, und ist das Leichteste, was du hier suchen musst.

  • Marienbrunnen 250 Punkte

    Die östlichste Ecke der Karte und das Stillste, was darauf liegt. So weit läuft für den hier sonst niemand, und eben deshalb tue ich es. Häuser rundherum um einen schlichten Platz, eine einzige Sache darauf, bei der man stehen bleibt, und sonst will nichts etwas von dir.

  • Sankt Gangolf 250 Punkte

    Weit im Osten, über den hinteren Flussarm hinaus und an der Linie vorbei, an der die Besucher umkehren. Eben deshalb lohnt sich der Weg. Die Gassen dort sind breiter, niedriger und grüner als oben am Berg, und flach ist der Weg dorthin auch.

  • Villa Concordia 250 Punkte

    Die Seite, an der du zuerst vorbeikommst, ist nicht die entscheidende. Die gute liegt im Süden: zwei Flügel im rechten Winkel, davor ein ummauerter Terrassengarten mit einer Kaskade, die zum Fluss hinunterläuft. Also geh an der nächsten Brücke ans gegenüberliegende Ufer und schau von dort zurück.

Essen

Echtes Essen.

Die Bamberger heißen Zwiebeltreter. Schoss das Zwiebelkraut zu hoch, banden sich die Gärtner kleine Brettchen an die Schuhe und traten die Felder nieder, damit die Kraft in die Knolle ging. Dieselben Gärtner gruben Süßholz und verkauften es nach Böhmen, Österreich und Ungarn. Diese Stadt isst zuerst aus dem Boden und dann aus der Küche, und die Liste hier hält sich an diese Reihenfolge.

Fleisch und Fisch

  • Blaue Zipfel

    Rohe fränkische Bratwürste, in einem Sud aus Essig, Zwiebeln und Gewürzen gegart, bis die Haut leicht bläulich wird. Mehr steckt im Namen nicht. In Franken isst man sie direkt aus dem Sud, dazu eine Scheibe Holzofenbrot. Ein Gericht, das einfach nach seiner Farbe heißt, ist mir sympathisch.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Kesselfleisch

    Schweinefleisch, langsam in guter Brühe gegart, mit Salz und Pfeffer und sonst nichts. Im Bamberger Land nimmt man Bauchfleisch, und ein ordentlicher Fettanteil ist hier gewollt. Dazu Brot, oder Kraut und Klöße. Platzt im Kessel eine Wurst, wird die Brühe zur Suppe, und das gilt hier nicht als Missgeschick.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Fränkischer Sauerbraten

    Ein Braten, in seiner Marinade auf dem Herd geschmort, und in Franken heißt das Sonntag. Die Soße wird süßsauer, weil unter anderem Soßenlebkuchen hineingerührt wird. Dazu gibt es Blaukraut und rohe Kartoffelklöße. Ein Lebkuchen, der in der Soße landet, hat seine Bestimmung gefunden.

    Quellen: GenussErbe Bayern

Vegetarisch

  • Bamberger Hörnchen

    Gerollter Blätterteig, krustiger und schlanker als ein Croissant und mit mindestens zwanzig Prozent Butter. Man tunkt ihn in den Kaffee, bevor man abbeißt. Das Bamberger Stadtbuch nennt 1483 einen Hörnleinsbeck hinter St. Martin, rund zweihundert Jahre bevor Wien die Form für sich beansprucht. Ich ergreife keine Partei. Ich rechne nur nach.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Bamberger Hörnla

    Eine kleine Kartoffel, fingerförmig und leicht gekrümmt, nussig und fest im Biss. In der Bamberger Küche ist sie dem Festtagskartoffelsalat vorbehalten, sonst kommt sie in Butter geschwenkt. Sie heißt wie das Gebäck weiter oben, und davor warnt das Verzeichnis selbst. In ganz Franken wachsen etwa fünfzehn Hektar davon.

    Frag, ob es wirklich Hörnla sind. Laut Verzeichnis werden sie immer öfter durch die ertragreichere La Ratte ersetzt.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Bamberger Wirsinggemüse

    Spitzwirsing, zarter als der runde. Das klassische Bamberger Wirsinggemüse ist ein Püree: Die gegarten Blätter gehen durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs, damit man sie noch spürt, dann kommen Buttermehlschwitze und gedünstete Zwiebel dazu. Das Verzeichnis nennt ihn unverzichtbar zum Gänsebraten. Er schmeckt aber auch ganz ohne.

    Normalerweise liegt er neben Gans, Ente oder Schweinebraten. Frag nach ihm als eigenem Gericht.

    Quellen: GenussErbe Bayern

Vegan

Zwei, und beide hat ein Gärtner gezogen, nicht eine Küche gekocht. Der Gartenbau hier ist seit dem vierzehnten Jahrhundert belegt, und die Gärtner verkaufen bis heute auf dem Grünen Markt und in ihren Hofläden. Das Pflanzliche verließ den Garten meist roh. Sobald es eine Küche in die Finger bekam, kamen Butter und Mehlschwitze dazu.

  • Bamberger Rettich

    Ein schlanker weißer Rettich, etwa dreißig Zentimeter lang, butterweich und ordentlich scharf. Dünn schneiden, salzen, ein paar Minuten liegen lassen. Der Rettich muss weinen, sagt man in Bamberg. Er ist eine alte Lokalsorte, und nur noch wenige Gärtnereien der Stadt haben ihn.

    Ein Rettichbrot ist Rettich auf Butterbrot. Frag nach dem Rettich allein.

    Quellen: GenussErbe Bayern

  • Bamberger Süßholz

    Süßholz, die Wurzel, aus der Lakritz wird. Bamberg gilt als ältestes Anbaugebiet in Deutschland, eine Abhandlung von 1536 erwähnt es hier schon. Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert gruben die Gärtner zwei- bis dreihundert Zentner im Jahr, hundertfünfzig davon gingen nach Böhmen, Österreich und Ungarn. Kinder haben hier auf einem Stück herumgekaut, bis der süße Saft kam. Ich kaue auf Straßen herum, ich verstehe das.

    Kau es für den Saft, das Holz bleibt übrig.

    Quellen: GenussErbe Bayern

Spätes Frühstück

  • Café Müller schon lange da

    Austraße 23

    Ein Café seit 1910, mit dem Flair eines Wiener Kaffeehauses. Zum Frühstück kommt man her, sieben bis zehn Euro, und neben dem üblichen steht auch ein osmanisches Frühstück auf der Karte. Crêpes, Sandwiches und Kuchen tragen dich durch den restlichen Tag. Hundertsechzehn Jahre Frühstück sind eine Menge Krümel, und das meine ich als Lob.

    • Mo09:00–23:00
    • Di09:00–23:00
    • Mi09:00–23:00
    • Do09:00–23:00
    • Fr09:00–23:00
    • Sa09:00–23:00
    • So09:00–23:00

    Tische reservierst du nur telefonisch. Die Küche schließt abends um halb zehn.

    Quellen: inFranken.de (Fränkischer Tag), Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger), BAMBERG Tourismus & Kongress Service

  • Stadtproviant wo die Leute hier hingehen

    Austraße 15

    Ein kleines Café in der Austraße, und fast alles auf der Karte ist vegetarisch oder vegan. Morgens Overnight Oats, Smoothie-Bowls und Bagels, danach Salate und eine Suppe, die jeden Tag wechselt, dazu Brot aus einer Bio-Bäckerei. Gekocht wird mit regionalen Zutaten der Saison und ohne Zusatzstoffe. Eine Bamberger Bloggerin schwört auf die Bowl mit Erdnusssauce. Wer eine Lieblingsschüssel hat, dem glaube ich.

    • Mo09:00–16:00
    • Di09:00–16:00
    • Mi09:00–16:00
    • Do09:00–16:00
    • Fr09:00–16:00
    • Sa09:00–16:00
    • Sogeschlossen

    Sonntags und an Feiertagen geschlossen. Um vier ist Schluss.

    Quellen: Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger), BAMBERG Tourismus & Kongress Service, inFranken.de (Fränkischer Tag), Reisehappen (Nina)

Kaffee am Nachmittag

  • Café Riffelmacher schon lange da

    Obere Brücke 12

    Eine Konditorei mit Café, gegründet 1831, direkt unterhalb des Alten Rathauses an der Oberen Brücke. Torten, Pralinen und Eis macht das Haus selbst. Bestell den Engadiner Nusskuchen auf seinem knusprigen Nussmürbteigboden. Fast zweihundert Jahre an derselben Brücke. Das kenne ich, nur hat mir nie jemand Kuchen gebracht.

    Die Öffnungszeiten wechseln mit der Saison. Im Winter ist um sechs Schluss.

    Quellen: inFranken.de (Fränkischer Tag), Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger), City Blog Bamberg (Robert Krick Verlag)

  • Seven Hills Coffee Roasters wegen einer Sache hin: der selbst geröstete Kaffee

    Habergasse 2

    Ein Kaffeeladen mit dreißig Quadratmetern in der Habergasse, geführt von zwei Barista-Meistern, die selbst rösten. Espresso und Filterkaffee in verschiedenen Brühmethoden, die Kaffees wechseln, dazu Chai und Limonade. Getrunken wird draußen in der Gasse, drinnen oder in einem kleinen überdachten Hof. Dreißig Quadratmeter reichen völlig, wenn der Kaffee stimmt.

    • Mogeschlossen
    • Digeschlossen
    • Mi10:00–17:00
    • Do10:00–17:00
    • Fr10:00–17:00
    • Sa10:00–17:00
    • Sogeschlossen

    Nur Mittwoch bis Samstag, zehn bis fünf.

    Quellen: Der Röster-Guide (BT Verlag), inFranken.de (Fränkischer Tag), Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger)

  • Mokka Makan wo die Leute hier hingehen

    Vorderer Graben 4

    Ein winziges Café hinterm Rathaus am Maxplatz, geführt von zwei Frauen. Du suchst dir die Bohnen aus, und in die Tasse kommt Espresso, Filterkaffee oder arabischer Mokka mit Kardamom. Dazu gibt es kleine orientalische Süßigkeiten. Im Regal stehen auch die Gewürze und alles, was man zum Kaffeekochen braucht. Mein Zuhause ist das Pflaster vor der Tür, also bleibe ich gleich zur Tasse.

    • Mo10:00–17:00
    • Di10:00–17:00
    • Migeschlossen
    • Do10:00–17:00
    • Fr10:00–17:00
    • Sa10:00–15:00
    • Sogeschlossen

    Mittwochs, sonntags und an Feiertagen geschlossen. Samstags ist um drei Schluss.

    Quellen: inFranken.de (Fränkischer Tag), Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger), Reisehappen (Nina)

Abendessen

  • Zum Sternla schon lange da

    Lange Straße 46

    Die Hausgeschichte in der Langen Straße 46 reicht bis 1380 zurück, und ein Gasthaus ist in dem Gebäude seit etwa 1772. Hauptgerichte kosten acht bis dreizehn Euro, Kinder bis sechs bekommen Kloß mit Soß umsonst, und vegetarische Gerichte stehen auch auf der Karte. Sechshundert Jahre an einer Adresse. Ich nenne das eingelebt.

    • Mo11:00–23:00
    • Di11:00–23:00
    • Mi11:00–23:00
    • Do11:00–23:00
    • Fr11:00–23:00
    • Sa10:00–23:00
    • So11:00–23:00

    Die Küche kocht von elf bis neun. Das Haus hat länger offen als die Küche.

    Quellen: Schlemmer Atlas (Busche Verlag), BAMBERG Tourismus & Kongress Service

  • Vegan Food Rebels wegen einer Sache hin: die vegane Currywurst

    Luitpoldstraße 34

    Currywurst mit Pommes, Döner und Kuchen, und nirgends steckt ein tierisches Produkt drin. So wird hier seit November 2020 gekocht, im Streetfood-Stil, mit offener Küche, Tresen und ein paar Sitzplätzen. Das Lokal liegt in der Luitpoldstraße, auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt. Mir geht es beim Essen um den Biss, nicht um die Herkunft.

    • Mogeschlossen
    • Digeschlossen
    • Mi12:00–14:00, 17:30–20:00
    • Do12:00–14:00, 17:30–20:00
    • Fr12:00–14:00, 17:30–20:00
    • Sa12:00–14:00, 17:30–20:00
    • Sogeschlossen

    Nur Mittwoch bis Samstag geöffnet, abends ist um acht Schluss.

    Quellen: inFranken.de (Fränkischer Tag), Bamberg lieben (Saskia Schwarzenberger), City Blog Bamberg (Robert Krick Verlag)

Stand 13. September 2026.

Herkunft des Namens

Warum es Bamberg heißt.

Zuerst hatte der Berg einen Namen, alles andere hat ihn sich ausgeliehen. In Babenberg stecken ein Personenname, vermutlich ein Babo, und das althochdeutsche berg. Dann waren die Schreiber dran: Babenberh 902, Papinberc 973, Bavanberg um 1001, und Bamberg erst ab 1174. Fünf Schreibweisen für einen Hügel. Nach dem Fluss ist hier bis heute nichts benannt.

Quellen: www.koeblergerhard.de; www.historisches-lexikon-bayerns.de

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Zwei Hälften, aus zwei verschiedenen Gründen gewählt. Oben laufen die Ausläufer des Steigerwaldes zum Fluss hin aus, in steilen Rücken mit tief eingeschnittenen Tälern dazwischen. Genau darauf setzt man eine Burg, und eine steht dort, soweit man weiß, spätestens seit dem neunten Jahrhundert. Unten liegt eine Insel, eingeschlossen zwischen den beiden Hauptarmen der Regnitz. Die eine Hälfte lässt sich verteidigen, die andere gebrauchen. Man hat hier beide genommen.

Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1; www.geodaten.bayern.de S. 2

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

Es gibt zwei Daten, und nur eines hat etwas entschieden. Die Burg auf dem Berg steht 902 in einer Urkunde. Sie war eine gute Adresse, gut genug, dass ein bayerischer Herzog sie für sich ausbauen ließ, als Wohnsitz und nicht als Bollwerk. Der Herzog wurde König, hatte keine Kinder, denen er das alles hätte hinterlassen können, und wollte aus seinem Berg lieber ein Bistum machen. Die Verhandlungen waren lang und schwierig, denn das neue Bistum musste aus dem Gebiet zweier Nachbarn herausgeschnitten werden. Würzburg und Eichstätt stimmten am 1. November 1007 zu. Alles, was du hier abläufst, ist aus diesem Streit gewachsen.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

902–1007

Die Babenberger, dann der König. Ihnen gehörte die Burg auf dem Berg. Anfang des zehnten Jahrhunderts verloren sie einen langen Streit gegen ein konkurrierendes Haus, und was sie hier hatten, wurde Reichsgut. Am Ende desselben Jahrhunderts saß auf dem Berg ein bayerischer Herzog, der die Anlage zu einem guten Wohnsitz ausbauen ließ und nicht zu einem Bollwerk.

Quellen: www.deutsche-biographie.de; www.historisches-lexikon-bayerns.de

1007–1802

Die Bischöfe, und zwar als Fürsten. 1007 wurde die Kirche hier zum Bistum, aber Reichsfürst war ein Bischof erst, wenn der Kaiser ihn belehnt hatte. Mit dieser Belehnung kamen Münze, Zoll, Bergwerk, Geleit und Gerichtsbarkeit. Ende des achtzehnten Jahrhunderts lebten im Hochstift zwischen hundertfünfzigtausend und hundertfünfundneunzigtausend Menschen, dazu gehörten die Nebenhauptstädte Forchheim und Kronach, fünfzehn weitere Städte und fünfzehn Märkte. Ein geschlossenes Land war das nie. Fremde Herrschaften saßen mittendrin: ein Laib mit Löchern.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de

1802–

Bayern. Am 22. November 1802 erließ der bayerische Kurfürst das Besitzergreifungspatent über die ihm zugesprochenen fränkischen Gebiete, und eine Woche später, am 29. November, verzichtete der letzte Fürstbischof auf die Regierung. Die Rechtsgrundlage, der Reichsdeputationshauptschluss, kam erst am 25. Februar 1803 nach. Achthundert Jahre Ordnung, in einer Woche abgewickelt und hinterher beglaubigt.

Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Bamberg hat einen Menschen auf sein Schild gesetzt, kein Tier. Er steht auf rotem Grund in silberner Rüstung, ein rotes Kreuz auf der Brust, in der Rechten ein silbernes Fähnlein mit rotem Kreuz, die Linke auf einen blauen Schild mit silbernem Adler gestützt. Das Zeichen auf der Karte behält die Gestalt und die Fahnenstange, mehr überlebt die Verkleinerung nicht. Einen aus Stein gibt es hier auch: Joseph Bonaventura Mutschele schuf 1755/56 ein Stadtwappen für das Rathaus, und es steht heute in den Arkaden am Geyerswörth. Seit zweihundertsiebzig Jahren hat es sich nicht gerührt. Das kenne ich.

Quellen: de.wikipedia.org; www.geodaten.bayern.de S. 45

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Das Bistum wurde 1007 gestiftet, vorbereitet spätestens seit 1004, und das war mindestens ebenso sehr eine reichspolitische wie eine kirchliche Tat. Der Gedanke, hier ein neues Rom zu gründen, lag also nahe. Danach wurden die Kirchen über den ganzen Ort als Kreuz angeordnet. Domstift, St. Michael und St. Stephan legten die eine Achse fest, zwei weitere Stifte vervollständigten die Figur 1058 und 1071. Erst danach ließen sich die verstreuten Siedlungskerne überhaupt als eine Stadt zusammensehen. Für einen Ort, der so gewachsen aussieht, ist das erstaunlich viel Plan.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1

  2. Die flache Hälfte dieser Runde besteht aus fünf Straßen, und alle fünf enden am selben Punkt. Grüner Markt, Lange Straße, Kapuzinerstraße, Austraße und Keßlerstraße laufen wie die Finger einer Hand auf die beiden Brücken in der Mitte zu. Zwei der fünf sind Märkte, und welcher von beiden zuerst da war, ist bis heute offen; spätestens im zwölften Jahrhundert gab es beide. Mit welchem Finger du auch anfängst, du kommst am Wasser heraus.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 2

  3. Östlich des rechten Regnitzarmes hört die Stadt auf, sich wie eine Stadt zu benehmen. Dort liegt die Gärtnerstadt, und sie sieht bis heute halb ländlich aus: niedrige Häuser mit dem Giebel zur Straße, dahinter große Freiflächen, auf denen etwas wächst. Spätestens seit dem vierzehnten Jahrhundert legten sich die Gärtnersiedlungen an die Theuerstadt und an den alten Steinweg, geschieden in eine obere und eine untere. Beide Namen läufst du hier ab. Die Theuerstadt heißt noch immer so, und ein Stück des Steinwegs ist heute die Obere Königstraße. Ein Ort, der sich sein Abendessen seit siebenhundert Jahren selbst zieht, hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

    Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 3

Straßenwörter

Was auf den Schildern steht.

Gasse
Die schmale Straße, und davon gibt es hier reichlich: Habergasse, Hasengasse, Lebergasse, Rosengasse, Zwerggasse, Plattnergasse, Mautgasse. Was dafür noch zu eng ist, heißt Gäßchen, zum Beispiel das Balthasargäßchen.
Brücke
Obere Brücke, Untere Brücke, Nonnenbrücke, Marienbrücke, Geyerswörthbrücke, Bischofsmühlbrücke, Obere und Untere Mühlbrücke. Der Fluss läuft hier links und rechts an der Stadt vorbei, also wird auf dieser Runde nichts nur einmal überquert.
wörth
Eine Insel, oder trockenes Land mit Wasser drumherum. Zinkenwörth, Mühlwörth, und die ganze Familie um den Geyerswörth: ein Platz, eine Straße, eine Brücke. Wo ein Name auf wörth endet, war das Wasser einmal näher, als es heute aussieht.
berg
Ein Berg, und in dieser Stadt heißt das Steigung. Katzenberg, Unterer Kaulberg, Oberer Stephansberg, Unterer Stephansberg. Die eine Hälfte der Runde ist flach, die andere nicht, und die Namen verraten dir, auf welcher du gerade stehst.
Obere / Untere
Oben und unten, und Bamberg benutzt das Paar ununterbrochen: Obere und Untere Brücke, Obere und Untere Sandstraße, Obere und Untere Mühlbrücke, Oberer und Unterer Stephansberg. Wer das eine findet, bekommt das andere versprochen. Zwei Portionen.
Markt
Ein Marktplatz, benannt nach der Ware. Grüner Markt für das Grünzeug, Obstmarkt für das Obst, Heumarkt für das Heu. Für zwei von dreien laufe ich quer durch die Stadt. Zum Heu sage ich lieber nichts.

Die Größe

An einem Tag zu schaffen: Bamberg in Zahlen.

Gezählt aus den Straßen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 124Straßen
  • 1.688Punkte
  • 22,5km Straße
  • 28,0km zu Fuß
  • 8Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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