Bayern · Altstadt
Bamberg
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Bamberg ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Bamberger Dom 1.500 Punkte
Vier Türme, an jedem Ende ein Chor, also hat der Dom zwei Vorderseiten und nirgends eine Rückseite. Geh erst ganz um ihn herum, bevor du hineingehst. Drinnen wartet dann der Mann auf dem Pferd. Wer das ist, weiß bis heute niemand.
Alte Hofhaltung 500 Punkte
Die breite Wand am Platz verrät nicht das Geringste. Geh trotzdem unter dem Torbogen in den Hof. Er ist auf allen Seiten von langen Trakten mit Fachwerkobergeschossen und offenen Laubengängen eingefasst, und der Lärm bleibt am Tor stehen. Die meisten draußen auf dem Platz erfahren das nie.
Altes Rathaus 500 Punkte
Alle machen dasselbe Foto von derselben Stelle. Mach es auch, und geh danach auf die stromaufwärts gelegene Seite und beug dich vor. Da draußen sitzt ein dreistöckiges Fachwerkhaus auf dem Eisbrecher, mitten in der Strömung, und traut sich das ganz allein.
E.T.A.-Hoffmann-Theater 500 Punkte
Ein kleiner Platz ganz im Süden, und das schmale Haus gegenüber dem Schauspielhaus ist der eigentliche Grund herzukommen. Der Mann, dessen Initialen am Schild stehen, wohnte dort oben vier Jahre lang, und heute ist ein Museum darin: zwei Stockwerke, niedrige Decken, steile Treppen.
Schlenkerla 500 Punkte
Kaum breit genug für zwei, und trotzdem das vollste Stück Pflaster am Berg. Man steht hier in der Gasse herum, weil man vor dieser Tür eben herumsteht, bei jedem Wetter, und das seit sehr langer Zeit. Komm vom Hang herunter und schau, wie eng es wird.
Ausblick auf Klein Venedig 250 Punkte
Das hier ist das Motiv von jeder Ansichtskarte der Stadt, und es lohnt die zwei Minuten trotzdem. Komm am späten Nachmittag, wenn das Licht auf dem anderen Ufer liegt. Flach, kurz, und mehr als hinschauen ist am Ziel nicht zu tun.
Gabelmann 250 Punkte
Der Treffpunkt. Alle hier verabreden sich an dieser Ecke, du hörst also schon davon, bevor du ankommst. Er liegt dort, wo sich auf der flachen Seite die vollen Straßen kreuzen, und ist das Leichteste, was du hier suchen musst.
Marienbrunnen 250 Punkte
Die östlichste Ecke der Karte und das Stillste, was darauf liegt. So weit läuft für den hier sonst niemand, und eben deshalb tue ich es. Häuser rundherum um einen schlichten Platz, eine einzige Sache darauf, bei der man stehen bleibt, und sonst will nichts etwas von dir.
Sankt Gangolf 250 Punkte
Weit im Osten, über den hinteren Flussarm hinaus und an der Linie vorbei, an der die Besucher umkehren. Eben deshalb lohnt sich der Weg. Die Gassen dort sind breiter, niedriger und grüner als oben am Berg, und flach ist der Weg dorthin auch.
Villa Concordia 250 Punkte
Die Seite, an der du zuerst vorbeikommst, ist nicht die entscheidende. Die gute liegt im Süden: zwei Flügel im rechten Winkel, davor ein ummauerter Terrassengarten mit einer Kaskade, die zum Fluss hinunterläuft. Also geh an der nächsten Brücke ans gegenüberliegende Ufer und schau von dort zurück.
Herkunft des Namens
Warum es Bamberg heißt.
Zuerst hatte der Berg einen Namen, alles andere hat ihn sich ausgeliehen. In Babenberg stecken ein Personenname, vermutlich ein Babo, und das althochdeutsche berg. Dann waren die Schreiber dran: Babenberh 902, Papinberc 973, Bavanberg um 1001, und Bamberg erst ab 1174. Fünf Schreibweisen für einen Hügel. Nach dem Fluss ist hier bis heute nichts benannt.
Quellen: www.koeblergerhard.de, www.historisches-lexikon-bayerns.de
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Zwei Hälften, aus zwei verschiedenen Gründen gewählt. Oben laufen die Ausläufer des Steigerwaldes zum Fluss hin aus, in steilen Rücken mit tief eingeschnittenen Tälern dazwischen. Genau darauf setzt man eine Burg, und eine steht dort, soweit man weiß, spätestens seit dem neunten Jahrhundert. Unten liegt eine Insel, eingeschlossen zwischen den beiden Hauptarmen der Regnitz. Die eine Hälfte lässt sich verteidigen, die andere gebrauchen. Man hat hier beide genommen.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1, www.geodaten.bayern.de S. 2
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
Es gibt zwei Daten, und nur eines hat etwas entschieden. Die Burg auf dem Berg steht 902 in einer Urkunde. Sie war eine gute Adresse, gut genug, dass ein bayerischer Herzog sie für sich ausbauen ließ, als Wohnsitz und nicht als Bollwerk. Der Herzog wurde König, hatte keine Kinder, denen er das alles hätte hinterlassen können, und wollte aus seinem Berg lieber ein Bistum machen. Die Verhandlungen waren lang und schwierig, denn das neue Bistum musste aus dem Gebiet zweier Nachbarn herausgeschnitten werden. Würzburg und Eichstätt stimmten am 1. November 1007 zu. Alles, was du hier abläufst, ist aus diesem Streit gewachsen.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 902–1007
Die Babenberger, dann der König. Ihnen gehörte die Burg auf dem Berg. Anfang des zehnten Jahrhunderts verloren sie einen langen Streit gegen ein konkurrierendes Haus, und was sie hier hatten, wurde Reichsgut. Am Ende desselben Jahrhunderts saß auf dem Berg ein bayerischer Herzog, der die Anlage zu einem guten Wohnsitz ausbauen ließ und nicht zu einem Bollwerk.
Quellen: www.deutsche-biographie.de, www.historisches-lexikon-bayerns.de
- 1007–1802
Die Bischöfe, und zwar als Fürsten. 1007 wurde die Kirche hier zum Bistum, aber Reichsfürst war ein Bischof erst, wenn der Kaiser ihn belehnt hatte. Mit dieser Belehnung kamen Münze, Zoll, Bergwerk, Geleit und Gerichtsbarkeit. Ende des achtzehnten Jahrhunderts lebten im Hochstift zwischen hundertfünfzigtausend und hundertfünfundneunzigtausend Menschen, dazu gehörten die Nebenhauptstädte Forchheim und Kronach, fünfzehn weitere Städte und fünfzehn Märkte. Ein geschlossenes Land war das nie. Fremde Herrschaften saßen mittendrin: ein Laib mit Löchern.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de
- 1802–
Bayern. Am 22. November 1802 erließ der bayerische Kurfürst das Besitzergreifungspatent über die ihm zugesprochenen fränkischen Gebiete, und eine Woche später, am 29. November, verzichtete der letzte Fürstbischof auf die Regierung. Die Rechtsgrundlage, der Reichsdeputationshauptschluss, kam erst am 25. Februar 1803 nach. Achthundert Jahre Ordnung, in einer Woche abgewickelt und hinterher beglaubigt.
Quellen: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Bamberg hat einen Menschen auf sein Schild gesetzt, kein Tier. Er steht auf rotem Grund in silberner Rüstung, ein rotes Kreuz auf der Brust, in der Rechten ein silbernes Fähnlein mit rotem Kreuz, die Linke auf einen blauen Schild mit silbernem Adler gestützt. Das Zeichen auf der Karte behält die Gestalt und die Fahnenstange, mehr überlebt die Verkleinerung nicht. Einen aus Stein gibt es hier auch: Joseph Bonaventura Mutschele schuf 1755/56 ein Stadtwappen für das Rathaus, und es steht heute in den Arkaden am Geyerswörth. Seit zweihundertsiebzig Jahren hat es sich nicht gerührt. Das kenne ich.
Quellen: de.wikipedia.org, www.geodaten.bayern.de S. 44
Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Das Bistum wurde 1007 gestiftet, vorbereitet spätestens seit 1004, und das war mindestens ebenso sehr eine reichspolitische wie eine kirchliche Tat. Der Gedanke, hier ein neues Rom zu gründen, lag also nahe. Danach wurden die Kirchen über den ganzen Ort als Kreuz angeordnet. Domstift, St. Michael und St. Stephan legten die eine Achse fest, zwei weitere Stifte vervollständigten die Figur 1058 und 1071. Erst danach ließen sich die verstreuten Siedlungskerne überhaupt als eine Stadt zusammensehen. Für einen Ort, der so gewachsen aussieht, ist das erstaunlich viel Plan.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 1
Die flache Hälfte dieser Runde besteht aus fünf Straßen, und alle fünf enden am selben Punkt. Grüner Markt, Lange Straße, Kapuzinerstraße, Austraße und Keßlerstraße laufen wie die Finger einer Hand auf die beiden Brücken in der Mitte zu. Zwei der fünf sind Märkte, und welcher von beiden zuerst da war, ist bis heute offen; spätestens im zwölften Jahrhundert gab es beide. Mit welchem Finger du auch anfängst, du kommst am Wasser heraus.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 2
Östlich des rechten Regnitzarmes hört die Stadt auf, sich wie eine Stadt zu benehmen. Dort liegt die Gärtnerstadt, und sie sieht bis heute halb ländlich aus: niedrige Häuser mit dem Giebel zur Straße, dahinter große Freiflächen, auf denen etwas wächst. Spätestens seit dem vierzehnten Jahrhundert legten sich die Gärtnersiedlungen an die Theuerstadt und an den alten Steinweg, geschieden in eine obere und eine untere. Beide Namen läufst du hier ab. Die Theuerstadt heißt noch immer so, und ein Stück des Steinwegs ist heute die Obere Königstraße. Ein Ort, der sich sein Abendessen seit siebenhundert Jahren selbst zieht, hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Quellen: www.geodaten.bayern.de S. 3
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- Gasse
- Die schmale Straße, und davon gibt es hier reichlich: Habergasse, Hasengasse, Lebergasse, Rosengasse, Zwerggasse, Plattnergasse, Mautgasse. Was dafür noch zu eng ist, heißt Gäßchen, zum Beispiel das Balthasargäßchen.
- Brücke
- Obere Brücke, Untere Brücke, Nonnenbrücke, Marienbrücke, Geyerswörthbrücke, Bischofsmühlbrücke, Obere und Untere Mühlbrücke. Der Fluss läuft hier links und rechts an der Stadt vorbei, also wird auf dieser Runde nichts nur einmal überquert.
- wörth
- Eine Insel, oder trockenes Land mit Wasser drumherum. Zinkenwörth, Mühlwörth, und die ganze Familie um den Geyerswörth: ein Platz, eine Straße, eine Brücke. Wo ein Name auf wörth endet, war das Wasser einmal näher, als es heute aussieht.
- berg
- Ein Berg, und in dieser Stadt heißt das Steigung. Katzenberg, Unterer Kaulberg, Oberer Stephansberg, Unterer Stephansberg. Die eine Hälfte der Runde ist flach, die andere nicht, und die Namen verraten dir, auf welcher du gerade stehst.
- Obere / Untere
- Oben und unten, und Bamberg benutzt das Paar ununterbrochen: Obere und Untere Brücke, Obere und Untere Sandstraße, Obere und Untere Mühlbrücke, Oberer und Unterer Stephansberg. Wer das eine findet, bekommt das andere versprochen. Zwei Portionen.
- Markt
- Ein Marktplatz, benannt nach der Ware. Grüner Markt für das Grünzeug, Obstmarkt für das Obst, Heumarkt für das Heu. Für zwei von dreien laufe ich quer durch die Stadt. Zum Heu sage ich lieber nichts.
Die Größe
Eine Altstadt, ausgemessen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 126Gassen
- 1.718Punkte
- 22,8km Gasse
- 29,7km zu Fuß
- 8,5Stunden im Schlendertempo
In der Nähe
Altstädte in der Nähe.
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.