Schweiz · Altstadt
Zürich
Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Zürich: jede Gasse an einem Tag.
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Zürich ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Auf einen Blick
Bevor du losgehst.
- Strecke
- 20,1 km
- Dauer
- etwa 5,5 Stunden
- Gassen
- 112
- Stufen
- 18 Gassen mit Stufen
- Startpunkt
- Grossmünster
- Handy beim Gehen nötig
- nein
- Offline nutzbar
- ja
- Läuft ab
- nie
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Grossmünster 1.500 Punkte
Zwei Türme, dem Fraumünster gegenüber. Schau nach oben, dann nach unten: Da unten wartet jemand, und die Karte sagt, wer. Zwei Türme. Ich würde mir beide in Ruhe anschauen.
Cabaret Voltaire 500 Punkte
Eine Tür an der Spiegelgasse, hinter der Dada anfing. Zwei gleiche Silben, das essbarste Wort, das ich kenne. Wie es zu diesem Wort kam, ist das Beste daran. Das behalte ich.
Fraumünster 500 Punkte
Am linken Ufer, dem Grossmünster gegenüber. Geh hinein, wenn die Sonne scheint. Was das Licht da drin anstellt, verrät die Karte. Ich sage nur: Es erinnert mich an eine Obstschale.
St. Peter 500 Punkte
Der Turm über dem Lindenhof, von dem du die Uhrzeit schon von weitem abliest. Bleib stehen und schau genau hin: Da oben bewegt sich etwas so, wie es sich die Leute hier bestellt hatten. Ich rechne in Eiszeiten, so was fällt mir selten auf. Das hier schon.
Bürkliplatz 250 Punkte
Der Platz, an dem der Altstadt die Strassen ausgehen und der See anfängt. An bestimmten Tagen wird er zur Speisekammer, und zu Speisekammern habe ich Gefühle. Nach wem er heisst und warum, verrät die Karte.
Lindenhof 250 Punkte
Eine Terrasse hoch über dem linken Ufer, die ganze Altstadt darunter. 1474 sollen hier 52 Linden gepflanzt worden sein, sagt eine Chronik. Was dieser Ort sonst erlebt hat, verrät die Karte. Hier oben hat es keiner eilig. Mein Tempo.
Rathaus 250 Punkte
Ein Rathaus mit den Füssen im Fluss. Geh auf die Brücke daneben und schau darunter. Wie man ein Haus ohne trockenen Boden warm hält, verrät die Karte. Ich habe auch mal versucht, in einem Fluss zu stehen. Der Fluss hat gewonnen.
Wasserkirche 250 Punkte
Eine Kirche am rechten Ufer, gleich am Fluss, mit mehr als einem Beruf hinter sich. Was sie zwischendurch war, verrät die Karte. Ich mag Häuser, die ab und zu die Speisekarte wechseln.
Essen
Echtes Essen.
Was das Kulinarische Erbe der Schweiz aus Zürich festhält, ist klein und genau: eine Wurst, die nach einer Gasse heisst, ein Honiggebäck mit einem Bild obendrauf, Mandelmasse aus dem Holzmodel und ein Müesli, das zuerst auf dem Zürichberg auf den Tisch kam. Kleine Dinge, sorgfältig in Form gebracht. Mich hat ein Gletscher in Form gebracht. Wir verstehen uns.
Mit Fleisch
Ein Gericht, mit Absicht. Die Zürcher Liste im Kulinarischen Erbe der Schweiz besteht vor allem aus Brot, Gebäck und Süssem, und der Augustiner Schüblig ist der herzhafte Eintrag, der aus der Stadt selbst stammt.
Augustiner Schüblig
Eine Brühwurst aus Rind, Schwein und Speck, benannt nach der Augustinergasse, wo die Metzgerfamilie Niedermann sie Ende der 1950er Jahre schuf. Sie zieht eine gute Viertelstunde in heissem Wasser, das nicht sprudeln darf. Dazu Kartoffelsalat, grüner Salat, Brot oder ein Kartoffelgratin. Eine Wurst mit eigener Adresse. Meine Adresse ist gleich die ganze Strasse.
Quellen: Kulinarisches Erbe der Schweiz, Augustiner Schüblig
Vegetarisch
Tirggel
Ein sehr hartes, dünnes Honiggebäck mit einem Bild obendrauf. Honig, Ingwer, Anis, Koriander, Rosenwasser, Mehl. Zu Hause ist es im Kanton Zürich, belegt seit dem 15. Jahrhundert, und gegessen wird es vor allem in der kalten Zeit, vom Samichlaus bis zum Sechseläuten. Sehr hart also. Endlich ein Gebäck auf Augenhöhe.
Zürcher Leckerli
Marzipanmasse, im Holzmodel geprägt. Geschälte Mandeln, Puderzucker, Eiweiss, Mandelöl, Rosenwasser. Ein Muster, das man essen darf. Mehr Kunstsinn brauche ich nicht.
Birchermüesli
Der Arzt, nach dem es heisst, gab das Original den Patienten seines Sanatoriums «Lebendige Kraft», das er 1904 auf dem Zürichberg gegründet hatte. Haferflocken, gezuckerte Kondensmilch, Zitronensaft, geriebene Äpfel samt Schale und Kerngehäuse, gemahlene Nüsse oder Mandeln. Rezept vom Arzt. Die Schüssel esse ich leer.
Vegan
Ein Gericht, mit Absicht. Kein Zürcher Eintrag im Inventar liess sich als vegan belegen, darum steht hier die Rösti. Sie ist schweizerisch, nicht nur zürcherisch, und vegan nur, wenn sie in Öl oder Margarine gebraten wird.
Rösti
Kartoffeln, Fett und Salz, goldbraun und knusprig gebraten. Schweizerischer wird ein Teller kaum. Vegan ist sie, wenn Öl oder Margarine in der Pfanne ist, nicht Butter oder Schmalz. Knusprig verstehe ich ohne Übersetzung.
Frag vor dem Bestellen, worin sie gebraten wird. Mit Butter oder Schmalz ist sie nicht vegan.
Quellen: Daily Vegan, Schweizer Rösti, t-online, Rösti recipe (Silke Ahrens), The Lucky Tofu, Vegane Rösti
Kaffee am Nachmittag
Schwarzenbach Münstergasse schon lange da
Die Familie führt diesen Laden an der Münstergasse seit 1864. Gewürze, Nüsse, Dörrfrüchte, Hülsenfrüchte, Tee und Kaffee stapeln sich hier, der Kaffee aus der eigenen Rösterei. An der Espresso-Bar trinkst du einen Café oder Cappuccino, während du durchs Sortiment stöberst, oder eine der vielen Trinkschokoladen. Ich fange bei den Dörrfrüchten an.
- Mo09:00–18:30
- Di09:00–18:30
- Mi09:00–18:30
- Do09:00–18:30
- Fr09:00–18:30
- Sa09:00–17:00
- Sogeschlossen
Quellen: GaultMillau, Züri isst in der Altstadt (city guide), Zürich Tourismus, H. Schwarzenbach AG (business listing)
Stand 24. September 2026.
Herkunft des Namens
Warum es Zürich heißt.
Um 200 steht der Name zum ersten Mal auf einem römischen Grabstein: Turicum, eine Zollstation. Um 680–700 heisst der Ort Ziurichi. Französisch sagt man Zurich, italienisch Zurigo, romanisch Turitg. Vier Sprachen, ein Ort. Mir schmeckt er in jeder.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24), Kanton Zürich — Turicum: eine römische Hafenstadt und Zollstation, https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2021/02/turicum-eine-roemische-hafenstadt-und-zollstation.html (accessed 2026-09-24)
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Dort, wo die Limmat den See verlässt, zwischen der Albiskette im Westen und Adlisberg und Zürichberg im Osten. Links vom Fluss liegt ein Moränenhügel, der Lindenhof ist eine seiner Kuppen, und ab 80 v. Chr. stand darauf eine keltische Siedlung, deren wohlhabende Oberschicht eine Münzprägestätte betrieb. Ab der Mitte des ersten Jahrhunderts dehnten sich die Römer von dort bis an den Fluss aus. Ein See, der in einen Fluss abläuft, liefert frei Haus. Das hat hier jeder begriffen, der gebaut hat.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24), Kanton Zürich — Turicum: eine römische Hafenstadt und Zollstation, https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2021/02/turicum-eine-roemische-hafenstadt-und-zollstation.html (accessed 2026-09-24)
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
Um 200 nennt ein Grabstein die Statio Turicensis, eine Zollstation für den Warenverkehr an der Grenze zu Rätien. Die Selbstverwaltung kam langsam. 1098 ging die Reichsvogtei an die Herzöge von Zähringen. Als ihr Geschlecht 1218 ausstarb, vergab der König das Amt nicht mehr erblich, sondern auf Zeit an einen Reichsbeamten, meist aus der Bürgerschaft. So unterstand die Stadt direkt Kaiser und Reich. Diese Stellung wurde bis 1512 mehrmals bestätigt, und aus ihr wuchs die städtische Selbstverwaltung. 1351 wurde die Stadt eidgenössischer Ort. Langsam gegart. So mag ich es.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24), Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Kanton), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007381/2017-08-24/ (accessed 2026-09-24)
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 1173–1218
Die Herzöge von Zähringen, nach dem Aussterben der Lenzburger alleinige Stadtherren. Wohl auf sie geht zurück, dass aus der Königspfalz eine Burg mit Türmen und Gräben wurde. Türme respektiere ich. In Gräben sammelt sich der gute Kies.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24)
- 1336–1798
Die Zünfte. 1336 stoppte die Brun'sche Zunftrevolution den Aufstieg der Patrizier, und Bürgermeister Rudolf Brun wurde auf Lebenszeit gewählt, mit diktatorischen Vollmachten. Die Zunftverfassung hielt, etwas verändert, bis 1798. Über vier Jahrhunderte. Für mich ein leichter Zwischengang.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24)
- 1803–
Ein Kanton der Eidgenossenschaft, nach fünf Jahren als Kanton der Helvetischen Republik ab 1798. Seit 1803 ist das so geblieben. Verstehe ich. Ich liege auch schon eine Weile, wo ich liege.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Kanton), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007381/2017-08-24/ (accessed 2026-09-24)
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Silber und Blau, einmal schräg geteilt. Mehr ist nicht drauf. Der Schild erscheint zuerst 1384 auf einem Siegel des kaiserlichen Hofgerichts, um 1417/18 auf einer Münze und 1437 zum ersten Mal in Farbe, auf einem Banner. Stadt und Kanton führen dasselbe Wappen. Zwei Farben, eine gerade Linie. Leichter verdaulich war noch kein Wappen.
Quellen: Stadt Zürich, Stadtarchiv — Das Wappen der Stadt Zürich, https://www.stadt-zuerich.ch/de/stadtleben/stadtportraet/zuerichs-geschichte/stadtarchiv/wissensportal/wappen-stadt-zuerich.html (accessed 2026-09-24)
Wappen: Eigene Zeichnung für Cobble Gobble — keine fremde Vorlage
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Der viergeschossige Kernbau des Zunfthauses zu Zimmerleuten ist anhand der Jahrringe im Holz auf 1156 datiert. Ich schätze alles, was sein Alter in Schichten mit sich trägt. Ich mache das genauso.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24)
Die Schipfe unterhalb des Lindenhofs ist eines der ältesten Quartiere der Stadt. Der Name kommt von der Schifffahrt: Boote ans Ufer und wieder ins Wasser «schupfen», also stossen. Im Mittelalter wurden hier wichtige Güter umgeschlagen, ab dem 16. Jahrhundert kamen Seidenindustrie, Badestuben und Schiffbau.
Quellen: Zürich Tourismus — Schipfe, das älteste Quartier Zürichs, https://www.zuerich.com/de/besuchen/sehenswuerdigkeiten/schipfe-das-aelteste-quartier-zuerichs (accessed 2026-09-24)
Von 1642 bis ins 18. Jahrhundert baute die Stadt eine sternförmige Schanzenanlage, die die ummauerte Fläche verdoppelte. Der Schanzengraben, an dem dein Weg im Westen endet, trägt die Schanze noch im Namen. Sternförmig. Das kann jede Guetzliform auch.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz — Zürich (Gemeinde), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000171/2015-01-25/ (accessed 2026-09-24)
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- Gasse
- Eine schmale Strasse. Die Altstadt besteht zu einem guten Teil aus Gassen, und je enger, desto knuspriger.
- Graben
- Ein Graben. Heisst eine Strasse so, lag dort meist einmal ein Stadtgraben, wie beim Schanzengraben am Westrand.
- Münster
- Eine grosse Kirche. Die Altstadt hat zwei davon, die sich über den Fluss hinweg anschauen.
Die Größe
An einem Tag zu schaffen: Zürich in Zahlen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 112Gassen
- 1.068Punkte
- 15,8km Gasse
- 20,1km zu Fuß
- 5,7Stunden im Schlendertempo
In der Nähe
Altstädte in der Nähe.
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.