Cobble Gobble

ENDE

Schweiz · Altstadt

Bern

Jede Gasse auf der Karte.

Jede Gasse in der Altstadt von Bern ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Die Altstadt

Jede Gasse, gezeichnet.

Jede Gasse innerhalb der Linie ist ein Gang. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Bundeshaus – Parlamentsgebäude 1.500 Punkte

    Fotografiert wird es vom Platz aus. Mach es andersherum: Geh hintenherum auf die Bundesterrasse. Dort hört der Boden auf und das Land fängt an. Bei klarer Sicht legt sich die weiße Wand der Alpen an den Horizont, und oben sagt dann keiner mehr viel.

  • Bärengraben 500 Punkte

    Über die Brücke und ans andere Ufer, ganz am Schluss der Runde. Ein weites, terrassiertes Gehege zieht sich die Böschung hinab, und seine Bewohner erklären das Wappen dieser Stadt besser als jedes Buch. Lass ihnen Zeit. Sie haben es auch nicht eilig.

  • Münster 500 Punkte

    Geh hinten herum auf die Plattform. Kastanien, Kies, Bänke, und dann ein Geländer, hinter dem sehr lange nichts kommt: Tief darunter liegen das Quartier am Wasser und der Fluss. Ein Aufzug fährt von hier hinab. Zu Fuß wieder hinauf ist die bessere Hälfte.

  • Zytglogge 500 Punkte

    Komm von Osten und schau zuerst auf das bemalte Zifferblatt. Dann stell dich zu der kleinen Menge, die sich alle sechzig Minuten darunter sammelt. Die sind mit Absicht zu früh da. Was gleich passiert, behalte ich für mich.

  • Einsteinhaus 250 Punkte

    Eine Tür unter vielen gleichen, unter denselben Lauben wie die Läden daneben. Von außen verlangt nichts deine Aufmerksamkeit, und genau das ist der Witz. Zähl die Hausnummern ab, bis du da bist, und dann eine Treppe hoch.

  • Heiliggeistkirche 250 Punkte

    Das äußere Ende der Gassen. Hier hört der überdachte Weg auf, und alles mit Rädern kommt gleichzeitig an. Die Kirche liegt auf einem eigenen Stück Pflaster, Verkehr auf beiden Seiten daran entlang. Als Wegmarke ist das ideal, als Kirche eher unruhig. Fang hier an oder hör hier auf.

  • Käfigturm 250 Punkte

    Die Gasse zielt genau darauf zu, teilt sich und findet dahinter wieder zusammen. Geh unten durch, nicht seitlich vorbei. Danach wird es breit, und die Marktstände übernehmen. Erst der schmale Turm, dann der Markt: eine vernünftige Reihenfolge.

  • Nydeggbrücke 250 Punkte

    Bleib in der Mitte stehen und dreh dich um. Die Stadt staffelt sich hinter dir nach oben, Dach über Dach über einer langen grauen Steinwand, und die ganze Runde liegt auf einmal vor dir. Dann weiter. Der Nachtisch liegt drüben.

  • Rathaus 250 Punkte

    Die Front dieses Hauses ist vor allem Treppe. Zwei Läufe steigen von der Gasse hoch, treffen sich auf einem Absatz und geben dich erst dann an der Tür frei. Einen Eingang, den man sich verdienen muss, finde ich richtig.

Herkunft des Namens

Warum es Bern heißt.

Der Name ist älter als jeder Beleg dafür. Geschrieben steht er 1191 als Berna und 1218 als burgum de Berno, dann hört die Spur auf. Die Stadt selbst erzählt es so: Ein Herzog ritt über das Gelände, um einen Siedlungsplatz zu suchen, ging dabei auf die Jagd, traf einen Bären und benannte den Ort nach ihm. Das Nachschlagewerk deutet vorsichtig woandershin: auf ein beschriftetes Metallplättchen aus dem Wald flussaufwärts, auf dem Brenodor steht, vielleicht die ältere Form. Durchgesetzt hat sich trotzdem der Bär. Gegen eine gute Geschichte kommt ein Stück Blech nicht an.

Quellen: hls-dhs-dss.ch, www.bern.ch

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Schau dir die Flussschleife an. Die Altstadt liegt auf einem Geländesporn in der Aareschlaufe, auf drei Seiten Wasser, ein trockener Zugang. Die Zähringer legten sie zwischen der Burg an der Spitze und dem Turm am anderen Ende an: rund 750 Meter lang, im Mittel 175 Meter breit, in der Mitte ein breiter Gassenmarkt, links und rechts je eine Nebengasse. Diese Gassenmärkte messen 17 bis 18 Meter, früher bis zu 27. Eine großzügige Portion Straße.

Quellen: bauinventar.bern.ch S. 1, www.bern.ch

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

1191, und das Fragezeichen stammt vom Lexikon, nicht von mir. Die älteste Quelle zur Gründung ist die Chronik der Stadt selbst. Die Gründungsstadt entstand zwischen 1191 und 1210, die erste Erweiterung folgte zwischen 1220 und 1230. Davor gehörte die ganze Flussschleife zum Königshof Bümpliz. Da hat jemand einen laufenden Gutshof angesehen und die Flussschlaufe für wertvoller gehalten.

Quellen: hls-dhs-dss.ch, bauinventar.bern.ch S. 1

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

1191–1218

Die Zähringer. Herzog Berchtold V. legte die Stadt auf Reichsboden an und gab ihr ein Stadtrecht nach dem Vorbild Freiburgs im Breisgau. Beim Übergang an das Reich stellte König Friedrich II. der Stadt 1218 eine neue Urkunde aus. Die erste ist verschollen. Siebenundzwanzig Jahre Besitz, und kein Blatt Papier davon übrig.

Quellen: hls-dhs-dss.ch

1218–1353

Sich selbst, ungefähr. Die Urkunde von 1218 ist die Goldene Handfeste, 1223 heißt Bern zum ersten Mal Reichsstadt. Ein Rat ist 1224 belegt, 1249 sind es zwei, und nach 1293 wählte die Gemeinde die Sechzehner, deren ganze Aufgabe darin bestand, den Rat der Zweihundert zu wählen. Ziemlich viel Gremium für eine Flussschlaufe.

Quellen: hls-dhs-dss.ch

1353–1798

Der eigene Rat, und mit der Zeit auch der von allen anderen. 1353 schloss Bern sein erstes unbefristetes Bündnis mit Uri, Schwyz und Unterwalden, das die Geschichtsschreibung später als Beitritt zur Eidgenossenschaft gelesen hat. In den Jahrhunderten danach wurde der größte Stadtstaat nördlich der Alpen von einem einzigen Haus an der Hauptgasse aus regiert. Ich habe in all der Zeit nichts verwaltet, und ich war zuerst da.

Quellen: hls-dhs-dss.ch

1798–

Die Schweiz, mit Anlauf. Am 5. März 1798 besetzten französische Truppen die Stadt, und das alte Bern war zu Ende. Fünfzig Jahre danach brauchte das neue Land eine Bundesstadt und nahm diese hier. Die Einwohnergemeinde stimmte Ende 1848 mit 419 zu 313 zu, laut Lexikon „mit wenig Begeisterung“. Seither sitzen Regierung und Parlament hier.

Quellen: hls-dhs-dss.ch, hls-dhs-dss.ch

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Ein Bär, im Schritt. Auf dem Schild läuft er über einen goldenen Schrägbalken auf Rot, mit roten Krallen und roter Zunge. Die amtliche Fassung von 1944 sagt: in Rot ein goldener Rechtsschrägbalken, belegt mit einem schreitenden schwarzen Bären mit roten Krallen. Das Icon behält das Tier und lässt den Rest weg, denn in dieser Größe ist ein Schrägbalken nur ein Streifen. Seit dem Stadtsiegel von 1224 läuft er, und angekommen ist er nirgends.

Quellen: de.wikipedia.org

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Bern hat kein Vorzeigegebäude, und das hat System. Der Grundriss lässt für große Plätze keinen Raum: Die beiden, die es gibt, vor dem Rathaus und vor dem Münster, wurden nachträglich freigelegt, indem man Wohnhäuser abbrach. Die öffentlichen Bauten stehen alle am Rand des Stadtkörpers. Auf der Welterbeliste steht seit 1983 der Stadtplan selbst, ein mittelalterlicher, der noch funktioniert, und nicht ein einzelnes Haus darauf. Mir kommt das entgegen. Eine lange Gasse ist mir lieber als ein hohes Haus.

    Quellen: bauinventar.bern.ch S. 1, www.kultur.bkd.be.ch

  2. Sechs Kilometer dieser Runde sind überdacht. Die Erdgeschosse der Sandsteinhäuser öffnen sich beidseits in rundbogige Lauben, die Dächer kragen weit über die Gasse, und dazwischen stehen die Brunnen und setzen Farbe gegen den grauen Stein. Die Gasse selbst krümmt sich sanft und fällt dabei die ganze Zeit nach Osten ab. Bern ist der einzige Ort, an dem ich unter Dach gegessen habe.

    Quellen: bauinventar.bern.ch S. 1, www.myswitzerland.com

  3. Unter dieser Stadt liegt eine zweite. Die Matte liegt am Aareufer, rund vierzig Meter tiefer als die Gründungsstadt, abseits jedes Durchgangsverkehrs; mit Pferd und Wagen kam man nur durch die Mattenenge hinein. Getreide- und Sägemühlen, eine Stampfe und der Anlegeplatz für alles, was auf dem Fluss ankam: alles da unten, von den Gassen oben aus nicht zu sehen. Zwischen beiden kommst du über Treppen hin und her. Eine Stadt, die einen Gang eine Etage tiefer serviert, macht etwas richtig.

    Quellen: www.bern.ch, www.bern.ch

Gassenwörter

Was auf den Schildern steht.

Gasse
Das gewöhnliche Wort für eine Straße. Kramgasse, Gerechtigkeitsgasse, Postgasse, Junkerngasse, Brunngasse. Lies die erste Hälfte, dann weißt du, was dort einmal los war.
Gässchen
Dasselbe Wort, nur klein, und davon gibt es hier reichlich: Metzgergässchen, Schlüsselgässchen, Storchengässchen, Finstergässchen, Ryffligässchen. Auf Berndeutsch wird -gässli daraus, deshalb heißt die Zwiebelgasse Zibelegässli.
Passage
Ein Durchstich quer durch einen Häuserblock, der als eigene Straße zählt. Marktgass-Passage, Spitalgass-Passage, Zeughaus-Passage, Von-Werdt-Passage, Waaghaus-Passage. Auf eine Wand antwortet Bern mit einem Loch.
Stalden
Eine Steigung. Der Nydeggstalden fällt am Ende der alten Gassen ab, der Grosse Muristalden steigt drüben wieder an, und der Mani-Matter-Stutz meint dasselbe mit einem anderen Wort. Punkte bergauf schmecken nicht besser, falls du darauf gehofft hast.
Treppe
Stufen, die als Straße geführt werden. Mattentreppe, Nydeggtreppe, Fricktreppe, Burgtreppe. Alle vier sind gezählt, auf allen vieren liegen Punkte, und alle vier sind steiler, als die Karte zugibt.
Graben
Ein Graben, benannt nach dem, der einmal vor einer Stadtmauer verlief. Hirschengraben und Münzgraben sind längst aufgefüllt und gepflastert. Die Stadt fraß sich nach außen und verschluckte dabei ihre eigenen Ränder. Den Drang verstehe ich.

Die Größe

Eine Altstadt, ausgemessen.

Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 105Gassen
  • 1.194Punkte
  • 18,2km Gasse
  • 23,5km zu Fuß
  • 6,7Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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