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ENDE

Deutschland · Altstadt

Berlin

Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Berlin: jede Straße in zwei Tagen.

Jede Straße auf der Karte.

Jede Straße in der Altstadt von Berlin ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Auf einen Blick

Bevor du losgehst.

Strecke
39,5 km
Dauer
etwa 11,5 Stunden
Straßen
107
Stufen
10 Straßen mit Stufen
Startpunkt
Brandenburger Tor
Handy beim Gehen nötig
nein
Offline nutzbar
ja
Läuft ab
nie

Die Altstadt

Jede Straße, gezeichnet.

Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Brandenburger Tor 1.500 Punkte

    Das Westende der Runde, und das einzige Wahrzeichen hier mit einem Wagen auf dem Dach. Alle bleiben stehen. Ich kaue weiter.

  • Berliner Dom 500 Punkte

    Er steht auf der Insel, eine Wiese davor, und das Dach ist grün geworden. Kupfer macht das. Langsam. Langsam finde ich gut.

  • Berliner Fernsehturm 500 Punkte

    Hierhin brauchst du keine Wegbeschreibung. Schau in fast jeder Straße nach oben, und er steht schon da und ist groß.

  • Neue Wache 500 Punkte

    Klein, quadratisch, hinter Bäumen zurückgesetzt, dort wo die Allee am breitesten ist. Leicht zu übersehen. Mir passiert das nie.

  • Pergamonmuseum 500 Punkte

    Eines von fünf Museen auf einer einzigen Insel, mit einem Wassergraben an der Seite. Die Insel ist das dichteste Stück der Runde. Bring Hunger mit.

  • Rotes Rathaus 500 Punkte

    Rot, und zwar mit Absicht. Um das Erdgeschoss läuft ein Band aus Terrakotta, das die Stadtgeschichte in Bildern erzählt. Ein Haus mit Speisekarte. Sehr gut.

  • Akademie der Künste 250 Punkte

    Das einzige Haus am Pariser Platz, in das du direkt hineinsehen kannst. Der Rest dort ist Stein mit hergerichtetem Gesicht. Dieses hier zeigt sein Inneres.

  • Ebertsbrücke 250 Punkte

    Eine kurze Brücke über die Spree, und fast alle liegen bei ihr daneben. Zäh unter den Füßen. Brücken sind das meistens.

  • Gendarmenmarkt 250 Punkte

    Ein Platz mit einem Gebäude an drei Seiten und sonst nichts als Fläche. Berlin schenkt dir selten Fläche. Nimm sie.

  • Hackesche Höfe 250 Punkte

    Du kannst mitten hindurch und kommst auf der Rückseite wieder heraus. Ein Haus mit Durchgang. Sehr angenehm.

  • Hausvogteiplatz 250 Punkte

    Klein, und die meisten gehen darüber, ohne je nach unten zu schauen. Am U-Bahn-Eingang steht etwas, wofür man stehen bleibt. Was, sage ich nicht.

  • Nikolaikirche 250 Punkte

    Die Gassen hier drumherum sind das engste Kauen der ganzen Runde. Berlin ist meistens breit und gerade. Diese Ecke hat das vergessen.

  • Staatsbibliothek zu Berlin 250 Punkte

    Sie nimmt so viel von der Allee ein, dass du eine Weile an ihrer Front entlangläufst, bevor eine Tür kommt. Gute Punkte. Langes Haus.

  • Werkbundarchiv - Museum der Dinge 250 Punkte

    Ein Museum der gewöhnlichen Dinge: Kannen, Verpackungen, Stühle, das Zeug, das sonst niemand aufhebt. Vergessene Sachen, trotzdem aufbewahrt. Das kenne ich gut.

Essen

Echtes Essen.

Berlin hatte nie eine eigene Küche. Berlin hatte Zuzug. Hugenotten, Böhmen, Schlesier, später türkische und vietnamesische Köche, und jede Welle ließ etwas auf der Karte zurück. Erfunden hat die Stadt die Art zu essen: im Stehen, aus der Pappschale, auf dem Weg irgendwohin. Das passt mir. Ich esse auch im Stehen, und ich stehe hier schon eine Weile.

Mit Fleisch

Berlin hat kein eigenes staatliches Lebensmittelregister, ein Gericht kommt hier also erst auf die Liste, wenn drei unabhängige Quellen sich einig sind. Vieles aus Berlins Küche schafft das nicht. Eisbein und Königsberger Klopse isst man hier, und beide stehen trotzdem nicht da, weil die Belege weniger hergaben als der Ruf.

Vegetarisch

Zwei, und das ist die ehrliche Zahl. Berlins altes fleischloses Essen ist Brot und Gebäck, denn billig waren hier Mehl und Fett. Die pflanzliche Küche der Stadt kam sehr viel später, und das meiste davon ist vegan statt vegetarisch, sie steht also weiter unten unter Vegan und nicht hier.

Vegan

Beides wächst außerhalb der Stadt und nicht in ihr, und das ist die ehrliche Form von Berlins älterem Pflanzenessen: Der Sandboden rundherum hat es ernährt. Die moderne vegane Küche der Stadt ist eine eigene und viel jüngere Geschichte. 2016 zählte das Tourismusbüro 43 komplett vegane Küchen, fünf Jahre davor waren es zwölf.

Spätes Frühstück

Kaffee am Nachmittag

  • Röststätte Berlin wegen einer Sache hin: der Kaffee aus eigener Röstung

    Eine Rösterei, seit 2003 dabei, versteckt in den Hackeschen Höfen, wo man eher Andenkenläden erwartet. Bis zu acht von zehn Leuten am Tresen kommen täglich, manche zweimal, und so verhält sich ein Hof voller Besucher sonst nicht. Pflanzenmilch und veganes Essen sind hier normal.

    • Mo09:00–18:00
    • Di09:00–18:00
    • Mi09:00–18:00
    • Do09:00–18:00
    • Fr09:00–18:00
    • Sa10:00–18:30
    • Sogeschlossen

    Sonntags zu, also genau dann, wenn im Hof am meisten los ist.

    Quellen: European Coffee Trip, Berlin city guide: Röststätte Berlin, Mit Vergnügen Berlin, 11 Cafés und Restaurants am Hackeschen Markt

  • The Greens wo die Leute hier hingehen

    Ein kleines Café im Hof der Alten Münze, eingerichtet, damit die Leute aus dem Münzgebäude etwas zu essen haben. Das Mittagessen ist vegetarisch, wechselt wöchentlich und kostet fünf bis sechs Euro. Ein paar Minuten vom Nikolaiviertel, und wer der Touristenroute folgt, läuft daran vorbei.

    • Mo10:00–17:00
    • Di10:00–17:00
    • Mi10:00–17:00
    • Do10:00–17:00
    • Fr10:00–17:00
    • Sa10:00–17:00
    • So10:00–17:00

    Um fünf ist Schluss, das hier ist also eine Tagesadresse und kein Abendessen.

    Quellen: European Coffee Trip, Berlin city guide: The Greens, Mit Vergnügen Berlin, Urban Jungle in Mitte: Kaffee trinken im The Greens

Abendessen

  • Trio wo die Leute hier hingehen

    Das Berliner Slow-Food-Convivium nennt es das gute Wirtshaus um die Ecke, und genau das ist es: deutsch-österreichische Klassiker, siebzig Plätze drinnen, ein paar draußen. Mittags gibt es gar keine Reservierungen, du kommst einfach vorbei. Ein Stück nördlich der Runde, und der Weg gehört dazu.

    • Mo18:00–23:00
    • Di18:00–23:00
    • Mi12:00–14:30, 18:00–23:00
    • Do12:00–14:30, 18:00–23:00
    • Fr12:00–14:30, 18:00–23:00
    • Sa18:00–23:00
    • So18:00–23:00

    Mittags nur Mittwoch bis Freitag. Abends jeden Tag.

    Quellen: Slow Food Deutschland, Genussführer, Convivium Berlin: Trio Berlin, Mit Vergnügen Berlin, 11 wirklich gute Restaurants in Berlin Mitte

Stand 12. September 2026.

Herkunft des Namens

Warum es Berlin heißt.

Berlin ist ein slawisches Wort für nassen Boden. Altpolabisch birl-, berl- heißt Sumpf, und die Endung -in macht daraus einen Ort: eine Stelle im sumpfigen Gelände. Der Bär kam später. Jemand hörte Bär in Berlin und malte einen hin, so wird aus einem Namen ein Tier. Ich habe diese Stadt gegessen. Untendrunter ist sie immer noch ein bisschen weich.

Quellen: de.wikipedia.org

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Zwei Städte, ein Fluss, dazwischen ein Übergang. Berlin lag am Ufer rund um die Nikolaikirche. Cölln lag auf der Insel genau gegenüber. 1307 beschlossen sie, nach außen als eine aufzutreten: zwölf Ratsherren aus Berlin, sechs aus Cölln, ein gemeinsames Rathaus, und trotzdem behielt jede Stadt ihr eigenes Geld. Erst 1432 wurde eine Gemeinde daraus. Diese Runde läuft über beide und über das Wasser dazwischen.

Quellen: www.preussischer-kulturbesitz.de, www.berlin.de, www.berlin.de

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

Auf dem Papier steht 1237. Da wird ein Pfarrer namens Symeon in einer Urkunde genannt, und dieses Jahr gilt als Gründungsjahr. Berlin selbst taucht erst 1244 auf. Der Boden sieht das anders. Eichenholz aus einem Brunnen am Petriplatz wurde um 1203 geschlagen, andere Hölzer aus der Stadtmitte fielen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, und ein Kastenbrunnen beim Rathaus datiert in die 1220er, auf Grund, auf dem noch niemand wohnen sollte. Holz hat das bessere Gedächtnis. Ich bin da natürlich befangen.

Quellen: www.berlin.de, www.berlin.de, www.hiko-berlin.de, www.berlin.de

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

1157–1320

Die Markgrafen von Brandenburg aus dem Haus der Askanier. Unter ihnen wuchsen die beiden Städte, und ihr Adler sitzt auf dem ältesten Berliner Siegel. 1307 taten sich die Städte ausgerechnet gegen diesen Markgrafen zusammen, was einiges über das Verhältnis sagt. 1320 starb der letzte Mann der Familie.

Quellen: www.politische-bildung-brandenburg.de, www.berlin.de

1411–1701

Die Hohenzollern kommen, und bleiben fünfhundert Jahre. Friedrich VI. von Nürnberg bekommt 1411 die Mark und wird 1415 Kurfürst. Eines der ersten Dinge, die die Familie mit Berlin macht: die gemeinsame Verwaltung wieder einkassieren, die sich die beiden Städte selbst gebaut hatten.

Quellen: www.berlin.de

1701–1918

Könige. Friedrich III. krönt sich 1701 als Friedrich I. zum König in Preußen, und Berlin wird Residenz. Das meiste, woraus diese Runde besteht, entsteht in dieser Zeit: die Allee, die Plätze, die Museen, die breiten geraden Straßen. 1871 wird die Stadt Reichshauptstadt und wächst entsprechend.

Quellen: www.berlin.de, www.berlin.de

1945–1990

Vier Sektoren, vier Besatzungsmächte, eine Stadt, gemeinsam verwaltet und dann überhaupt nicht mehr gemeinsam. Diese Runde liegt fast vollständig auf der östlichen Seite dieser Ordnung. Deshalb wurden einige Häuser hier erst Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut, und eines ist jünger als der Spaziergang selbst.

Quellen: www.berlin.de

1990–

Wieder eine Stadt, und ein Bundesland. Fast alles in dieser Runde ist seither repariert, wieder aufgebaut oder neu eröffnet worden. Nach meinen Maßstäben ist das von gestern. Ich liege seit sechshundert Jahren in Gassen und gewöhne mich noch daran.

Quellen: www.berlin.de

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Ein aufgerichteter schwarzer Bär auf silbernem Schild, rote Zunge, rote Krallen, darüber eine goldene Krone, deren Reif eine Mauer mit einem Tor ist. Der Bär musste sehr lange teilen. Das älteste Berliner Siegel von 1253 zeigt stattdessen einen Adler, und als 1280 endlich zwei Bären auftauchen, stehen sie links und rechts vom Adlerschild und halten ihn fest. Der Adler blieb bis 1920. Und der Bär trug ein Halsband, bis der Magistrat 1875 beschloss, ihn künftig frei zu führen.

Quellen: www.berlin.de

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Der Mühlendamm ist der Grund für alles. Im 13. Jahrhundert lag er als Wehr zwischen den beiden Städten über der Spree, und wer Wasser staut, bekommt Mühlen: ab etwa 1220, daher der Straßenname. Es hieß aber auch, dass jedes Schiff anhalten musste. Bis 1578 gab es keine Schleuse, also wurde am Damm umgeladen, ob es dem Kaufmann passte oder nicht. Von einer Unbequemlichkeit kann eine Stadt sehr gut leben.

    Quellen: www.berlin.de

  2. Unter den Linden fing als bescheidene Allee zu einem Jagdrevier an. Mehr war es nicht: ein Weg für den Großen Kurfürsten vom Schloss hinaus in den Tiergarten. Was du heute gehst, ist ein Wiederaufbau. Die Stadt beschloss, die Straße nach einem Regelwerk wieder hochzuziehen, dem Lindenstatut, mit den alten Fluchtlinien und den alten Traufhöhen. So behielt die Allee ihre Form, auch wo die Häuser neu sind. Du läufst hier ein Maß ab.

    Quellen: denkmaldatenbank.berlin.de

  3. Berlin als Form auf der Karte ist jünger als Berlin als Stadt. Am 1. Oktober 1920 wurden acht eigenständige Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu einer Stadt mit zwanzig Bezirken zusammengelegt, und die Einwohnerzahl verdoppelte sich über Nacht auf rund 3,8 Millionen. Alles, was diese Runde abdeckt, war da längst alt. Du läufst hier den ursprünglichen Bissen, nicht den ganzen Teller.

    Quellen: www.berlin.de

Straßenwörter

Was auf den Schildern steht.

Straße
Das schlichte Wort für Straße, und 55 von 113 hier hören darauf. Berlin macht wenig Poesie in Straßennamen. Berlin macht Länge.
Graben
Ein Wassergraben. Am Kupfergraben läuft an der Museumsinsel entlang, Am Zwirngraben unter den Bahnbögen, Am Festungsgraben am Theater vorbei. Wasser hat hier alles geformt, lange vor dem Pflaster.
Damm
Ein aufgeschütteter Weg durch nassen Boden. Mühlendamm und Am Weidendamm sagen dasselbe: Hier musste erst jemand aufschütten, bevor man gehen konnte.
Ufer
Das Ufer. Reichstagufer, Spreeufer, Vera-Brittain-Ufer. Straßen, die zugeben, dass der Fluss sie krumm macht.
Markt
Ein Marktplatz, der das Wort im Namen behalten hat. Gendarmenmarkt, Hackescher Markt, Werderscher Markt. Drei Plätze, drei völlig verschiedene Breiten.
Gasse
Eine Gasse, und Berlin hat kaum noch welche. Sieben sind es hier, darunter Sperlingsgasse, Spreegasse und Heiligegeistgasse. Eng ist selten in dieser Stadt, also lasse ich mir Zeit damit.
Brücke
Eine Brücke, und sieben davon zählen hier als Straße. Mitten durch die Runde läuft Wasser, du querst es mehr als einmal.

Die Größe

An einem Tag zu schaffen: Berlin in Zahlen.

Gezählt aus den Straßen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 107Straßen
  • 2.029Punkte
  • 31,1km Straße
  • 39,5km zu Fuß
  • 11,3Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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