Cobble Gobble

ENDE

Deutschland · Altstadt

Hamburg

Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Hamburg: jede Straße an einem Tag.

Jede Straße auf der Karte.

Jede Straße in der Altstadt von Hamburg ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.

Auf einen Blick

Bevor du losgehst.

Strecke
23,8 km
Dauer
etwa 7 Stunden
Straßen
103
Stufen
7 Straßen mit Stufen
Startpunkt
Kirchenruine St. Nikolai
Handy beim Gehen nötig
nein
Offline nutzbar
ja
Läuft ab
nie

Die Altstadt

Jede Straße, gezeichnet.

Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.

Sehenswürdigkeiten

Was ich zuerst essen würde.

Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.

  • Kirchenruine St. Nikolai 1.500 Punkte

    Ein Turm, 147 Meter hoch, und um ihn herum kaum noch Kirche. Ein gläserner Aufzug bringt dich in 40 Sekunden auf eine Plattform in 76 Metern Höhe, und unter dir liegt das ganze Level wie eine Speisekarte. Warum vom Rest nichts mehr steht, erzähle ich dir, wenn du unten am Turm stehst.

  • Chilehaus 500 Punkte

    Die Ikone des Kontorhausviertels. Geh einmal ganz herum, stell dich dann ans schmale Ende und leg den Kopf in den Nacken. Ich weiß, was ich da sehe. Ausnahmsweise kein Mittagessen.

  • Hamburger Kunsthalle 500 Punkte

    Ein Haus voller Kunst, offen seit 1869. Irgendwo darin steht seit sehr langer Zeit ein Mann mit dem Rücken zum Publikum und schaut ins Wetter. Keiner hat ihn je gebeten, mal Platz zu machen. Mich auch nicht.

  • Hauptkirche St. Petri 500 Punkte

    Die Marktkirche, auf einer der beiden höchsten Stellen der erzbischöflichen Altstadt. 544 Stufen führen hinauf zu einem Ausguck 123 Meter über den Straßen. Ich würde sie lieber knabbern als steigen. Irgendwo auf dem Weg nach oben wartet etwas, das du in einem Kirchturm nicht erwartest.

  • Rathaus 500 Punkte

    Das Hamburger Rathaus wurde 1897 eingeweiht und steht auf mehr als viertausend Eichenpfählen, ungefähr dort, wo der Geestrücken spitz zuläuft. Ich habe sie mal gezählt. Zeit hatte ich ja. Bevor du gehst: einmal durch bis nach hinten. Du wirst sehen, warum.

  • Evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Jacobi 250 Punkte

    1769 kam auf diesen Turm der erste Blitzableiter Deutschlands. Bei mir schlägt nur der Hunger ein. In der Kirche hat eines der Instrumente Humor. Welches, sage ich nicht.

  • Hammaburg-Platz 250 Punkte

    Ein kleiner grüner Platz im Schatten von St. Petri, und hier fing die Stadt an: mit einer Siedlung von etwa 200 Menschen. Zwei Bissen, wenn du langsam kaust. Sieh dir an, was um dich herum steht, bevor du gehst. Nichts davon steht zufällig da.

  • Hauptkirche St. Katharinen 250 Punkte

    Bei der Restaurierung 2010 und 2011 kam ein mittelalterliches Doppelportal zum Vorschein, das in keinem Bauplan und keiner Kirchenakte stand. Eine Tür, die jahrhundertelang dichtgehalten hat. Für meine Verhältnisse eine Anfängerin, aber begabt. Schau vor dem Reingehen hoch zur Turmspitze und frag dich, woraus die ist.

  • Historische Häuser 250 Punkte

    Historische Kaufmannshäuser in einer Reihe am Nikolaifleet, an einer Straße, die auf der Deichkrone verläuft und 1304 zum ersten Mal erwähnt wurde. Eine Straße, hoch serviert wie Torte auf der Etagere. Eines dieser Häuser hat eine bessere Geschichte als die übrigen. Welches, sage ich nicht.

  • Laeiszhof 250 Punkte

    Ein Geschäftshaus an der Trostbrücke, Hamburgs ältester Brücke. Geh herum zur Wasserseite und schau hoch aufs Dach. Da oben sitzt jemand den ganzen Tag und fragt nie nach Mittagessen. Könnte ich nicht.

Essen

Echtes Essen.

Hamburg kocht wie ein Hafen. Seefahrergerichte machen einen großen Teil dessen aus, was die Stadt ihre eigene Küche nennt, und Pannfisch war einmal das Fischresteessen der Hafenarbeiter. Hier gibt es also nicht den einen berühmten Teller. Der rote Faden heißt: nichts verkommen lassen. Da bin ich ganz Hamburger.

Fleisch und Fisch

Zwei, nicht drei. Hamburger Aalsuppe und das Fischbrötchen gehören auch zur Stadt, aber hinter jedem stehen nur zwei unabhängige Quellen, und ich will drei.

  • Labskaus

    Allen voran unter Hamburgs Seefahrergerichten: Kartoffelbrei mit Corned Beef oder Pökelfleisch und Roter Bete, dazu Spiegelei, Rote-Bete-Scheiben und ein Rollmops. Nicht jedermanns Sache, gibt sogar Hamburgs Genuss-Guide zu. Fünf Sachen auf einem Teller. Endlich mal eine vernünftige Portion.

    Quellen: Hamburg Tourismus GmbH, Genuss-Guide Hamburg (SZENE HAMBURG), Mit Vergnügen Hamburg

  • Hamburger Pannfisch

    Früher das Resteessen der Hafenarbeiter: Fisch vom Vortag, in der Pfanne mit krossen Bratkartoffeln vermengt, dazu eine dicke Senfsoße. Die Soße hatte eine Aufgabe: Sie sollte den Fisch überdecken, der schon ein bisschen roch. Heute ist der Fisch frisch, und die Soße kommt extra.

    Quellen: Hamburger Abendblatt (Funke), Nordische Esskultur, Mit Vergnügen Hamburg, hamburg.de

Vegetarisch

Eins. Fast alles, was die Stadt und ihre Magazine als Hamburger Küche aufzählen, ist Fisch oder Fleisch. Der andere fleischlose Klassiker, braune Kuchen, ist im Original von Kemm vegan und steht deshalb bei den veganen Gerichten. Rote Grütze ist norddeutsch und skandinavisch, nicht nur hamburgisch.

Vegan

Eins. Hamburgs alte Küche lebt von Fisch, Fleisch und Butter, und kein anderes veganes Gericht hat drei unabhängige Quellen hinter sich.

  • Braune Kuchen

    Heißen Kuchen, sind aber Kekse: dünn, knusprig, gewürzt mit Zimt und Nelken. Kemm backt seine seit 1782, und im Norden gehören sie zu Weihnachten. Ein Keks mit dem Namen eines Kuchens. Mir egal: Ich esse beides.

    Nimm die von Kemm, den blauen Beutel aus Hamburgs Supermarktregalen: Der Hersteller sagt, sein Rezept war schon immer vegan. Hausrezepte können Butterschmalz oder Schmalz nehmen, also frag woanders nach dem Fett.

    Quellen: Mit Vergnügen Hamburg, Genuss-Guide Hamburg (SZENE HAMBURG), Hamburg Tourismus GmbH, t-online Hamburg, Kemm'sche Kuchen

Spätes Frühstück

  • Marshall Street Schopenstehl wo die Leute hier hingehen

    Schopenstehl 30

    Ein Café im australischen Stil, das seinen Kaffee selbst röstet. Ein echter Geheimtipp in der City, schreibt ein Hamburger Stadtmagazin. Zum Frühstück reicht es vom veganen Avocadobrot bis zum French Toast, und zu den Buttermilchwaffeln gibt es hausgemachte Hollandaise. Hollandaise auf der Waffel. Diese Küche denkt wie ich.

    • Mo08:00–16:00
    • Di08:00–16:00
    • Mi08:00–16:00
    • Do08:00–16:00
    • Fr08:00–16:00
    • Sa09:00–16:00
    • So09:00–16:00

    Quellen: European Coffee Trip, Falstaff, Mit Vergnügen Hamburg

Kaffee am Nachmittag

  • OMEN Café wegen einer Sache hin: die Magazin-Etage darüber

    Mönckebergstraße 21

    Eine Etage über dem Café liegt ein ganzes Stockwerk voller kuratierter Magazine zum Blättern. Unten im Café gibt es Kaffeespezialitäten, Kuchen und Snacks in einem stylischen, bunten Raum, drei Stockwerke über der Mönckebergstraße. Ein ganzes Stockwerk Papier, und ich darf es nur lesen.

    • Mo10:00–18:00
    • Di10:00–18:00
    • Mi10:00–18:00
    • Do10:00–18:00
    • Fr10:00–18:00
    • Sa10:00–18:00
    • Sogeschlossen

    Das Café liegt im Modehaus Thomas i Punkt. Nimm den Aufzug in den dritten Stock.

    Quellen: European Coffee Trip, Mit Vergnügen Hamburg

  • Brühwerk Ferdinandstraße wo die Leute hier hingehen

    Ferdinandstraße 40a

    Eine Kaffeebar in der Ferdinandstraße. Ein Hamburger Stadtmagazin schickt alle hierher, die gegen das Nachmittagstief im Büro oder den Shoppingstress eine Portion Koffein brauchen. Ein Nachmittagstief kenne ich nicht. Nur Nachmittagshunger.

    • Mo07:30–17:00
    • Di07:30–17:00
    • Mi07:30–17:00
    • Do07:30–17:00
    • Fr07:30–17:00
    • Sa09:00–17:00
    • So09:00–17:00

    Quellen: European Coffee Trip, Mit Vergnügen Hamburg

Abendessen

  • Laufauf schon lange da

    Kattrepel 2

    Seit 1927 ist im Souterrain des Montanhofs am Kattrepel 2 ein Restaurant, schreibt die HafenCity Zeitung. Heute ist es rustikal und gemütlich, mit Roastbeef, Steaks und Labskaus auf der Karte, und mittags sitzen Leute von der Zeit zwischen den Touristen. Seit 1927. Für einen Keller ein vielversprechender Anfang.

    • Mo11:30–22:00
    • Di11:30–22:00
    • Mi11:30–22:00
    • Do11:30–22:00
    • Fr11:30–22:00
    • Sa13:00–22:00
    • Sogeschlossen

    Halt Ausschau nach der Treppe nach unten: Das Lokal liegt im Souterrain. Labskaus gibt es hier auch vegetarisch oder vegan.

    Quellen: Schlemmer Atlas (Busche Verlag), HafenCity Zeitung

  • Gasthaus an der Alster wo die Leute hier hingehen

    Ferdinandstraße 65-67

    Ein Gasthaus in der Ferdinandstraße mit Hausmannskost: Schnitzel und Eintopf, dazu Fisch wie Zanderfilet. Die Mittagskarte wechselt jeden Tag, dazu kommen Angebote. Jeden Tag ein neues Mittagessen. Endlich hält eine Karte mit mir Schritt.

    • Mo11:00–23:00
    • Di11:00–23:00
    • Mi11:00–23:00
    • Do11:00–23:00
    • Fr11:00–23:00
    • Sa11:00–23:00
    • So11:00–23:00

    Quellen: Falstaff

Stand 6. Oktober 2026.

Herkunft des Namens

Warum es Hamburg heißt.

Hamburg ist nach der Hammaburg benannt, der Burg, aus der die Stadt gewachsen ist. Das Archäologische Museum Hamburg übersetzt den Namen mit „Burg in der feuchten Niederung bzw. Bucht“ und sieht darin einen Hinweis auf eine sächsische Gründung. Auf dem mittelalterlichen Siegel der Bürger heißt die Stadt Hammenburch. Feuchter Boden stört mich nicht. Gut eingeweicht kaut es sich leichter.

Quellen: Archäologisches Museum Hamburg, Hammaburg-Platz würdigt historische Keimzelle der Stadt; Archäologisches Museum Hamburg, Mythos Hammaburg; Wikipedia (DE) - Landeswappen Hamburgs

Warum hier

Jemand stand hier und hat entschieden.

Die ersten Siedler bauten auf einer bis zu 15 Meter hohen Geestzunge, die von Osten in die Alsterniederung hineinragt. Die Alster umschließt sie in einer Schleife von Norden und Westen, im Süden fließt die Elbe, und das Ganze liegt in dem Dreieck, in dem die Alster in die Elbe mündet: nah genug am großen Fluss, um vom Meer aus schnell erreichbar zu sein. Reich wurde der Ort durch den Handel über die Alsterfurt und den Hafen, und der erste Marktplatz war der heutige Alte Fischmarkt. Ungefähr dort, wo heute das Rathaus steht, läuft der Rücken spitz zu und verschwindet im Wasser. Dieses Level umfasst zwei mittelalterliche Städte: die erzbischöfliche Altstadt oben auf dem Rücken und die Neustadt der Grafen von 1188 mit ihrem Hafen am Nikolaifleet, die die Fläche fast verdoppelte. Beide gehören heute zum Stadtteil Hamburg-Altstadt. Hoch gelegen, an drei Seiten Wasser: ein Knödel in der Soße. Ich verstehe, warum sie geblieben sind.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Eine kurze Geschichte der Stadt; Archäologisches Museum Hamburg, Mythos Hammaburg; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Hohes Mittelalter in Hamburg; Wikipedia (DE), Trostbrücke

Warum damals

Als der erste Stein gelegt wurde.

Die erste Befestigung entstand im 8. Jahrhundert, gebaut von Wenden oder Sachsen, und um 800 wurde der Graben um ihren Herrenhof aufgefüllt. Für diese Zeit erwähnt keine Schriftquelle die Hammaburg: Der Graben ist älter als jedes Papier. Die beiden berühmten Gründungsurkunden sind beide zweifelhaft. Hamburg wurde nicht 834 von Ansgar gegründet, die entsprechende Urkunde ist offenbar eine Fälschung. Und den Freibrief, den der Graf von Kaiser Friedrich I. Barbarossa erwirkte, gibt es nur als Urkunde, die die Hamburger um 1265 selbst gefälscht haben. Festeren Boden gibt es 1188: Da gründete Graf Adolf III. von Schauenburg neben der erzbischöflichen Altstadt eine Neustadt, und 1216 vereinigten die Hamburger die beiden. Papier ist geduldig, ein Graben ist ehrlich. Ich halte mich an den Graben.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Hamburg - eine Burg?; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Frühes Mittelalter in Hamburg; Nordkirche (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), Ausstellung räumt mit Hamburg-Legenden auf; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Eine kurze Geschichte der Stadt; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Hohes Mittelalter in Hamburg

Wer regierte

Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.

Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.

1111–1459

1111 wurden die Grafen von Schauenburg mit Holstein und Stormarn belehnt, Herren über Hamburg blieben die Bremer Erzbischöfe. 1188 gründete Graf Adolf III. die Neustadt, 1228 trat der Erzbischof seine Rechte als Stadtherr der Altstadt an die Grafen ab, und 1292 erlaubten sie der Stadt, eigene Gesetze zu erlassen. 1459 starb das Geschlecht aus.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Eine kurze Geschichte der Stadt; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Hohes Mittelalter in Hamburg

1510–1806

Ab 1510 behauptete Hamburg seine Stellung als Freie Reichsstadt. Das Reichskammergericht bestätigte den Status 1618; Dänemark, dessen König Holstein seit 1459 in Personalunion regierte, erkannte ihn erst 1768 an. Die Bürger wollten derweil mitreden: Der Lange Rezess hielt 1529 ihre Mitsprache in einer Einigung mit dem Rat fest, und 1563 übernahmen sie die Kämmerei. Ich hätte mir die Speisekammer geschnappt. So blieb es, bis Napoleons Truppen 1806 einmarschierten.

Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland), Land (Freie Hansestadt) Hamburg; Wikipedia (DE) - Geschichte Hamburgs; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Eine kurze Geschichte der Stadt; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Franzosenzeit in Hamburg

1806–1814

Am 19. November 1806 besetzten Napoleons Truppen Hamburg, im Dezember 1810 wurde die Stadt dem französischen Kaiserreich einverleibt. Die Franzosen führten neuzeitliche Verwaltungsgrundsätze und eine moderne Finanzwirtschaft ein und trennten Verwaltung und Justiz, Staat und Kirche.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Franzosenzeit in Hamburg

1815–1918

1815 gehörte Hamburg zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Bundes, ein souveräner Staat, und ab 1819 nannte es sich Freie und Hansestadt Hamburg. Die neue Verfassung von 1860 stellte den Senat an die Spitze, wie der Rat nun hieß. Bis 1871 war Hamburg eine republikanisch verfasste, relativ eigenständige Kaufmannsstadt; im Deutschen Reich blieb es Stadtstaat, mit Sitz und Stimme im Bundesrat.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Restauration, Revolution, Reform in Hamburg; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Kaiserreich in Hamburg; Bundeszentrale für politische Bildung (Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland), Land (Freie Hansestadt) Hamburg

1949–

Schon 1947 sicherte sich Hamburg den Status als Stadtstaat, nicht zuletzt mit Verweis auf seinen Seehafen. 1949 entstand die Bundesrepublik mit elf Bundesländern, und die Verfassung, die Hamburg sich 1952 gab, sagt es klar: Die Freie und Hansestadt Hamburg ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Eine Stadt, die zugleich ein Land ist. Ich bin ein Stein und zugleich ein Magen. Doppelte Aufgaben kenne ich.

Quellen: Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Nachkriegszeit in Hamburg; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Der Nordstaat - Schreckbild oder Chance?; Freie und Hansestadt Hamburg - Verfassung (hamburg.de, Stand 04/2023), Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg (Stand 04/2023) S. 2; Freie und Hansestadt Hamburg - Verfassung (hamburg.de, Stand 04/2023), Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg (Stand 04/2023) S. 6

Das Wappen

Was das Wappen bedeutet.

Eine weiße Burg mit drei Türmen und geschlossenem Tor auf rotem Schild: So beschreibt Hamburgs Verfassung das Landeswappen. Es geht auf städtische Siegel aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurück, und schon das älteste erhaltene Siegel von 1241 zeigt die Burg mit drei Türmen und Tor. Der mittlere Turm mit dem Kreuz wird als der mittelalterliche Dom gedeutet, die beiden Sterne über den Seitentürmen gelten als Mariensterne, nach der Schutzpatronin der Stadt. Im Lauf der Jahrhunderte war das Tor mal offen, mit und ohne Fallgitter, mal geschlossen, und bis ins 18. Jahrhundert war die Burg rot auf weißem Grund. Die heutigen Farben beruhen auf einem Senatsbeschluss vom 14. Mai 1752. Unter den Franzosen wurden das Wappen und alle Zeichen der Stadt ersetzt oder abgeändert. Und anders als oft vermutet zeigt das Wappen laut Archäologischem Museum Hamburg nicht die Hammaburg. Tor zu, Türme hoch: So gucke ich, wenn jemand von meinem Teller probieren will.

Quellen: Freie und Hansestadt Hamburg - Verfassung (hamburg.de, Stand 04/2023), Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg (Stand 04/2023) S. 6; Freie und Hansestadt Hamburg, Senatskanzlei (hamburg.de), Hamburg Logo, Flaggen und Wappen; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Hohes Mittelalter in Hamburg; Geschichtsbuch Hamburg (Behörde für Schule und Berufsbildung), Franzosenzeit in Hamburg; Archäologisches Museum Hamburg, Mythos Hammaburg

Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)

Drei Fakten

Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.

  1. Die Binnenalster am Ballindamm ist ein aufgestauter Fluss. Die Alster wurde gestaut, um Mühlen zu betreiben: zuerst um 1200 an der Untermühle, wo heute die Trostbrücke liegt, dann in größerem Maßstab um 1230/35 durch den Reesendamm, wo heute der Jungfernstieg verläuft. Einen ganzen Fluss stauen, nur damit sich Mühlräder drehen. Für ein Brötchen hätte ich das auch gemacht.

    Quellen: Stiftung Historische Museen Hamburg, Kein Bier ohne Alster

  2. Ab 1912 wurden hier die heruntergekommenen Gängeviertel abgerissen, und an ihrer Stelle entstand das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent: das Kontorhausviertel, seit 2015 Welterbe. Gegenüber dem Chilehaus ist die Fassade des Sprinkenhofs mit kräftigen Reliefmedaillons überzogen, die hamburgische Motive zeigen, Möwen etwa, und das Hamburg-Wappen. Ein ganzes Viertel nur für Schreibtische. Ich hätte wenigstens eine Kantine eingeplant.

    Quellen: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien (hamburg.de), Beschreibung Kontorhausviertel; Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien (hamburg.de), UNESCO-Welterbe

  3. Die Trostbrücke über das Nikolaifleet ist die älteste Verbindung zwischen den beiden mittelalterlichen Städten und wird 1266 zum ersten Mal erwähnt. Auf ihrem Geländer steht Ansgar, zu seinen Füßen ist „Erzbischof von Hamburg“ eingemeißelt. Er kam als angesehener Geistlicher, aber nicht als Erzbischof, sagt das Archäologische Museum Hamburg, und wurde später Bischof von Bremen. Das Denkmalschutzamt sieht trotzdem keinen Grund für eine Richtigstellung: Die Inschrift entstand, als noch niemand an Ansgars Rolle zweifelte. Was in Stein gemeißelt ist, bleibt. Da spreche ich aus Erfahrung.

    Quellen: Hamburg Tourismus GmbH, Trostbrücke; Wikipedia (DE) - Trostbrücke; Nordkirche (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), Warum Hamburg seinen „Erzbischof Ansgar“ verloren hat; Archäologisches Museum Hamburg, Mythos Hammaburg

Straßenwörter

Was auf den Schildern steht.

Twiete
Norddeutsch für einen schmalen Durchgang, eine schmale Gasse. Altstädter Twiete, Brandstwiete, Mattentwiete, Steintwiete: Das Level ist voll davon. Ich schlürfe sie wie Spaghetti.
Fleet
Ein schiffbarer, kanalartiger Graben mitten in der Stadt. Wo anderswo eine Straße liegt, hat Hamburg Wasser hingelegt: Nikolaifleet, Katharinenfleet. Ich halte mich an die Brücken.
Brücke
Kennst du. Trostbrücke, Zollenbrücke, Hohe Brücke, Holzbrücke: In diesem Level gibt es reichlich davon, und jede ist schön zäh.
Damm
Ein Damm, und in einer so nassen Stadt ist das eine Straße mit Nebenjob. Ballindamm, Reesendamm, Mönkedamm.

Die Größe

An einem Tag zu schaffen: Hamburg in Zahlen.

Gezählt aus den Straßen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.

  • 103Straßen
  • 1.250Punkte
  • 19,3km Straße
  • 23,8km zu Fuß
  • 6,8Stunden im Schlendertempo

In der Nähe

Altstädte in der Nähe.

Das Spiel

Deine erste Stadt ist gratis.

Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.

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