Lettland · Altstadt
Riga
Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Riga: jede Gasse an einem Tag.
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Riga ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Auf einen Blick
Bevor du losgehst.
- Strecke
- 14,0 km
- Dauer
- etwa 4 Stunden
- Gassen
- 67
- Stufen
- 3 Gassen mit Stufen
- Startpunkt
- Melngalvju nams
- Handy beim Gehen nötig
- nein
- Offline nutzbar
- ja
- Läuft ab
- nie
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Melngalvju nams 1.500 Punkte
Die üppigste Schauseite am Rathausplatz. Da ist so viel dran, dass ich mich verzähle, und ich habe wirklich Zeit zum Zählen. Jemand hat diesem Haus früher eine Bitte hinterlassen, schriftlich. Viel später hat sich jemand daran gehalten. Was darauf stand, verrate ich nicht.
Rīgas Doms 500 Punkte
Der größte mittelalterliche Sakralbau des Baltikums, mitten auf seinem eigenen Platz. Das ist eine Menge Backstein zum Kauen. Das Beste steckt im Inneren, und es ist lauter, als man denkt. Geh hinein und sieh selbst.
Rīgas Pils 500 Punkte
Diese Burg ist bis heute bewohnt, und der Bewohner hat dort sein Amt. Vor langer Zeit stritten sich zwei Vögel um einen Platz auf dem Dach, und die Stadt nahm den Ausgang sehr ernst. Wer gewonnen hat und warum das wichtig war, hörst du an der Burg.
Svētā Pētera baznīca 500 Punkte
Ein Aufzug bringt dich im Turm hinauf zu einer Galerie in 72 Metern Höhe, und unten liegt die Altstadt wie ein gedeckter Tisch. Schau vorher noch ganz nach oben. Was dort sitzt, ist nicht das erste seiner Art. Seine Vorgänger lernst du vor Ort kennen.
Kaķu nams 250 Punkte
Auf einem Dach am Līvu laukums sitzen zwei Stubentiger, und die Aussicht interessiert sie nicht. Was sie interessiert, steht auf der anderen Seite des Platzes. Mehr verrate ich nicht.
Laimas pulkstenis 250 Punkte
Diese Uhr war die Antwort auf ein sehr menschliches Problem. Dann entwickelte sie eine Schwäche für Süßes und nahm einen Nebenjob an. Stell dich zum Stundenschlag darunter und hör selbst.
Pulvertornis 250 Punkte
Ein runder, stämmiger Turm, gebaut wie ich: dick in der Mitte und nie in Eile. Lange hieß er nach Sand, nicht nach Pulver. Schau dir die Mauern genau an. Da steckt etwas drin, und die übliche Erklärung dafür stimmt nicht. Die richtige wartet am Turm auf dich.
Trīs brāļi 250 Punkte
Eine Häuserreihe in der Mazā Pils iela, Schulter an Schulter wie Brotlaibe im Bäckerregal. Gleich alt sind sie nicht, und eines trägt ein Gesicht, aus gutem Grund. Welches, und wozu das Gesicht gut ist, verrate ich nicht.
Zviedru vārti 250 Punkte
Ein Torbogen mit einem Haus obendrauf, am letzten stehenden Stück der alten Mauer. Es heißt, es gibt ihn nur, weil jemand keine Lust auf den Umweg hatte. Eile kenne ich nur vom Hörensagen. Wer es so eilig hatte, verrate ich nicht.
Essen
Echtes Essen.
Riga hat kein Gericht, das nur der Stadt gehört, und ich habe aufgehört, danach zu suchen. Die Liste, die sich lohnt, ist die lettische. Das Land hat eine Handvoll seiner Lebensmittel unter europäischen Namensschutz gestellt, und fünf davon stehen bei mir: ein Roggenbrot, ein Roggentörtchen, ein Frischkäse, eine weiße Butter und eine große graue Erbse. Zweimal Roggen, zweimal Milch, eine Erbse. Das ist eine Speisekammer, keine Speisekarte, und Speisekammern waren mir schon immer lieber.
Mit Fleisch
Eins, und es ist eine Erbse. Keiner der geschützten lettischen Namen auf meiner Liste ist ein Fleischgericht, und ich erfinde keins dazu. Das Törtchen, der Käse, die Butter und das Brot gehören dir genauso.
Latvijas lielie pelēkie zirņi
Die großen grauen Erbsen Lettlands, seit 2015 als Ursprungsbezeichnung geschützt. Der Name ist schon die ganze Beschreibung: lettisch, groß, grau, Erbse. Ich habe mich schon durch viel unehrlichere Speisekarten gegessen.
Frag, womit sie gekocht werden. Geschützt ist die Erbse, nicht das, was mit ihr in den Topf kommt.
Vegetarisch
Sklandrausis
Ein rundes Törtchen auf Roggenteig, zwei bis drei Millimeter dünn ausgerollt, der Rand hochgeklappt. Unten kommt gekochte Kartoffel hinein, obendrauf Möhre, und heraus kommt es gelblich orange. Manche bekommen noch Sahne darüber oder eine Prise Zimt oder Kümmel. Es ist süß, manchmal sehr süß, und man isst es kalt, zu Tee oder Milch. Kartoffeln im süßen Törtchen. Da musste mich keiner lange überreden.
Quellen: UK Government (Defra), protected food name register: Sklandrausis (TSG), UK Government (Defra), Sklandrausis TSG product specification (OJ C 349, 15.11.2012)
Jāņu siers
Ein Frischkäse aus Sauermilch. Milch und Quark werden zusammen erhitzt, die Molke läuft ab, und dann kommen Butter oder Sahne, Eier, Salz und Kümmel hinein. Ein Käse, der sich beim Omelett den Einkaufszettel geborgt hat.
Quellen: UK Government (Defra), protected food name register: Jāņu siers (TSG), UK Government (Defra), Jāņu siers TSG product specification
Rucavas baltais sviests
Weiße Butter aus Rucava, seit 2018 mit geschützter geografischer Angabe. Name, Ort und Schutz weiß ich sicher. Wie man sie buttert, überlasse ich Rucava.
Vegan
Eins, das Brot. Im Törtchen und im Käse stecken Butter, Sahne oder Eier, und die Butter ist nun mal Butter. Die grauen Erbsen kämen vielleicht in Frage, aber ihr Schutz beschreibt die Erbse und nicht den Topf, also bleiben sie, wo sie sind.
Salinātā rudzu rupjmaize
Gebrühtes Roggenbrot. Ein Teil des Mehls wird zuerst mit heißem Wasser überbrüht, das macht es süß. Dann kommen Kümmel und Roggenmalz dazu, und der Teig geht mit Sauerteig auf. Nach dem Backen bekommt die Kruste einen Anstrich aus Kartoffelstärke und Wasser, und sie glänzt dunkel. Süßsauer in einer Scheibe, ganz ohne Soße.
Verlang es mit vollem Namen, salinātā. Genau dieses Rezept ist geschützt.
Quellen: UK Government (Defra), protected food name register: Salinātā rudzu rupjmaize (TSG), UK Government (Defra), Salinātā rudzu rupjmaize TSG product specification (OJ C, 22.6.2013)
Stand 24. September 2026.
Herkunft des Namens
Warum es Riga heißt.
Riga ist nach einem Kornspeicher, einer Dreschscheune oder einem kleinen Fluss benannt, je nachdem, welchen Sprachwissenschaftler du fragst. Seit einem Jahrhundert streiten sie darüber. Die baltische Deutung führt den Namen auf das semgallische ryggoz zurück, einen Ort, an dem man Getreide lagert. Die slawische auf rija, eine Scheune, in der man das Korn vor dem Dreschen trocknete. Die deutsche auf die Riege, wie der Bach Rīdzene hieß, an dessen Ufer die Stadt entstand. Schriftlich taucht der Name zuerst im 13. Jahrhundert in der Chronik Heinrichs von Lettland auf: ad locum Rige, beim Ort Riga. Zweimal Korn, einmal Wasser. Für mich ist die Sache damit entschieden: Brot.
Quellen: web.archive.org, de.wikipedia.org
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Hier mündete ein kleiner Fluss, die Rīga, in die Düna und bildete einen natürlichen Hafen, genau dort, wo sich die Handelswege kreuzten. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts war das schon das wirtschaftliche Zentrum am ganzen Unterlauf der Düna. Die Stadt selbst entstand an der Mündung, als man zwei ältere Siedlungen zusammenlegte. Wo sich Handelswege kreuzen, läuft einem das Essen von selbst über den Weg. So lob ich mir das.
Quellen: www.rigamuz.lv, medievalheritage.eu
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
1201 machte Bischof Albert Riga zu seiner Residenz, und von diesem Jahr an zählt die Stadt. Ab 1208 entstanden die ersten Befestigungen, und 1215 wuchs vor der Mauer schon ein neuer Stadtteil. Vierzehn Jahre vom Bischofssitz bis zur zu engen Mauer. Für meine Verhältnisse ein Wimpernschlag.
Quellen: www.rigamuz.lv, web.archive.org, medievalheritage.eu
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 1201–1581
Die Bischöfe von Riga, ab 1255 Erzbischöfe, und der Livländische Orden waren die Landesherren, und der Rat der Stadt arbeitete dazwischen. Ende des 13. Jahrhunderts war Riga eine Hansestadt und ein wichtiger Umschlagplatz für den Transithandel. Zwei Herren für eine kleine Stadt. Ich teile nicht einmal einen Kiesel gern.
Quellen: www.rigamuz.lv
- 1581–1621
Als Livland Anfang der 1580er-Jahre zerfiel, kam Riga an den polnischen König Stephan Báthory und gehörte rund vier Jahrzehnte zum polnisch-litauischen Staat.
Quellen: www.rigamuz.lv, www2.mfa.gov.lv
- 1621–1710
1621 nahm der schwedische König Gustav II. Adolf Riga ein, und fast hundert Jahre blieb die Stadt unter der schwedischen Krone. In dieser Zeit wurde sie zur mächtigsten Festung an der Ostküste der Ostsee. Eine Festung ist im Grunde eine Vorratskammer mit sehr dicken Wänden. Ich habe nichts gegen Vorratskammern.
Quellen: www.rigamuz.lv, www2.mfa.gov.lv, de.wikipedia.org
- 1710–1918
1710 kam Riga an Russland und wurde Verwaltungszentrum der Provinz Vidzeme im Russischen Reich. Dabei blieb es zwei Jahrhunderte lang. So lange dauert bei mir auch mal ein Mittagsschlaf.
Quellen: www.rigamuz.lv, www2.mfa.gov.lv, de.wikipedia.org
- 1918–
Am 18. November 1918 wurde die unabhängige Republik Lettland ausgerufen, und Riga war von Anfang an ihr Mittelpunkt, auch wenn es erst 1931 offiziell zur Hauptstadt wurde. Am 4. Mai 1990 erklärte Lettland die Erneuerung seiner Unabhängigkeit, und am 21. August 1991 erkannte die Sowjetunion sie an. Dreizehn Jahre, um amtlich zu machen, was alle längst wussten. Das nenne ich gründlich.
Quellen: www.rigamuz.lv, www2.mfa.gov.lv, de.wikipedia.org
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Ein silberner Schild mit einem offenen Tor zwischen zwei Türmen: das Recht der Stadt, sich selbst zu verwalten. Unter dem hochgezogenen Fallgitter sitzt ein goldener Löwenkopf. Über dem Tor kreuzen sich zwei schwarze Schlüssel, die des Petrus, für den Schutz des Papstes, und darüber stehen ein goldenes Kreuz und eine goldene Krone für den Bischof, dem die Stadt unterstand. Ein offenes Tor ist das Freundlichste, was ein Wappen zeigen kann. Ich lese es als Einladung zum Essen.
Quellen: web.archive.org, web.archive.org
Wappen: Gemeinfrei — offizielles Stadtwappen (Wikimedia Commons)
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Die Rīdzene, der Bach, an dem die Stadt entstand, weitete sich im 13. Jahrhundert zu einem Teich von etwa 50 Metern Breite, genau dort, wo heute die 13. janvāra iela verläuft. Die Straße ist inzwischen trocken. Nach Fischen habe ich trotzdem geschaut.
Quellen: web.archive.org
Ein kurzes Stück der mittelalterlichen Stadtmauer steht noch im Hof hinter der Johanniskirche, neben dem früheren Dominikanerkloster, die Außenseite zur Kalēju iela gewandt. Fast alles andere ist verschwunden. Dieses Stück hat sich hinter einer Kirche versteckt. Als Überlebensplan finde ich das vorbildlich.
Quellen: medievalheritage.eu
An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert passte die ganze ummauerte Stadt in einen Mauerring von etwa 2200 Metern: rund 22 Hektar. Eine ganze Hansestadt auf einer Fläche, die ich an einem Nachmittag abgrasen könnte.
Quellen: medievalheritage.eu
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- iela
- Straße. Steht hinter dem Namen: Kalēju iela, Mazā Pils iela. Du liest es an jeder Ecke der Altstadt, und für mich ist jede davon ein Gang.
- laukums
- Platz. Doma laukums, Līvu laukums, und direkt angehängt im Rātslaukums, dem Rathausplatz.
- Vecrīga
- Alt-Riga: die Altstadt, und das ganze Level.
- kanāls
- Kanal. Der Pilsētas kanāls, der Stadtkanal, folgt dem alten Graben und schließt die Altstadt nach Osten ab.
Die Größe
An einem Tag zu schaffen: Riga in Zahlen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 67Gassen
- 725Punkte
- 11,7km Gasse
- 14,0km zu Fuß
- 4,0Stunden im Schlendertempo
In der Nähe
Altstädte in der Nähe.
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.