Frankreich · Altstadt
Paris
Stadtrundgang auf eigene Faust durch die Altstadt von Paris: jede Gasse in zwei Tagen.
Jede Gasse auf der Karte.
Jede Gasse in der Altstadt von Paris ist eine Reihe von Punkten, die du beim Gehen einsammelst. Ich liege seit sechshundert Jahren in einer davon und bin immer noch nicht fertig.
Auf einen Blick
Bevor du losgehst.
- Strecke
- 35,2 km
- Dauer
- etwa 10 Stunden
- Gassen
- 143
- Stufen
- 3 Gassen mit Stufen
- Startpunkt
- Cathédrale Notre-Dame de Paris
- Handy beim Gehen nötig
- nein
- Offline nutzbar
- ja
- Läuft ab
- nie
Die Altstadt
Jede Gasse, gezeichnet.
Was innerhalb der Linie liegt, kommt auf den Teller. Die Kreise sind Obst.
Sehenswürdigkeiten
Was ich zuerst essen würde.
Sehenswürdigkeiten sind Obst. Je größer die Sehenswürdigkeit, desto größer der Bonus.
Cathédrale Notre-Dame de Paris 1.500 Punkte
Die Große am Ostende der Insel, und der Grund, warum die Brücken so voll sind. Alle schauen auf die Portale. Schau höher. Eine Reihe Figuren klettert übers Dach, und einer von ihnen ist mit etwas ganz anderem beschäftigt. Womit, verrate ich nicht.
Centre Georges Pompidou 500 Punkte
Das Haus, das sein Innenleben herzeigt: Leitungen und Schächte laufen an den Wänden hoch, statt sich darin zu verstecken. Die meisten Häuser sind ein Kuchen. Dieses ist die Füllung, falsch herum eingebacken. Geh einmal ganz herum.
Hôtel de ville 500 Punkte
Das Rathaus, das prächtigste Haus, das ich je für Papierkram gesehen habe. Schau dir die Figuren an seinen Wänden an. Es sind sehr viele, und alle haben eines gemeinsam. Der Platz vor dem Haus hat außerdem einer Sprache ein Wort geschenkt. Welches, verrate ich nicht.
Place des Vosges 500 Punkte
Rote Backsteinhäuser, alle nach einem Plan, rund um einen Garten. Der ordentlichste Platz, den ich kenne: im Grunde eine Waffel. Geh einmal ganz durch den überdachten Laubengang. Irgendwo darin wartet eine Botschaft schon sehr lange. Wo, verrate ich nicht.
Tour Saint-Jacques 500 Punkte
Ein hoher gotischer Turm, ganz für sich in einem kleinen Park. Türme kommen sonst nicht ohne Kirche. Dieser hat das Hauptgericht verloren und den Nachtisch behalten. Wie das kam, ist eine Geschichte für sich.
Église Saint-Louis-en-l'Île 250 Punkte
Die Kirche der kleineren Insel, so sauber in ihre Hauptstraße eingefügt, dass man glatt vorbeiläuft. Der Kirchturm verrät sie: luftig wie ein Baiser, und aus gutem Grund so gebaut.
Église Saint-Paul-Saint-Louis 250 Punkte
Eine große Kuppelkirche an der Rue Saint-Antoine. Bleib gleich hinter der Tür stehen. Ein berühmter Nachbar von um die Ecke hat dort etwas hinterlassen, und es ist das Seltsamste, was ich je an einer Kirchentür gesehen habe. Was, verrate ich nicht.
Enceinte de Philippe-Auguste 250 Punkte
Die ältere der beiden alten Stadtmauern in diesem Level, noch hoch aufrecht an einer stillen Seitenstraße. Eine so alte Mauer müsste längst Geröll sein. Wie sie durchgehalten hat, ist das Beste daran, und ihre Oberfläche lohnt einen Blick aus der Nähe. Alte Kruste. Ganz meine Sorte.
Hôtel de Sully 250 Punkte
Ein prächtiges Stadtpalais an der Rue Saint-Antoine. Durch den Hof hinein und immer weiter. Ein Haus zum Durchlaufen, wie ein Baguette, das an beiden Enden offen ist. Wo du herauskommst, ist die Überraschung.
Maison de Victor Hugo 250 Punkte
Victor Hugos Zuhause, an einer Ecke des Platzes. Steig die Treppe hoch und schau, wie der Mann gewohnt hat. Ein Möbelstück verrät, wie er arbeitete. Halt die Augen offen.
Mémorial de la Shoah 250 Punkte
Hier erinnert Paris an die Schoah. Ein stilles Haus in einer stillen Straße, und hier behalte ich meinen Hunger für mich. Lass dir Zeit mit den Wänden draußen. Sie sind es wert.
Essen
Echtes Essen.
Das eine Gericht hat Paris nicht. Es hat eine Theke: Schinken und Butter im Baguette, einen Käse, der von der Seine-et-Marne im Nordosten bis an die Maas gemacht wird, Falafel in der alten jüdischen Straße im Marais. Das meiste isst man im Stehen. Mir recht. Hingesetzt habe ich mich seit Jahrhunderten nicht.
Mit Fleisch
Hier steht ein Gericht, nicht drei. Sonst hatte nichts drei unabhängige Autoren hinter sich, und ich schreibe nur auf, wofür jemand mit Namen einsteht.
Jambon-beurre
Ein halbes Baguette, aufgeschnitten, mit Butter bestrichen, Schinken hinein. In Paris heißt es auch einfach le parisien. Drei Zutaten. Mehr Rezept braucht kein Mensch, und kein Stein.
Quellen: Wikipedia (French), Jambon-beurre, Paris by Mouth, Edible Marais guide, David Lebovitz, The Sandwich at Le Petit Vendôme in Paris
Vegetarisch
Ein Käse aus dem staatlichen Register, mehr hat diese Liste nicht. Für kein fleischloses Pariser Gericht fanden sich diesmal drei unabhängige Autoren.
Brie de Meaux
Ein großer Weichkäse, 36 bis 37 Zentimeter breit, nur aus roher Kuhmilch und mindestens vier Wochen gereift. Gemacht wird er von der Seine-et-Marne, nordöstlich von Paris, bis an die Maas. Vier Wochen Reifezeit. Ich nenne das kurz.
Immer Rohmilch, jeder Laib. Wenn du Rohmilchkäse meidest, lass diesen weg.
Quellen: INAO (Institut national de l'origine et de la qualité), AOP register entry Brie de Meaux
Vegan
Ein Gericht. Hinter der Falafel standen drei unabhängige Autoren, hinter nichts anderem rein Pflanzlichem in der Altstadt. Auffüllen tue ich nicht.
Falafel in pita
Frittierte Falafel und weiche Aubergine, in eine Pita gestopft. Auf der Rue des Rosiers, der Fußgängerstraße durch das jüdische Viertel im Marais, steht man dafür Schlange. Ein Brot mit eingebauter Tasche. Für einen ohne Hände die ideale Verpackung.
Quellen: Dorie Greenspan, Falafel: Worth the Wait, Even for Parisians, Paris by Mouth, L'As du Fallafel review, France Revisited (Gary Lee Kraut), In Search of a Jewish Quarter: Rue des Rosiers
Abendessen
Bistrot des Tournelles wo die Leute hier hingehen
Ein Retro-Bistro zwischen Place des Vosges und Bastille, eingerichtet, als wäre es hundert Jahre alt. Ist es nicht. Die Küche ist einfach gut, und von der Einrichtung bin ich noch nie satt geworden.
- Mo19:00–23:00
- Di19:00–23:00
- Mi19:00–23:00
- Do19:00–23:00
- Fr19:00–23:00
- Sa19:00–23:00
- So19:00–23:00
Quellen: Le Fooding, restaurant guide entry Bistrot des Tournelles, Time Out Paris, anonymous paid review Bistrot des Tournelles
Stand 24. September 2026.
Herkunft des Namens
Warum es Paris heißt.
Paris hat seinen Namen von den Parisii, einem gallischen Volk. Um das 4. Jahrhundert verdrängte die lateinische Form Parisiis den älteren Namen Lutetia. Was Parisii selbst bedeutet, darüber wurde viel gerätselt, belegt ist nichts. Ein Rezept ohne Etikett. Ich esse es trotzdem.
Quellen: Wikipédia (French) — Histoire de Paris, https://fr.wikipedia.org/wiki/Histoire_de_Paris (accessed 2026-09-24), Wikipedia (Deutsch) — Geschichte von Paris, https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Paris (accessed 2026-09-24)
Warum hier
Jemand stand hier und hat entschieden.
Auf einer Seine-Insel, der heutigen Île de la Cité, dort, wo eine Straße von Nord nach Süd den Fluss kreuzt, der von West nach Ost fließt. Die Inseln machten den Fluss leichter zu überqueren und manchmal schwerer zu befahren. Zwei Inseln im Fluss: Knödel in der Brühe. Ist mir aufgefallen.
Quellen: Ministère de la Culture — Archéologie de Paris, Les îles, https://archeologie.culture.gouv.fr/paris/fr/les-iles (accessed 2026-09-24), Wikipedia (Deutsch) — Geschichte von Paris, https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Paris (accessed 2026-09-24)
Warum damals
Als der erste Stein gelegt wurde.
53 v. Chr. schreibt zum ersten Mal jemand den Namen auf: Im sechsten Buch seines Gallischen Kriegs ruft Caesar die gallischen Völker nach Lutetia zur Versammlung, ins Land der Parisii. Die Siedlung auf der Insel ist älter, sie wächst seit der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Für mich ist das gestern Nachmittag.
Quellen: Ministère de la Culture — Archéologie de Paris, La bataille de Lutèce, https://archeologie.culture.gouv.fr/paris/fr/la-bataille-de-lutece (accessed 2026-09-24), Wikipedia (Deutsch) — Geschichte von Paris, https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Paris (accessed 2026-09-24)
Wer regierte
Alle, die dachten, das hier gehört ihnen.
Ich habe sie alle überdauert. Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann.
- 1180–1223
Philipp II. August, der siebte König aus dem Haus der Kapetinger. Mit 14 bestieg er den Thron und hinterließ ein Königreich, viermal so groß wie das, das er vorfand. Ein Wachstumsschub. Den kriege ich nach einer langen Gasse auch.
Quellen: Wikipédia (French) — Philippe II Auguste, https://fr.wikipedia.org/wiki/Philippe_II_Auguste (accessed 2026-09-24), Ville de Paris — Sur la piste de l'enceinte médiévale Philippe Auguste, rive droite, https://www.paris.fr/pages/sur-la-piste-de-l-enceinte-medievale-philippe-auguste-rive-droite-episode-1-2-20729 (accessed 2026-09-24)
- 1357–1789
Kein König: Der Prévôt des marchands, der Vorsteher der Kaufleute, führte die Stadt. 1357 kaufte der Prévôt Étienne Marcel die Maison aux Piliers, und sie wurde Sitz der Stadtverwaltung. Bis zur Revolution von 1789 standen Prévôts an ihrer Spitze. Kaufleute am Ruder. Wenigstens hat jemand die Brote gezählt.
Quellen: Ville de Paris — L'histoire de l'Hôtel de Ville en sept dates marquantes, https://www.paris.fr/pages/l-histoire-de-l-hotel-de-ville-en-sept-dates-marquantes-7667 (accessed 2026-09-24), Ville de Paris — Fluctuat nec mergitur : l'histoire de la devise de Paris, https://www.paris.fr/pages/fluctuat-nec-mergitur-l-histoire-de-la-devise-de-paris-15814 (accessed 2026-09-24)
- 1589–1610
Heinrich IV., König von Frankreich vom 2. August 1589 bis 1610. Er ließ in Paris zwei neue Plätze bauen: die heutige Place des Vosges und die Place Dauphine auf der Île de la Cité. Ein König, der Plätze bestellt. Ich hätte Windbeutel bestellt.
Quellen: Wikipédia (French) — Henri IV (roi de France), https://fr.wikipedia.org/wiki/Henri_IV_(roi_de_France) (accessed 2026-09-24)
Das Wappen
Was das Wappen bedeutet.
Ein Schiff. Es stand schon 1210 im Siegel der Nautes, der mächtigen Zunft der Wasserhändler, aus der die Pariser Stadtverwaltung hervorging. Händler am Fluss, ein Boot im Wappen: folgerichtig. Ich hätte ein Brot genommen.
Quellen: Ville de Paris — Fluctuat nec mergitur : l'histoire de la devise de Paris, https://www.paris.fr/pages/fluctuat-nec-mergitur-l-histoire-de-la-devise-de-paris-15814 (accessed 2026-09-24)
Wappen: Eigene Zeichnung für Cobble Gobble — keine fremde Vorlage
Drei Fakten
Drei Dinge, die ich über diesen Ort weiß.
Den Grundstein des Hôtel de Ville legte am 15. Juli 1533 der Prévôt des marchands Pierre Viole, mit einer Platte, auf der das Datum und die Namen der Mitglieder des Stadtrats standen. Die Religionskriege bremsten den Bau, fertig war er 1628. Fünfundneunzig Jahre für ein Haus. Ich hatte schon längere Mittagspausen.
Quellen: Ville de Paris — L'histoire de l'Hôtel de Ville en sept dates marquantes, https://www.paris.fr/pages/l-histoire-de-l-hotel-de-ville-en-sept-dates-marquantes-7667 (accessed 2026-09-24)
Heinrich IV. wollte auf der heutigen Place des Vosges zuerst eine Manufaktur für kostbare Stoffe und Wandteppiche, die es mit Lyon, Mailand und Tours aufnehmen sollte. 1607 machte die Stoffmanufaktur zu, und der Adel zog ein. Stoff stand bei mir auch nie auf der Karte.
Quellen: BnF Passerelles — Une brève histoire de la place des Vosges, https://passerelles.essentiels.bnf.fr/fr/chronologie/construction/88edd96f-e82f-4873-bed8-423e6dd07825-place-vosges/article/92987b33-bdbf-4af9-b1c9-7f5da10e7b9f-une-breve-histoire-la-place-vosges?type=construction (accessed 2026-09-24)
Der Wahlspruch der Stadt, Fluctuat nec mergitur, wurde am 24. November 1853 offiziell, per Beschluss von Baron Haussmann, damals Präfekt der Seine. Er erinnert an die Hochwasser, mit denen die Hauptstadt immer wieder zu tun hatte. Mich stört Hochwasser nicht. Ich warte einfach unten.
Quellen: Ville de Paris — Fluctuat nec mergitur : l'histoire de la devise de Paris, https://www.paris.fr/pages/fluctuat-nec-mergitur-l-histoire-de-la-devise-de-paris-15814 (accessed 2026-09-24)
Gassenwörter
Was auf den Schildern steht.
- rue
- Eine Straße. Paris hat mehr davon, als ich Zähne habe, und ich zähle mit.
- quai
- Die Straße am Fluss entlang. Flach, lang, mit Steinkante. Ein Grissino mit Aussicht.
- pont
- Eine Brücke. Mit zwei Inseln im Level tragen sie dich von Gang zu Gang.
- impasse
- Eine Sackgasse, nur mit schönerem Namen. Ich fresse sie trotzdem und muss dann umdrehen.
- hôtel
- Auf einem Namensschild ein prächtiges Stadtpalais, wie das Hôtel de Ville, das Rathaus. Einchecken kann man dort nicht.
Die Größe
An einem Tag zu schaffen: Paris in Zahlen.
Gezählt aus den Gassen im Spiel selbst, nicht aus einem Reiseführer.
- 143Gassen
- 1.768Punkte
- 29,0km Gasse
- 35,2km zu Fuß
- 10,1Stunden im Schlendertempo
Das Spiel
Deine erste Stadt ist gratis.
Cobble Gobble ist ein Lauf-Spiel fürs iPhone. Such dir eine Stadt als deine Gratis-Stadt aus. Jede weitere ist ein Einmalkauf, der dir bleibt, Familienfreigabe inklusive, und eine Stadt, die dir gehört, läuft komplett offline.